Einführung, G. Gottwik

In der Einführung soll zunächst für ein Überblick über die wichtigsten metapsychologischen und technischen Grundlagen der IS-TDP vermittelt werden.

Dann werden verschiedene Formen von Übertragungserscheinungen beschrieben.

Im Hauptteil wird aufgeführt, wie in der IS-TDP Übertragung gefördert, erkannt und aufgegriffen wird. Insbesondere wird der Begriff „Übertragungskomponente des Widerstands“ (englisch „Transference Component of the Resistance –TCR“) erklärt. Es wird geschildert, wie der Therapeut ein Erschließen des Unbewussten über die Übertragungswiderstände und Übertragungsgefühle erwirkt.

Verschiedene Formen der Mobilisierung des Unbewussten: durch vertikal oder horizontalen Anstieg der Übertragung wird ein mehr oder weniger ausgedehntes Erschließen erzielt.

Erstinterview eines Patienten mit chronischer Depression und destruktivem Beziehungsmuster, I. Orbes

Intensive Gefühle, die Angst machen oder inakzeptabel sind, werden mit Hilfe verschiedener Abwehrmechanismen verdrängt und im Unbewussten gehalten. Diese Konglomerate aus Schmerz, reaktiver mörderischer Wut und Schuldgefühlen werden hinter einer „Mauer aus Widerstand gegen Nähe“ verborgen und isolieren das Individuum. Diese Widerstände wirken sich aber auch zerstörend in zwischenmenschlichen Beziehungen aus und dienen neben der Abwehr von Nähe der Abfuhr negativer Gefühle.

Ausschnitte aus einem Erstinterview eines 60 jährigen Patienten mit chronisch depressiver Symptomatik und passiv-aggressivem Beziehungsmuster zeigen einen ersten Durchbruch ins Unbewusste.

Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstands zur Umstrukturierung regressiver Abwehrmechanismen, F. Tressel

Patienten, die bereits in den ersten drei Lebensjahren traumatisiert wurden, entwickeln in hohem Maße Projektionen und projektive Identifizierungen. Die Folge ist nicht selten die lebenslange Beibehaltung regressiver Abwehrsysteme. In der therapeutischen Situation werden diese Abwehrsysteme oft rasch aktiviert, sobald Übertragungsgefühle mobilisiert werden. Es besteht vor allem bei diesen Patienten die Gefahr der Entwicklung einer abhängigen Übertragungsneurose. Wie dieser Entwicklung durch Einsatz einer spezifischen Head-On Collision wirksam begegnet werden kann, wird am Beispiel einer depressiven Patientin mit Gewalterfahrungen in der Kindheit demonstriert.

Kunststudentin auf Sparflamme – direkter Zugang zum Unbewussten, Anfang, Mitte und Ende der Therapie, U. Sporer

Der Vortrag konzentriert sich auf eine vergleichende Betrachtung von Widerstand, Wut- und Schuld-Durchbruch in der Übertragung am Anfang und am Ende einer 25-stündigen Therapie. Die Patientin ist jung, gut strukturiert und am Ende der Therapie überwiegt die unbewusste therapeutische Allianz weit den Widerstand. Sofern Zeit bleibt, soll die Patientin über ihre eigene pathogene Dynamik zu Wort kommen. Sie schildert eindrücklich ihre Sicht auf die Geschehnisse in ihrer Lebensgeschichte, ihre Fehlinterpretationen und ihre zerstörerischen Verhaltensmuster.

Warum Liebe weh tut – die Bedeutung der positiven Gefühle in der IS-TDP, W. Malin

Es soll durch  Videoausschnitte aus einer fortgeschrittenen IS-TDP-Therapien gezeigt werden, wie sich über positive Gefühle gegenüber der Therapeutin der Arbeitsprozess entfaltet.

Die Betonung liegt dabei auf der Würdigung und Anerkennung besonders der positiven Gefühle: Dankbarkeit gegenüber der Therapeutin in der Gegenwart und tiefe Bindung gegenüber der ursprünglichen Beziehungsperson, z. B. der Mutter. Diese positiven Gefühle zulassen und erleben zu können, ist Teil der Umstrukturierung, fördert die unbewusste therapeutische Allianz und lässt erwarten, dass in der folgenden Sitzung eine neue Schicht des Unbewussten mobilisiert wird.

Der Zimmermann – Kasuistik einer IS-TDP-Kurzzeittherapie bei einem Patienten mit Depression, Suizidalität, somatoformer Erschöpfung und Insomnie, H. Posininsky

Falldarstellung: IS-TDP mit 25 Sitzungen bei einem Patienten mit Depressionen, Suizidalität, vegetativer Erschöpfung und Schlafstörungen. In der Vorgeschichte finden sich offene Traumata: eine frühe Trennungserfahrung und sexueller Missbrauch durch einen Nachbarsjungen. Es wird insbesondere Davanloo`s Metapsychologie anhand der Übertragung auf den Therapeuten diskutiert. Die Kommentare des Patienten zum Therapieverlauf und zu seiner unbewussten pathogenen Dynamik zu unterschiedlichen Zeitpunkten sind angefügt.

Übertragungswiderstand in Form von gewohnheitsmäßiger Angstabfuhr durch Kichern, G. Gottwik

Am Beispiel der 6. Sitzung mit einer Patientin mit überwiegend zwanghafter Persönlichkeitsstörung und ausgeprägtem Widerstand gegen emotionale Nähe in ihrer Persönlichkeitsstruktur werden Ausschnitte aus der 6. Sitzung der Therapie gezeigt.

Durch konsequentes Fokussieren auf die Widerstände in der Übertragung kommt hinter der kichernden Fasade schließlich die Angst der Patientin zutage, ihre Angst zu verletzen oder verletzt zu werden – die sich als Mischung zwischen verdrängter Realangst vor den Schlägen der Mutter und Signalangst vor ihrer mörderischen Wut herausstellt.

Auch bei dieser Patientin überwiegt der Impuls zu verletzen weitaus dem erlebten Verletzt-werden. Es wird ihr schließlich bewusst, dass ihre Schuldgefühle die Hauptursache für ihr eigenes isoliertes Leben sind.

Mobilisierung der Übertragung bei einer Patientin mit Bulimie und Beziehungsstörungen, I. Ostertag

In Ausschnitten aus einem Erstgespräch mit einer Patientin mit Bulimie und Beziehungsstörungen wird gezeigt, wie mit konsequenter Fokussierung auf die Übertragungsgefühle und die Widerstände die unbewusste therapeutische Allianz  geweckt und das Unbewusste mobilisiert wird, um den Zugang zu der Dynamik bisher verdrängter Affekte aus der frühen Kindheit zu ermöglichen. In einem Nachgespräch reflektiert die Patientin über ihren Therapieprozess.