Einführung mit Fall-Beispiel „Mona Lisa“, G. Gottwik

Thema des diesjährigen  7. Immersion Kurses der Deutschen Gesellschaft ist die „Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstands“ als zentraler Faktor für die Wirksamkeit der IS-TDP nach Davanloo. Der Umgang mit dem Übertragungswiderstand fordert beim Patienten in hohem Maß die bewusste und Unbewusste Therapeutische Allianz (UTA) heraus, beim Therapeuten seine Fähigkeit, sich beim Patienten als Projektionsfläche anzubieten und uneingeschränkt emotionale Nähe zuzulassen. Diese Fähigkeit trägt als „Wirksamkeitsfaktor Therapeut“ wesentlich zum Gelingen der IS-TDP bei. Die Mobilisierung, das Aufgreifen und die Überwindung der aktualisierten Übertragungskomponente eines Charakterwiderstands findet Anwendung in der IS-TDP nach Davanloo für Patienten, die überwiegend an neurotischen Störungen leiden und hat besonderes Gewicht in der intensiveren Therapieform, der Mobilisierung des Unbewussten und IS-TDP nach Davanloo, für Patienten, die in den ersten Lebensjahren traumatisiert sind.

Das Aufgreifen und Überwinden der Übertragungskomponente eines Charakterwiderstands soll am Beispiel einer Patientin demonstriert werden, die dabei war, eine langjährige Beziehung auf Spiel zu setzen, in der es „nie Konflikte“ gegeben hatte. Es wird gezeigt, wie die Therapeutin im Erstgespräch die anhaltende Zurückhaltung der Patientin mit ihrem beständig freundlichen Lächeln (Mona Lisa) als therapieresistente Haltung zum Thema macht.

Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstands bei einem Patienten mit früher Traumatisierung, I. Orbes

Intensive Gefühle, die Angst machen, weil sie schmerzlich oder inakzeptabel sind, werden verdrängt und stellen im Unbewussten ein Reservoir dar, das pathogen wirkt.

Über die Mobilisierung der TCR werden diese Gefühle getriggert und nach Überwinden von Abwehr und Widerstand dem Durcharbeiten zugänglich.

Ausschnitte einer Sitzung mit einem 38jährigen Patienten, der nach einer schweren, stationär behandelten Depression in IS-TDP kam, zeigen Abwehr, Mobilisierung der TCR und Durchbruch ins Unbewusste.

„Das schwarze Schaf“ – Kasuistik einer 18-jährigen Patientin mit Somatisierung und Selbstsabotage, A. Scherer

Die 18-jährige Patientin M., zweite von 5 Kindern, erfüllt nicht die Erwartungen ihrer fleiß-und leistungsorientierten Eltern. Deren Maßstäbe sind in ihren Familien überliefert. Sie sind von der älteren Schwester von M. erreicht worden.

Anstatt ihre Grenzen zu akzeptieren und eigene Wünsche den Eltern gegenüber zu vertreten, entwickelt M. zunehmend eine masochistische Charakterhaltung und wird zur Sklavin ihrer angestauten Wut, die ihr reaktive Angst macht. Sie kann diese Angst kaum kanalisieren, entwickelt zwanghafte und somatische Symptome und richtet ihr Leben destruktiv ein.

In 4 Sitzungen erreicht die Patientin soweit Befreiung und Einsicht in die inneren Zusammenhänge, dass sie als ersten Schritt ihre Grenzen akzeptieren und so den Eltern mit ihren Wünschen gegenübertreten  und sie durchsetzen kann.

Der Zugang zum Unbewussten im Therapieprozess einer Kurzzeittherapie bei einer gut strukturierten Patientin, I. Ostertag

Anhand von Videoausschnitten aus der fortgeschrittenen Therapie einer Patientin mit Bulimie und Beziehungsstörungen soll für verschiedene Therapiesitzungen im Vergleich gezeigt werden, wie die Mobilisierung der Übertragungsgefühle und der Unbewussten Therapeutischen Allianz sowie eine bestmögliche Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstands es ermöglichen, die Fusion zwischen der primitiv mörderischen Wut und der Schuldgefühle aufzulösen und einen Zugang zum Unbewussten zu schaffen.

Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstands bei einer Patientin mit masochistischer Charakterpathologie und Depression, F. Tressel

Eine 57-jährige Patientin mit einer mittelgradigen Depression leidet an lebenslangen charakterologischen Problemen. Sie passt sich an, versucht es allen Recht zu machen und opfert sich auf. Es wird gezeigt, wie diese charakterologischen Probleme frühzeitig in der Übertragung wirksam werden und damit zur Übertragungskomponente des Widerstands werden. Die Head-on Collision mit dem Widerstand ist eine entscheidende Intervention zur Überwindung des Widerstands.

Im Ergebnis gelingt es bei dieser Patientin mit einer Abhängigen Persönlichkeitsstörung und depressiver Symptomatik die Unbewusste Therapeutische Allianz soweit zu fördern, dass die verdrängten schuldbeladenen Wutgefühle dem Vater gegenüber im Erstinterview erlebbar wurden, was in einen Trauerprozess um den vor einigen Jahren verstorbenen Vater einmündet. Anhand dieses klinischen Falles wird die Technik der Überwindung des Widerstands im Erstinterview mit einem Durchbruch unbewusster mörderischer Wut und Schuldgefühlen und anschließender Umwandlung der pathologischen Trauer in einen akuten Trauerprozess dargestellt.

Übertragungskomponente des Widerstands und Kristallisierung der Abwehr – Ausschnitte aus einem Life Interview mit Dr. Davanloo, W. Malin

Ausschnitte aus einem Live Interview mit Dr. Davanloo sollen zeigen, wie die systematische Anwendung des Drucks auf die Übertragungsgefühle zur Kristallisierung  der Abwehrmechanismen  führt und Übertragungswiderstände aufzulösen vermag.

Eine Live Supervison mit Dr Davanloo vermittelt,  wie hoch Davanloo die Bedeutung der Mobilisierung der Übertragungsgefühle für die Arbeit mit Patienten einschätzt. Wann immer wir uns als Therapeuten (trotz besseren Wissens) in der systematischen Anwendung des Drucks zurückhalten, gefährden wir den Prozess.

Im Live Interview können wir direkt mitverfolgen, wie die Übertragungsgefühle zu einem Magneten werden, der Kindheitsgefühle und -konflikte ins Bewusstsein bringt und so einer Bearbeitung zugänglich macht.

14-jährige Jugendliche mit Störung der Emotionsregulation und selbstverletzenden Verhaltensweisen, A. Schmitt

14-jährige Patientin mit einer Störung der Emotionskontrolle, die wegen andauernden selbstverletzenden Verhaltens (Ritzen und Kratzen am ganzen Körper) stationär aufgenommen worden war. Die Angst der Therapeutin während der gezeigten Therapiestunde ist sehr hoch, sie fürchtet, dass bei einem Misslingen der ISTDP-Stunde die Selbstverletzungen eskalieren. Die Patientin zeigt viel jugendlichen Trotz, der offen gegen die Therapeutin gerichtet ist, was die Arbeit schwierig, aber auch letztlich erfolgreich macht.