„Mich kriegt der Krebs nicht!“ – Erstinterview

Vorgestellt wird die Behandlung einer 61-jährigen Patientin mit depressiver Symptomatik nach schwerer onkologischer Vorerkrankung. Sie hatte sieben Jahre zuvor aufgrund eines genetischen Risikos eine Brustkrebserkrankung mit operativer Entfernung von Eierstöcken und Brüsten sowie Chemo- und Strahlentherapie durchlebt. Die Patientin beschreibt sich als stets leistungsfähig und emotional belastbar; eigene Bedürfnisse und Schwäche wurden konsequent zurückgestellt. Affektiver Ausdruck, insbesondere von Angst und Trauer, war stark eingeschränkt. Auslöser der aktuellen Krise war die kürzlich diagnostizierte Vorstufe eines malignen Melanoms, nach der sie sich als emotional überfordert erlebte und mit dem Anliegen Hilfe suchte, dass „es so nicht weitergehen“ könne.

Im Video wird die erste IS-TDP-Sitzung gezeigt. Durch Fokus auf das Erleben der Gefühle in der Übertragungsbeziehung kann in der Sitzung ein Durchbruch ins Unbewusste erzielt werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann die Patientin Schuld-, Trauer- und liebevolle Gefühle gegenüber ihrer Mutter erleben, die vor 35 Jahren an Brustkrebs verstorben war. Der therapeutische Prozess setzt sich in der Folgesitzung fort, aus der ebenfalls Sequenzen gezeigt werden. Den Abschluss bildet eine spontane Zwischenbilanz der Patientin nach acht Sitzungen, welche subjektiv erlebte Veränderungen und zentrale therapeutische Wirkfaktoren verdeutlicht.

18. Jahrestagung 19.-21.06.2026: Vortrag am Freitag 19.06.2026 von Katharina Krämer