Jahresrückblick 2014

Gegen Jahresende möchten wir auch auf die vielfältigen Aktivitäten der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP zurückblicken. Mitglieder der Gesellschaft und Teilnehmer der Kurse geben mit den unten stehenden Beiträgen Einblick in die Aktivitäten dieses Jahres.

Gründung einer Weiterbildungsgruppe 2015 in Dresden

Im Jahr 2013 keimte die Idee, eine Weiterbildungsgruppe in Dresden zu gründen. Die verschiedenen themenbezogenen Seminare sowie die Live-Blocks wurden in Sachsen und Umgebung mit Flyern beworben. Auf diese Weise konnten neue Interessenten gewonnen werden. Dabei zeigte sich, dass zwischen dem Besuch eines IS-TDP-Seminars und der Entscheidung, IS-TDP zu lernen oft eine längere Zeit vergeht. Die Etablierung einer neuen Gruppe braucht langen Atem, in Dresden bedeutete dies einen Vorlauf von 2 Jahren.

Im Januar 2015 werden wir mit 10 bis 12 Teilnehmern starten. Die Gruppe besteht aus 6-8 neuen Teilnehmerinnen und 4 Teilnehmerinnen, die bereits mit IS-TDP gearbeitet haben. Basierend auf den langjährigen Erfahrungen der Weiterbildungsgruppen in Berlin, Nürnberg und Essen hat sich die Gruppe in Dresden die Intensivierung der Lehre zum Ziel gesetzt und erprobt neue Lehrmethoden. Die Teilnehmer werden in den Prozess der Umgestaltung der Lehre einbezogen.

7. Immersion Course: Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, Würzburg, 4.-6.7.2014

Im Juli 2014 hat in Würzburg der 7. Immersion Course, Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, stattgefunden. Dieser dreitägige Metapsychologiekurs findet jährlich im Sommer statt, er dauert von Freitag bis Sonntag und wird entweder im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg oder im Haus Klara in Zell am Main (bei Würzburg) abgehalten. Auch 2014 haben die Klostermauern uns eine besondere Auszeit beschert. Fern vom Alltagsgeschehen konnten wir im Kloster einerseits Einkehr und Besinnung auf uns selbst finden und andererseits den Tiefen der menschlichen Seele im Rahmen der vorgestellten Videos begegnen. Entspannung und Abkehr von der täglichen Routine in klösterlicher Ruhe, anregende körperliche und seelische Erfahrungen in den Vorträgen und Workshops, intellektuelle Bereicherung, lebendige Begegnungen, emotionale Mobilisierungund all dies eingerahmt von einem Verpflegungsangebot aus frisch zubereiteten erlesenen biologischen Mahlzeiten schufen eine angenehme Balance zwischen Aktivitäten im Tagungsbereich und Erholung und Einkehr im Privaten.
Thema des Immersion Kurses war die „Übertragungskomponente des Widerstandes“, engl. TransferenceComponentof Resistance oder kurz TCR. Früher legte Davanloo den Fokus auf die komplexen Übertragungsgefühle und den Twinfactor (komplexe Übertragungsgefühle CTF und Widerstand). Heute hebt er mehr den TCR hervor. Er will damit deutlich machen, von welch fundamentaler Bedeutung es ist, den Widerstand gezielt in die Übertragung zu bringen, ihn in den Übertragungswiderstand TCR zu verwandeln, wo er dann durch wiederholte Head-on Collisions zur Erschöpfung gebracht wird. Der Verlauf einer Therapiesitzung hängt entscheidend davon ab, wie rasch es gelingt, die Übertragungskomponente des Widerstands TCRin die Höhe zu drängen.
Ich freue mich auf 2015.

IS-TDP-Weiterbildungskurs in Nürnberg 2014

Der Nürnberger IS-TDP Kurs war der erst IS-TDP Kurs überhaupt. Leiterinnen waren anfangs Frau Dr. Gottwik und später Frau Dr. Weiss. Inzwischen ist die Leitung an Frau Dr. Ostertag übergegangen. Neben einem Theorieanteil der Leiterin wird immer auch ein Theorieteil von einem weiteren core-Mitglied vorgetragen. Auch die Supervisionen werden wechselnd übernommen. So kommt jeder Kursteilnehmer in den Genuss, verschiedene Videos der Leiterinnen zu erleben und auch von verschiedenen core-Mitgliedern supervidiert zu werden. Das ist sehr intensiv, da jeder etwas anders arbeitet. Auch die Kursteilnehmer der Gruppe haben teilweise gewechselt, da einige nach mehreren Jahren IS-TDP Arbeit ausgeschieden sind. Neue Kollegen kamen kontinuierlich dazu, auch jetzt ab Januar 2015 wird das wieder der Fall sein. Die Arbeit wird dadurch sehr bereichert, da gerade durch die Wiederholungen die einzelnen Bestandteile der IS-TDP immer wieder erneut bewusst gemacht werden und so kontinuierlich integriert werden können. Der Fortschritt der einzelnen Teilnehmer kann so am eigenen Leibe gut verfolgt werden, da man sowohl die Arbeit der „Neuen Kollegen“ als auch die Arbeit der „Erfahrenen“ verfolgen kann und dadurch alle Stadien der Arbeit und des Lernens parallel erlebt werden können. So erscheint das, was anfangs vielleicht als Nachteil betrachtet wurde, als Vorteil. Irene Ostertag und ihre Kollegen lenken mit sanfter Hand, aber zielstrebig und kontinuierlich zum Ziel des Kurses, die IS-TDP möglichst effektiv und gut zu lernen. Ob man es wahrhaben will oder nicht, immer ist auch ein Teil Selbsterfahrung mit dabei. Wenn man ihn ohne Wertung als einen Teil des kontinuierlichen Prozesses annehmen kann, führt dies zu einem noch besseren Ergebnis. Denn Dr. Davanloo sagt immer: “You are a honest person!”, sein oberstes Prinzip, nämlich sehr ehrlich mit sich selbst, mit den eigenen Patienten und mit den Kollegen zu sein.

Erfahrungsbericht aus der Nürnberger Weiterbildungsgruppe 2014

Die Gruppe in Nürnberg hatte in diesem Jahr fünf Mitglieder. Während wir zwei neue Teilnehmer in der Gruppe dazugewinnen konnten, zogen sich aber auch zwei in ihren verdienten Ruhestand zurück. Wichtige Themen im letzten Jahr waren die Übertragungskomponente des Widerstandes, sexualisierte Wut, Formulieren einer HOC, Therapie im Prozess und neurobiologische Abfuhrbahnen. Besondere Diskussionen löste das Thema Übertragungskomponente des Widerstandes aus, da sich diese schwer definieren und konzeptualisieren ließ. Als hilfreiches Modell konnte schließlich folgendes entwickelt werden.
Treffen wir im Kontakt mit Patienten auf Widerstände, so setzen sich diese aus zwei Komponenten zusammen. Einerseits einer Abwehr im psychoanalytischen Sinn gegen eigene, innere Impulse und Gefühle. Andererseits einem Widerstand welcher sich direkt gegen den Therapeuten richtet und sich häufig als ein Widerstand gegen emotionale Nähe manifestiert. Diese zweite, gegen den Therapeuten gerichtete Komponente bezeichnen wir als Übertragungskomponente des Widerstandes.
Erstmalig wurde dieses Jahr versucht, ein closed circuit live-Interview in Nürnberg zu verwirklichen. Dies scheiterte schließlich jedoch an der fehlenden Verfügbarkeit von Patienten vor Ort, die sich für ein solches Vorgehen zur Verfügung stellen wollte.

 

Berliner Weiterbildungsgruppe 2014

Die Berliner Weiterbildungsgruppe besteht unter der Leitung von Frau Dr. Orbes schon seit vielen Jahren, ich selbst bin seit drei Jahren als Mitglied dabei. In dieser Zeit hat sich ein stabiler Teilnehmerkreis gebildet, von denen viele aus dem Norden kommen: Hamburg, Bremen, Rendsburg, Stralsund, Ribnitz-Damgarten, außerdem Berlin und Köln/Bonn. Unsere Kolleginnen aus Dresden und Hannover werden ihre Weiterbildung in Dresden fortsetzen – für uns ein bedauerlicher Verlust – für die IS-TDP ein großer Gewinn. Im dritten Jahr in Folge hatte jeweils im November ein/e Kollege/in die Möglichkeit zu einem Live-Erstinterview. Diese Form der Ausbildung ist nach meiner Erfahrung so intensiv und gewinnbringend (auch für die Gruppe), dass sich die damit verbundene Aufregung und Anspannung vielfach lohnt. Sehr bereichernd erlebe ich die Arbeit mit den verschiedenen Gastdozenten/innen, die den doch manchmal weiten Weg nach Berlin für ein Wochenende nicht scheuen.

Fünf Jahre IS-TDP Weiterbildungsgruppe in Essen

Die Essener IS-TDP-Gruppe belohnte ihr fünfjähriges Bestehen in diesem Jahr mit einem Besuch des Folkwang-Museums und anschließendem feierlichen Abendessen. Die Gruppe weist eine hohe Teilnehmerkonstanz auf, was bei der intensiven Arbeit an den Supervisionsterminen mit der immer eintretenden Gruppenmobilisierung eine Stärke darstellt. Die ausgleichende Art des Kursleiters hat hieran ihren Anteil.

Als einer von zwei kinder- und jugendpsychiatrisch tätigen Kollegen der Gruppe freue ich mich über jeden Besuch der kinder- und jugendpsychiatrischen Supervisorin, die uns die Besonderheiten der Behandlung Heranwachsender mit IS-TDP immer wieder verdeutlicht. Besonders hilfreich zeigte sich an den letzten Terminen die direkte Begleitung der Gesprächsführung im Rollenspiel. Während der Prozess bei den Videositzungen zur Supervision nicht mehr veränderbar ist, lassen sich im Rollenspiel mit unübertreffbarer Präzision die Beachtung der unbewussten Botschaften des Klienten und eine zielführende Intervention hierauf üben. Auch diese Form der Supervision soll ihren Platz haben.

Weiterbildungskurs in Essen 2014

Thematisch und technisch wurde in 2014 innerhalb der ISTDP-Weiterbildungskurse in Essen u.a. wiederholt die Wichtigkeit der Konfliktdreiecke für die Lehre der Methode deutlich (Konzept ursprünglich von H. Ezriel (1952), und K. Menninger (1958),in der Folge modifiziert von H. Davanloo und D. Malan). Besonders für die klinische Arbeit mit Patienten/innen, die frühe Traumatisierungen aufweisen, erwies sich dieses Konzept als sehr hilfreich. In Zusammenhang mit der Arbeit innerhalb der Dreiecke wurden insbesondere während des November-Wochenendes konkrete Lernmöglichkeiten durch das Fokussieren auf die prozesshaften Bewegungen innerhalb der Konfliktdreiecke angesprochen.

Zukünftige Trainings könnten in der Videoanalyse und innerhalb von Rollenspielen einen Schwerpunkt auf das detaillierte Verstehen der Bedeutung der Konfliktdreiecke setzen, da viele weitere wichtige technische Charakteristika der ISTDP direkt mit den Konfliktdreiecken in Verbindung stehen und ein vertieftes Erlernen von spezifischen Interventionen, unter Beachtung des individuellen Prozesses, erreicht werden kann.

Schwerpunkt in Essen: IS-TDP in der Kinder- und Jugendlichepsychotherapie

Derzeit ist die Zahl der Kinder- und Jugendlichenpsychiater und –psychotherapeuten, die IS- TDP einsetzen, noch klein. Für die Behandlung von Erwachsenen wurden inzwischen verschiedene hilfreiche Leitfäden erstellt, die sich jedoch in vielen Fällen nicht unmittelbar und vollständig auf die Therapie von Kindern und Jugendlichen übertragen lassen.

Daher sind wir sehr froh darüber, dass wir auch 2014 wiederholt die Gelegenheit dazu bekamen, unsere bisherigen Erfahrungen mit der Methode durch fortwährend fachkundige Supervision, aber insbesondere auch durch kinder- und jugendspezifische Anleitung zu vertiefen. So gab es in diesem Jahr sowohl während mehrerer Wochenendseminare in Essen als auch während des Metapsychologiekurses in Würzburg intensive Kleingruppenarbeit mit kinder- und jugendpsychiatrischem Schwerpunkt. Dabei wurden unsere Erfahrungen mit der Methode immer wieder aktiv miteinbezogen, so dass längerfristig vielleicht auch durch den intensiven Austausch untereinander eine Umgestaltung der Methode in Richtung einer kinder- und jugendtypischen Anwendung gemeinsam möglich werden könnte.
Übereinstimmend ergeben sich bereits jetzt die folgenden Erfahrungen: Insbesondere bei Kindern und jüngeren Jugendlichen bedarf es häufig sehr viel weniger Sitzungen als bei Erwachsenen, um eine Entlastung zu erreichen. Daher beenden diese Patienten dann auch die Behandlung zunächst zeitnah, nehmen sie aber nicht selten zu einem späteren Zeitpunkt bei erneuten Schwierigkeiten, die auch ganz anders als zuvor gelagert sein können, bereitwillig wieder auf. Insbesondere die Kinder verblüffen uns immer wieder: Sie sind oft viel schneller im Verlauf der einzelnen Sitzung als Erwachsene, da der Zugang zum Unbewussten noch nicht durch massive Abwehrschranken behindert ist. Auch „laufen wir im Therapieprozess den Kindern häufig hinterher“, die lange vor uns bei den Schuldgefühlen angekommen sind.
Von großer Bedeutung bei Kindern und Jugendlichen ist es, vor Beginn einer Therapie mit IS-TDP, sowohl die Eltern als auch ihre Kinder ausführlich über die Methode zu informieren. Ohne die Rückendeckung der Eltern gelingt die Therapie beim Kind nicht. Letztendlich lässt sich immer wieder erkennen, dass die IS-TDP gerade im Kindes- und Jugendalter gut und erfolgreich angewendet werden kann. Es macht uns viel Freude, gerade diese jungen Patienten begleiten zu können und die Methode gemeinsam weiter zu entwickeln.

Live-Supervision in Dresden, Januar und September 2014

Im Januar und im September 2014 fanden live-Supervisionsblocks in Dresden statt. Neben KursteilnehmerInnen aus den bestehenden Weiterbildungsgruppen nahmen neu interessierte KollegInnen aus Dresden teil, die zuvor bereits ein Einführungsseminar oder ein themenbezogenes Seminar besucht hatten. Die Atmosphäre war offen, alle ließen sich vom Prozess involvieren und bereicherten mit konstruktiven Fragen oder Bemerkungen die gemeinsame Arbeit. Die Erfahrung zeigt, dass ein gutes und enges Zusammenarbeiten von Therapeut und Supervisor im live-Prozess für gute Ergebnisse sorgt, von denen dann alle Anwesenden profitieren. Überhaupt gelingt es den Dresdener Kolleginnen immer wieder, eine kreative und anregende Arbeits- und Lernatmosphäre zu schaffen.

Workshop in Dresden (transgenerationale Traumatisierung und generationsübergreifende Psychopathologie), 23.-25.5.2014

Im Mai 2014 fand im Vortragssaal des Klinikums Dresdner Neustadt der Workshop „Bis ins dritte und vierte Glied? Transgenerationale Traumatisierung und generationenübergreifende Psychopathologie und deren Auflösung mit der Psychodynamischen Kurzzeittherapie nach Davanloo“ statt.

Dies war ein dreitägiger Workshop unter Leitung von Gerda Gottwik, mit insgesamt drei Videobeispielen und Erläuterungen zum Thema. Cordula Barthe hielt einen spannenden Vortrag zum Stand der Forschung zur transgenerationalen Weitergabe von Traumata, und berücksichtigte dabei Neurophysiologie, Hormonachsen und Epigenetik. Maria Lindner zeigte aktuelle audiovisuelle Fallbeispiele zur Theorie der IS-TDP, zu Abwehrmechanismen und zur Analysephase. Yvonne Hänsch hatte die Moderation sowie die Durchführung der Rollenspiele übernommen. Die Veranstaltung war gut besucht, und was uns sehr freute, auch viele erfahrene KollegInnen, die sonst mit anderen Methoden arbeiten, haben daran teilgenommen.

Workshop „Angst ist nicht gleich Angst“ und Live-Supervision in Dresden, 26.-29.9.2014

Im September 2014 hat ein zweitägiger Workshop vor einem anschließenden zweitägigen Live Supervisionsblock stattgefunden, der das Thema „Angst ist nicht gleich Angst, Diagnostik und Therapie“ fokussierte. Cordula Barthe hielt einen umfassenden Literaturvortrag zum Thema Angst. Im ersten Teil wurde die Neurophysiologie der Angst fokussiert, im zweiten Teil die Angsterkrankung unter dem Gesichtspunkt der Objektbeziehungstheorie beleuchtet. Daraus entstand die Idee für einen späteren Vortrag oder Aufsatz, die Objektbeziehungstheorie mit der Metapsychologie der IS-TDP nach Davanloo in einen Dialog treten zu lassen.

Die Dresdener Workshops waren mit Flyern in Sachsen und in den angrenzenden Bundesländern beworben worden, wodurch neue KollegInnen Interesse an der IS-TDP nach Davanloo fanden. Eine echte Herausforderung bestand darin, Neueinsteigern die IS-TDP unter einem spezifischen Thema zu vermitteln. Es zeigte sich, dass das Thema Angst hierfür besser geeignet war als das Thema der transgenerationalen Traumatisierung.
Diese Form themenzentrierter Seminarescheint dazu geeignet zu sein, neue Kollegen für die IS-TDP zu interessieren. Bemerkenswert war, dass die KollegInnen, die über diese Seminare zur IS-TDP nach Davanloo kamen, hinterher mehr von der Methode als vom angebotenen Thema fasziniert waren. Für November 2015 ist bereits eine Folgeveranstaltung geplant.

Regionalgruppe in Stralsund

Vor drei Jahren ist unsere kleine Intervisionsgruppe im Nordosten entstanden. Zusätzlich zu den Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP (auch in der Berliner Gruppe) treffen wir uns mit Gewinn abwechselnd in Stralsund (Dr. Friederike Lampe) und Ribnitz-Damgarten (Dipl.-Psych. Susanne Krumnow). Im vergangenen Jahr haben wir Kollegen und Kolleginnen eingeladen, um über IS-TDP zu informieren. Die Kollegen empfanden es sowohl einleuchtend als auch ungewohnt, die unbewussten Schuldgefühle als pathogene Kraft anzusehen und die Übertragung konsequent zu nutzen. 2015 werden wir erneut einladen und hoffen auch auf Resonanz bei neu Niedergelassenen. Wir freuen uns, dass wir als Regionalgruppe mit einer eigenen Homepage über die Internetpräsenz der IS-TDP   (stralsund.istdp.de) – Dank an Herrn Dr. Tressel! – informieren und einladen können.

Jubiläumsveranstaltung: 30 Jahre Schweizer Gesellschaft für IS-TDP, Bern, 21.-23.11.2014

Vom 21. – 23. November haben einige von uns in Bern mit der Schweizer Gesellschaft für IS-TDP deren 30. Geburtstag gefeiert. Der Kongress „Somatization, Anxiety and Depression“ fand in dem zauberhaften Schloss Bümpliz in Bern statt. Heiner Lachenmeier gab uns einen Überblick über die Entstehung und Geschichte der Schweizer Gesellschaft der IS-TDP, Rudolf Bleuler veranschaulichte uns die Dynamik der Unbewussten Therapeutischen Allianz UTA am Beispiel eines ängstlich-depressiven Patienten. Es fanden Rollenspiele unter der Leitung der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP statt. Der Samstag war im Ganzen Herrn Allan Abbass gewidmet, der einen reichhaltigen Bestand an Forschungsergebnissen aufzuweisen hat, und der uns Videos von hoch widerständigen und von fragilen Patienten vorstellte. Schwerpunkt auch hierbei war die Somatisierungsstörung. Allan Abbass hat anhand von Zahlenmaterial sehr gut veranschaulichen können, wie effektiv und auch wie kosteneffektiv (vor allem bei Somatisierungspatienten) die IS-TDP für die Gesundheitssysteme ist. Überzeugend konnte Abbass seine wirkungsvolle Arbeit im Personen- und im Konfliktdreieck und das stufenweise Vorgehen zum Aufbau von Angsttoleranz darstellen. Am Abend verzauberte uns der Magier und Gedankenleser Federico Soldati mit seinem reichhaltigen Repertoire aus der Welt der Zauberei und des Mentalismus. Er entführte uns im Restaurant „Innere Enge“ in eine Welt, wo die Grenzen zwischen Realität und geheimnisvoller Hexerei aufgehoben sind. Am Sonntag vermittelte uns Waltraud Malin die Anwendung der IS-TDP bei posttraumatischer Belastungsstörung, Pierre-Alain Emmenegger stellte eine Frau mit reaktiver Depression und Angst vor. Den letzten Beitrag zur Veranstaltung zeigte Ingrid Orbes mit einem Patienten mit Angst, Panik und Somatisierungsstörung. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Danke an die Schweiz.

IS-TDP bei der Psychotherapiewoche in Erfurt, 13.-17.9.2014

IS-TDP goes Erfurt

Zum ersten Mal war dieses Jahr die IS-TDP bei der Erfurter Psychotherapiewoche dabei, die zum 22.Mal vom 13.-17.September stattfand. Irene Ostertag und Gerda Gottwik gestalteten zusammen einen 20stündigen Kurs und wurden von Yvonne Hänsch, unter deren Leitung eine dritte Rollenspielgruppe möglich war, unterstützt.
32 interessierte TeilnehmerInnen, die zum größten Teil keine Erfahrung mit der Methode mitbrachten, waren offen für die „neue“ Methode. Viele waren durch die Assoziationen, die sie mit dem Begriff „intensiv“ und „psychodynamisch“ verbinden auf den Kurs aufmerksam geworden. Es entwickelte sich, v.a. in den Rollenspielen, eine engagierte Mitarbeit mit vielen sachkundigen und offen kritischen Fragen und Diskussionen in einer guten kollegialen Atmosphäre, die auch durch einige technische Probleme nicht eingeschränkt wurde. Mehrere KollegInnen äußerten Interesse an einer fortlaufenden Weiterbildung in IS-TDP.
Erfreulicherweise ist bereits ein erneuter Kurs für die 23.Psychotherapiewoche 2015 geplant: es geht in Erfurt weiter mit IS-TDP!

Vortrag und Videopräsentation in Malente-Gremsmühlen, 30.8.2014

Die Norddeutsche Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie (NGaT) ist eine Fachgesellschaft für Psychotherapeut-Innen, die seit mehr als 45 Jahren der Fortbildung, Qualitätssicherung und dem Erfahrungsaustausch dient.

In den monatlichen Treffen finden Fortbildungszertifizierte Supervisions-, Intervisions- und Balintgruppen statt sowie Vorträge und Workshops.
In diesem Rahmen habe ich am 30. August 2014 einem Kollegenkreis von circa 25 Teilnehmern unter dem Titel „Übertragung und Widerstand in der IS-TDP“ die IS-TDP anhand eines Vortrags mit Videopräsentation vorgestellt.
Das Interesse war rege, die Diskussion angeregt und für den Großteil der Teilnehmer war es der erste Kontakt mit IS-TDP.

Einführung in die IS-TDP, Andernach, 22.-23.5.2014

Im malerischen Andernach, wo Eifel und Rhein aufeinandertreffen, ist das Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel (Annelise Heigl-Evers Institut) ansässig. Seit April 2012 ist das Institut in der „Roten Schule“ beheimatet, die, im neogotischen Stil erbaut und denkmalgeschützt, in unmittelbarer Nähe zu den Rheinanlagen und gleich neben dem berühmten Runden Turm gelegen ist. Am 22.05. und am 23.05.14 haben Angela Schmitt und Frieder Tressel dort ein Einführungsseminar IS-TDP gegeben. Es waren etwa 40 interessierte KollegInnen anwesend und die Idee eines neuen Fortbildungskurses mit Sitz in Andernach bekam Kontur. Für 2015 wünschen wir uns einen zweiten Einführungskurs, um weitere Kolleginnen und Kollegen für die IS-TDP begeistern zu können.

Jahreskongress der DGPM in Berlin, 26.-29.3.2014

Beim diesjährigen Jahreskongress der DGPM, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, in Berlin-Dahlem vom 26. bis 29. März 2014 war für den „Filmraum“ ein einstündiger Videovortrag mit folgendem Titel angenommen worden: „Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo. Präzisierung und damit Intensivierung des psychodynamischen Übertragungsgeschehens durch Videotechnologie“. Die ersten Minuten eines Erstinterviews wurden mit dem Ziel, die Wahrnehmung zu schulen und beobachtbare Zeichen von Angst zu beschreiben, wiederholt gezeigt. Etwa 20, meist jüngere TeilnehmerInnen beteiligten sich angeregt und diskutierten lebhaft.

Wir erhoffen uns für 2015, dass die Deutsche Gesellschaft für IS-TDP auf dem Jahreskongress der DGPB einen Beitrag leisten darf, der auf Abwehrmechanismen fokussiert.
Insgesamt war der Kongress sehr belebend, zumal Michelle Brehm gute Tipps für die wichtigsten aktuellen wissenschaftlichen Vorträge gegeben hatte.

Zweitägige Einführung in die IS-TDP an der MDAP in Quedlinburg, 7.-8.2.2014

Im Februar fand eine zweitägige Einführung in die IS-TDP an der mdap, Mitteldeutsche Akademie für Psychotherapie, statt, die seit 2004 Fort- und Weiterbildungskurse für psychologische Psychotherapeuten und psychotherapeutisch tätige Ärzte anbietet. Die zwanzig TeilnehmerInnen aller Altersstufen, überwiegend aus den neuen Bundesländern, ließen sich begeistern, bis hin zu dem Wunsch, IS-TDP noch besser kennen zu lernen.
Die mittelalterliche Stadt ist ein Erlebnis und mehr als eine Reise wert. Quedlinburg ist Weltkulturerbe der UNESCO. Am Fuß des Harz gelegen, reich an überwältigend vielen wunderschönen Fachwerkhäusern wird sie überthront vom Quedlinburger Dom, einem Denkmal hochromanischer Baukunst.
Wir freuen uns immer wieder über eine Einladung nach Quedlinburg.

Theorieseminare in Würzburg 2014

Unsere Theorieseminare fanden 2014 im März und im November 2014 in einem gemütlichen fränkischen Landgasthof statt, bei einem Wirt, der seine Gäste mit einem „rundum glücklich Paket“ verwöhnte.

Dieser Rahmen trug zu einer interessierten und engagierten Teilnahme bei allen bei. Von der fruchtbaren Arbeitsatmosphäre konnten auch wir sehr profitieren und es war ein Prozess von gegenseitigem Lernen und intensivem Austausch.
Es wurde von den Seminarteilnehmern sehr begrüßt, Davanloo in seinem historischen Kontext eingebettet zu sehen und so ein umfassendes Verständnis für seine Metapsychologie zu entwickeln.

Grundzüge der Entwicklungspsychologie und Neurobiologie brachten ein breiteres Verständnis für das Erleben der Gefühle und die Prozesse des Durcharbeitens.
Beim letzten Frühlingsseminar 2014 lag der Schwerpunkt auf Davanloos Affekttheorie unter Bezugnahme auf Begriffe der analytischen Affektlehre und der Bindungstheorie Alan Schores in Verbindung mit weiteren neuen Erkenntnissen der Hirnforschung.
Im jetzigen Seminar im November 2014 wollen wir das Thema „Trauma vertiefen“ und der Frage nachgehen, was Davanloo darunter versteht, wie immer mit dem bewährten Mix aus Theorie und Videodemos.

Im weiteren wollen wir uns mit technischen Fragestellungen der ISTDP beschäftigen.

Dr. phil. Waltraud Malin und Dr. med. Harald Posininsky

 

161. bis 168. Arbeitstreffen der Mitglieder der DG für IS-TDP in Nürnberg

Im Jahr 2014 trafen sich die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP insgesamt acht Mal. Seit der Gründung haben bisher 168 Arbeitstreffen der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP stattgefunden. Die KollegInnen nutzten die Arbeitstreffen zur Intervision ihrer laufenden Therapien sowie zur Qualifizierung ergebnisreicher Sitzungen, die sich für die Lehre eignen. So wurde während dieser Arbeitstreffen auch der 7. Immersion Course oder Metapsychologiekurs Würzburg vorbereitet. In der Regel wird der Samstagvormittag zur Diskussion anliegender Themen verwendet. Ein Highlight waren die Vorträge von Frau Brehm im Juli zu den Themen „Neuere Ansätze dynamischer Psychotherapien“ und „Prozessevaluation“.

 

Neue Entwicklungen im Feld der Psychodynamischen Psychotherapien / Prozessevaluation

Im Sommer habe ich in Nürnberg einen Vortrag über neue Entwicklungen im Feld der Psychodynamischen Therapien – Perspektiven aus der Psychotherapieforschung – gehalten. Dabei wurden die neuesten Trends und Sichtweisen im Feld der Psychodynamik dargestellt. Es wurde diskutiert, ob eine neue psychodynamische Krankheitslehre angebracht sein könnte. Neue Behandlungsformen und Trends mit Bezug zur Therapieforschung wurden dargelegt und die neuesten Trends aus der Psychotherapieforschung in den Blick genommen.

Weiterhin wurde in Berlin ein Projekt ins Leben gerufen, um für die IS-TDP einen Fragebogen zur Prozessevalutation zu entwickeln.

Closed-Circuit Training Workshop mit Dr. Davanloo in Montreal (Kanada) 2014

Seit einigen Jahren nehmen einige Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP an den Closed Circuit Training Workshops von Davanloo in Montreal teil. Hierbei handelt es sich um ein wissenschaftliches Forschungsprojekt von Davanloo, bei welchem die Teilnehmer als Interviewer und Interviewte die Methode der ausgedehnten Mobilisierung des Unbewussten kennenlernen. Hierbei hat Davanloo die Übertragungsneurosen ins Zentrum seiner Forschung gestellt.

Davanloo hat sein Spektrum der neurotischen Störungen durch eine neue Einteilung ergänzt. Er postuliert, dass der Zeitpunkt des Bindungstraumas den Zeitpunkt der Fusion von Wut- und Schuldgefühlen bestimmt und damit die Qualität der mörderischen Wut und auch die Qualität der Schuldgefühle.
Davanloo unterscheidet folgende drei Gruppen:
In der ersten Gruppe finden sich Patienten, bei denen keine intergenerationale Weitergabe der neurotischen Pathologie vorliegt. Bei diesen Patienten geht die Fusion von primitiv mörderischer Wut und Schuldgefühlen auf das 4. oder 5. Lebensjahr oder später zurück. Die Therapiemethode der Wahl für die Gruppe 1 ist die IS-TDP. Patienten aus der Gruppe 1 sind aufgrund ihres gesunden Abwehrsystems vor der Ausbildung einer Übertragungsneurose geschützt.
Die zweite Gruppe von Patienten ist dadurch gekennzeichnet, dass über Generationen hinweg kompetitive Destruktivität weitergegeben wurde. Davanloo nennt diese Form der Weitergabe Intergenerational Destructive Competitive Transference Neurosis (Intergenerationale destruktive kompetitive Übertragungsneurose). Die intergenerationale destruktive kompetitive Übertragungsneurose zeichnet sich dadurch aus, dass die Fusion von Wut und Schuldgefühlen zurückgeht auf die Zeit der Geburt und die Jahre danach, bis etwa zum 4. oder 5. Lebensjahr.
Zur dritten Gruppe gehören Patienten der Gruppe 2, die zusätzlich eine Übertragungsneurose zu einem Therapeuten (Kollegen/Supervisor/Chef) entwickelt haben. Diese Form der Neurose entsteht im Erwachsenenalter.
Die ausgedehnte Mobilisierung des Unbewussten mit analytischer Befragung und multidimensionaler Umstrukturierung des Unbewussten ist die Therapiemethode der Wahl bei Gruppe 2 und 3. Die Standart-Methode IS-TDP ist kontraindiziert, da mit ihr keine Langzeiterfolge zu erzielen sind und da das Risiko der Ausbildung einer Übertragungsneurose sehr hoch ist.
Menschen mit Übertragungsneurosen geben ihre Neurose an Partner und Kinder oder Patienten weiter. Menschen mit intergenerationaler destruktiver kompetitiver Übertragungsneurose und Kinder mit fehlendem oder unreifem Abwehrsystem sind ganz besonders gefährdet dafür, dass sich eine Übertragungsneurose in ihrem Unbewussten ausbreitet und festsetzt. Sowohl Patient als auch Therapeut können beide durch eine gegenseitige Übertragungsneurose in destruktiver Weise miteinander verwickelt sein. Eine Übertragungsneurose entsteht in der IS-TDP dann sehr leicht, wenn der Therapeut nicht mit seinem eigenen Unbewussten aufgeräumt hat.
Es hat sich gezeigt, dass etwa 2/3 der Teilnehmer der Closed Circuit Training Workshops zur Gruppe 2 oder zur Gruppe 3 gehören.
In den jährlich im Oktober in Montreal stattfindenden ANNUAL AUDIOVISUAL IMMERSION COURSES hat Davanloo seine neuesten Erkenntnisse anhand von Videos aus den Closed Circuit Traning Workshops bereits mehrfach vorgestellt. Insbesondere im Oktober 2014 haben mehrere Teilnehmern aus den Workshops durch sehr persönliche Vorträge einen bewegenden Einblick in die Dynamik dieser Arbeit gegeben.