Deutsche Gesellschaft für Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo (IS-TDP)
German Society of Davanloo's Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy
 

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Was ist "Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie" (IS-TDP) nach Davanloo?

Die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie (Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy, IS-TDP) ist eine höchst wirksame psychodynamische Psychotherapiemethode zur Behandlung eines weiten Spektrums psychoneurotischer Störungen und Charakterpathologien.

Seit 40 Jahren audiovisuelle empirische Forschung nutzend, nicht auf Intuition oder Theorie basierend, entwickelte Davanloo seine Technik des raschen und direkten Zugangs zur pathogenen Organisation des Unbewussten im Erstinterview. Eine Weiterentwicklung der IS-TDP in den letzten zehn Jahren ist "Davanloo's Technik der Mobilisierung des Unbewussten", die eine Auflockerung der gesamten Charakterstruktur schafft und eine grundlegende Revision der Psychologie des Unbewussten gebracht hat.

Die Arbeit konzentriert sich auf das Wechselspiel zwischen Widerstand und Arbeitsbündnis (incl. unbewusstes Arbeitsbündnis: "unconscious therapeutic alliance"), mit dem Ziel, den Patienten gegen seine Abwehr zu mobilisieren, und unbewussten, verdrängten Gefühlspaketen, namentlich Wut, Schuldgefühlen und Trauer, zum Durchbruch zu verhelfen. Die Passage ist dabei ein körperliches Erleben der verdrängten Gefühle, weniger ein Prozess, der in Gedanken und Fantasien bleibt, noch ein Ausagieren von Gefühlen. Damit gelingt es, das Unbewusste im Erstgespräch zu erschließen, tiefe Schichten des Unbewussten zu erreichen, die dynamisch wirksamen Kräfte durchzuarbeiten, bleibende Symptomheilung zu erwirken und auch eingefahrene Charakterstrukturen aufzulockern und zu verändern.

IS-TDP unterscheidet sich dabei in mehrerer Hinsicht wesentlich von jeder anderen psychoanalytischen Methode. Dabei ist folgendes hervorzuheben:

  1. Basis und Fokus ist die Aktualisierung des verdrängten Konfliktes in der Übertragung in jeder Sitzung.
  2. Die Entwicklung einer Übertragungsneurose wird hingegen absolut vermieden.
  3. Via Regia zum Unbewussten ist der Umgang mit den Widerständen in der Übertragung, nicht die freie Assoziation.
  4. Die technischen Interventionen zum Umgang mit dem Widerstand und der Unbewussten Therapeutischen Allianz sind in hohem Maße spezifisch und direkt.
  5. IS-TDP führte zur Einführung einer umfassenden "Neuen Metapsychologie des Unbewussten". Sie leitet damit zu einem tiefen Verständnis der Strukturen und Funktionen der dynamischen unbewussten Kräfte: Widerstand, Herkunft des Widerstands, Übertragung, das Konzept des "unbewussten Arbeitsbündnisses (unconscious therapeutic alliance)", die mörderische Organisation des Unbewussten, somatische Bahnen der unbewussten primitiv-mörderischen Wut, unbewusster Schuldgefühle, unbewusster Angst und deren Abfuhrwege.
  6. Das neue metapsychologische Konzept basiert ausschließlich auf umfassender empirischer Forschung, die sich videodokumentierten Materials bedient.
  7. Die Methode ist eng mit der Videotechnik verknüpft. Sie ermöglicht und fordert eine kontinuierliche Untersuchung des therapeutischen Prozesses von der Probetherapie bis zur Katamnese.
  8. Die in Davanloo's Forschungen bewährten Prinzipien werden in festen Ausbildungsprogrammen weitergegeben. Sowohl das neue metapsychologische Konzept, als auch Videotechnologie, mit der Möglichkeit von Close-Circuit Live Supervisionen, Erschließen des Unbewussten im Erstinterview und Katamnese sind integrale Bestandteile der Weiterbildung.
  9. In vielen Veröffentlichungen und in Weiterbildungsprogrammen konnte gezeigt werden, dass nicht das Charisma des Therapeuten, sondern die spezifische Anwendung der Technik zu vergleichbaren Ergebnissen führt.

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Zur Entwicklung der Methode

Habib Davanloo, der bis 1960 in Boston, USA, an der Harvard-Universität ausgebildet wurde, hat an der klassischen Psychoanalyse insbesondere die freie Assoziation als Zugang zum dynamisch wirksamen Unbewussten und die Entwicklung der Übertragungsneurose von Anfang an in Zweifel gezogen. Er hat wirksame Interventionen im Umgang mit Widerständen und therapeutischer Allianz entwickelt, die komplexe Übertragungsgefühle fördern und zu einem sehr raschen Zugang zum Unbewußten führen. Er untersucht seit über 40 Jahren audiovisuell aufgezeichnete Therapiesitzungen mit definierten wissenschaftlichen Methoden. Er hat dabei Parameter genutzt, durch welche der momentane Gemütszustand des Patienten in der therapeutischen Situation definiert werden kann. Diese sind: Grad und Ausdruck von Angst, Abwehrmechanismen und Übertragungsgefühle. Diese Parameter stellen die Basis für Interventionstechniken dar, welche erlernbar sind und als therapeutische Werkzeuge spezifisch und effektiv eingesetzt werden können.

Die Methode wird in zwei Versionen gelehrt und angewendet: als "Davanloo's Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie" und als "Davanloo's Technik der Mobilisierung des Unbewussten mit Optimaler Mobilisierung der Unbewussten Therapeutischen Allianz".

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