Vortrag: Einführung in die IS-TDP und deren Geschichte, I. Ostertag

Die Geschichte der IS-TDP, die von Habib Davanloo seit den 1960er Jahren entwickelt und gelehrt wird, ist verbunden mit der Entwicklungsgeschichte der psychodynamischen Kurzzeittherapie. Ausgehend von einem historischen Rückblick wird in die Grundlagen der Methode eingeführt.

Freitag, 3.7.20, 14:10-15:15. Diesen Vortrag hören auch die Teilnehmer des Einführungskurses.

Vortrag: Die therapeutische Beziehung – Rupturen und Reparaturen, I. Ostertag

Die Qualität der therapeutischen Beziehung ist der zentrale Wirkfaktor für eine Therapie. Neben anderen wichtigen Voraussetzungen für eine gute therapeutische Beziehung ist eine gute Kooperation zwischen Therapeut*in und Patient*in im Therapieverlauf wesentlich. Wie können wir im Therapieprozess entstehende Brüche (Rupturen) in der therapeutischen Beziehung erkennen, analysieren, verstehen, korrigieren und vielleicht für die therapeutische Arbeit nutzbar machen? Nach einer Einführung in das Thema werden anhand von Patientenbeispielen Rupturen und mögliche Reparaturen gezeigt und diskutiert.

Freitag, 3.7.20, 15:15-16:30

Vortrag: Projektion, projektive Angst, Über-Ich-Widerstand und die Angst der Therapeutin, A. Schmitt

Im Vortrag sollen Projektion, Über-Ich-Widerstand und projektive Angst dargestellt werden. Projektive Angst wird im psychotherapeutischen Prozess sichtbar, wenn wir die Nähe einer therapeutischen Beziehung nutzen, um an verborgene Gefühle, verdrängte Konflikte und Widerstände zu gelangen. Es ist die Aufgabe der Therapeuten, die projektive Angst aufzulösen, die aktive Projektion/Übertragung aller verdrängter Gefühle auf den Therapeuten zu fördern und somit den Über-Ich-Widerstand, der aus der transgenerationalen Weitergabe von Wut- und Schuldgefühlen entstanden ist, zu entfernen. Dabei beeinflussen auch Ängste der Therapeuten den Prozeß.

Das vollständige Video des Erstinterviews mit einem 15jährigen Jugendlichen mit Cannabis-Abhängigkeit soll diese Zusammenhänge verdeutlichen.

Samstag, 4.7.20, 9:00-10:15

Vortrag: Aktuelles aus der Forschungswerkstatt, M. Brehm

In diesem Vortrag wird  ein Einblick in die neuesten Arbeiten unserer Forschungswerkstatt gegeben. Anhand einzelner Beispiele aus Fallanalysen wird mit Hilfe von Mikroanalysen der Zusammenhang von zentralen Ereignissen in der Therapie und  therapeutischen Effekten nachgezeichnet. Dabei soll gezeigt werden, auf welchen Wegen sich positive und negative Veränderungen im Laufe des Prozesses vollziehen. Das Wissen darüber ermöglicht es den therapeutischen Prozess besser zu verstehen, sich in ihm zu orientieren  und ihn zu steuern. Schwierige Übertragungs- und Gegenübertragungskonstellationen lassen sich schneller überwinden.

Samstag, 4.7.20, 10:45-12:00

Vortrag: Wir beide zusammen – IS-TDP nach Davanloo meets VT, Y. Hänsch, G. Hummel, K. Dumalin-Kliesow

Seit fast 3 Jahren arbeiten und lernen wir gemeinsam. Dabei haben wir  immer wieder über unseren Tellerrand auf den Teller des anderen geschaut, uns inspirieren lassen und Brücken zum Verstehen gebaut. Die Ergebnisse  möchten wir mit Ihnen teilen. Zunächst werden  wir Ihnen die Übersetzung einiger Konzepte der IS-TDP in verhaltenstherapeutische Konzepte präsentieren. Diese Übersetzungen bieten für mit IS-TDP nach Davanloo arbeitende Verhaltenstherapeuten eine gute Grundlage  und Sicherheit für Verlängerungsanträge und deren therapeutische Positionierung. Die Psychotherapieforschung zeigt uns, dass die zentralen Wirkfaktoren der Psychotherapie unabhängig vom therapeutischen Verfahren  sind.  Neuere Therapieansätze wie die Schematherapie  nach Young oder CBASP nach Mc Cullough  sind integrative Therapieansätze, die sich an diesen Wirkfaktoren orientieren. In unserm Workshop wollen wir zeigen, dass die IS-TD nach Davanloo  ebenfalls dieser integrativen Sicht entspricht und in die moderne Therapielandschaft eingeordnet werden kann.

Eine Vertiefung des Themas erfolgt im gleichlautenden Workshop F.

Sonntag, 5.7.20, 09:00-10:00

Vortrag: Angst und Widerstand bei einem Patienten mit Zwangsstörung, F. Tressel

Aus dem Therapieverlauf eines Patienten mit Zwangsstörung werden unterschiedliche Sequenzen gezeigt. Sichtbar werden die teils ich-syntonen, charakterologisch verfestigten zwanghaften Abwehrmuster. Es wird deutlich, dass diese nicht nur dem Widerstand gegen emotionale Nähe dienen, sondern auch Angst reduzieren sollen. Gezeigt wird auch, wie videodokumentierte Sequenzen der Sitzungen gemeinsam mit dem Patienten analysiert wurden, um die ichsyntonen Muster in ihrer destruktiven Auswirkung für die Therapie und für die Alltagsbeziehungen noch deutlicher bewusst zu machen. Letztlich wird auch demonstriert, wie mit geeigneten Interventionen der Wille des Patienten herausgefordert wird, diese destruktiven Anteile seines Abwehrsystems zu überwinden.

Sonntag, 5.7.20, 13:00-14:00