Der Vortrag gibt einen Einblick in aktuelle Arbeiten unserer psychodynamischen Forschungswerkstatt. Methodisch folgt die Studie einem deduktiv angelegten qualitativen Einzelfalldesign mit instrumenteller Triangulation. Untersucht werden psychodynamische und strukturelle Veränderungsprozesse im Verlauf einer fünfjährigen Psychotherapie eines therapieresistenten depressiven Patienten. Zur differenzierten Prozess- und Ergebnisanalyse kamen mehrere etablierte Instrumente zum Einsatz, darunter die Achievement of Therapeutic Objectives Scale (ATOS), die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD-3), die Heidelberger Umstrukturierungsskala (HUS), das Global Assessment of Functioning (GAF) sowie der Psychodynamic Functioning Scales (PFS).
Ziel der Studie war es, affektive, beziehungsdynamische, konfliktdynamische und strukturelle Veränderungen im Therapieverlauf systematisch zu erfassen und diese in Beziehung zu den theoretischen Annahmen des IS-TDP-Wirkmodells zu setzen. Die Ergebnisse erlauben eine differenzierte Beschreibung therapeutischer Veränderungsprozesse und liefern Hinweise auf zentrale Wirkfaktoren bei komplexen und chronifizierten depressiven Störungsbildern.
18. Jahrestagung 19.-21.06.2026: Vortrag am Samstag 20.06.2026 von Michelle Brehm und Alain Müller
