Autorenname: Angela Schmitt

Haben Sie keine Angst, dass der Patient tatsächlich wütend handelt – bei Ihnen in der Sitzung oder auch außerhalb der therapeutischen Sitzung?

Man muss unterscheiden zwischen dem tatsächlichen inneren Erleben von kindlichen Wutgefühlen und der Abwehr eben dieser Wutgefühle. Ein Ausagieren der inneren Spannung in Form von explosivem Verhalten oder Handgreiflich-werden ist als Abwehr der kindlichen Wutgefühle zu werten. Da dieses Ausagieren der inneren Spannung in Relation zur projektiven Angst steht, sind ein sorgfältiges Monitoring der Angst und eine rasche Erhöhung der Angsttoleranz die besten Maßnahmen gegen ein Ausagieren der inneren Spannung.

Die kindlich mörderischen Wutgefühle und die reaktiven Schuldgefühle hängen im Unbewussten fest und sorgen für Leiden und Destruktivität im Leben des Betroffenen. Wenn die tatsächlichen kindlichen Wutgefühle mobilisiert werden, ins Bewusstsein gelangen und über die neurobiologischen Bahnen nach außen abgeführt werden, dann hängen an diesen Wutgefühlen immer auch Schuldgefühle. Wir sagen, Wut- und Schuldgefühle sind im Unbewussten fusioniert. Ein Erleben und Abfließen dieser Gefühle über die neurobiologischen Bahnen ist eine Garantie dafür, dass es nicht zum Ausagieren kommt. Deshalb soll es Ziel jedes Therapeuten, der nach Davanloo arbeitet, sein, die Übertragungskomponente des Widerstandes in der ersten und in jeder folgenden Sitzung so hoch wie möglich zu mobilisieren, damit das tatsächliche, körperliche Erleben der kindlichen Gefühle stattfinden kann. Die Schuldgefühle im UBW stellen den Hauptwiderstand gegen das Erleben der Gefühle dar. Mit jedem Abfließen von Schuldgefühlen leert sich das pathogene Reservoir im UBW und damit verringert sich das Ausmaß an maligner Abwehr und damit verringert sich die Gefahr explosiven oder bösartigen Verhaltens, sowohl in der Therapiestunde als auch im Außen.

Angela Schmitt

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Workshop 11 & 15: Die intergenerationale destruktiv-kompetitive Übertragungsneurose nach Davanloo, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Eine 17jährige Jugendliche mit Anorexie erkennt die Wurzeln ihrer Krankheit. Anhand von Videos (in ganzer Länge) werden Davanloos Techniken vorgestellt: Davanloos Technik der Mobilisierung des Unbewussten, Davanloos Technik der optimalen Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstandes, Davanloos Technik der psychoanalytischen Befragung des Unbewussten nach vollständigem Entfernen des Widerstandes und Davanloos Technik der multidimensionalen unbewussten Strukturveränderungen.

Es wird die Belegung der beiden Workshops nacheinander empfohlen.

Zielgruppe: Fortgeschrittene
Teilnehmerzahl: maximal 25

Angela Schmitt

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How do you feel towards me? – Ein Erfahrungsbericht aus Montreal

Unsere Jahrestagung 2017 in Berlin wird den Titel haben: „Wie fühlen Sie mir gegenüber?“

Wie oft haben wir unseren Patienten diese Frage schon gestellt? Wie oft haben wir uns in den Closed Circuit Training Workshops in Montreal diese Frage gegenseitig gestellt?

Wie oft hat Davanloo diese Frage seinem Gegenüber in all den Jahrzehnten schon gestellt?

Es gab einen Moment in einem Closed Circuit Training Workshop im Frühjahr 2016, den ich nicht vergessen werde. Wir analysierten gerade zum x-ten Mal das Video eines sehr guten Interviews, das zwei Workshop-Teilnehmer miteinander gemacht hatten. Es war eine kurze Arbeit von etwa 15 bis 20 Minuten, bei dem es nach einer Minute zu einem tiefen und insgesamt sehr bewegenden Durchbruch ins Unbewusste gekommen war und zu einem enorm machtvollen Erleben und Abfließen von Schuldgefühlen. Davanloo sagte damals: „You see, it is teachable. It is not a matter of charisma, it is not a matter of magic, it is not a matter of genius. It is teachable. You can learn it.“ Er meinte damit, dass wir lernen können, die Übertragungskomponente des Widerstandes in die beste Position zu bringen, um dadurch hohe Mengen an Wut, Sadismus und Schuldgefühlen zu entfernen und um damit nicht nur die Ausbildung von Übertragungsneurosen zu verhindern, sondern vor allem, um multidimensionale strukturelle Veränderungen im Unbewussten zu ermöglichen. So dass sich eine (auch in frühen Lebensmonaten) beschädigte unbewusste Abwehrorganisation hin zu einer funktionsfähigen, gesunden unbewussten Abwehrorganisation entwickeln kann. So dass das Individuum wieder „Herr im eigenen Hause“ werden kann und nicht in dem Kolonialismus aus verdrängten Wut- und Schuldgefühlen gefangen bleibt. So dass menschliche Beziehungen wieder von Liebe und Wertschätzung bestimmt werden und nicht mehr von kompetitiver Destruktivität.

Das war der Moment, in dem ich mich endgültig entschieden habe, meine Arbeitsweise zu verändern und Davanloos alte und vor allem aber die neueste Lehre (letztere gereift wie ein sehr guter sehr alter Wein) möglichst präzise umzusetzen. Ich habe damals auch beschlossen, mit meinen Patienten zusammen alle Videos anzuschauen. Diese Art zu arbeiten ist sehr fruchtbar. Die Analysephasen sind seither sehr kurz. Ich bitte meine Patienten, mit mir gemeinsam die Videos zu analysieren. Ich lerne dabei sehr viel.

Ich möchte die Leser des Newsletters fragen: „Was tun SIE, wenn eine IS-TDP Therapiestunde   misslingt?“

Davanloo hat tausende Videos analysiert. Immer wieder vorwärts- und rückwärts gespult, um das Unbewusste tiefer und tiefer zu erforschen. Es gibt Videos, die hat Davanloo hunderte Male analysiert. Haben wir das je getan? Um besser und besser zu begreifen. Um Gefühle, Widerstand und die verschiedenen Formen der Übertragungsneurosen zu ergründen. Um den Rhythmus des Unbewussten zu erspüren und um im Einklang („auf der gleichen Welle“) zu sein mit den Bewegungen des Unbewussten.

In dieser gründlichen, sorgfältigen Art, voller Ehrlichkeit, voller Integrität, voller Humor und Zartgefühl, kämpft Davanloo für die emotionale Freiheit des Menschen. In dieser schnelllebigen, oberflächlichen Zeit erinnert mich seine unvergleichliche Art zu forschen und zu lehren an alte würdevolle Meister. Vielleicht an Mozart oder Bach, die von ihrer Musik durchdrungen und echte Genies waren.

Die Kunst, Klangkörper zu sein für die Misstöne und für die schöne Musik, die aus den unbewussten Tiefen des Patienten klingt. Und die Kunst, den Einsatz nicht zu verpassen und im rechten Augenblick mit Entschlossenheit und Kampfesmut die Hand zu reichen, damit die Angst überwunden werden kann.

„How do you feel towards me?“

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Weitergabe von Neurosen über Generationen und Weitergabe von Neurosen im Rahmen der Therapie ….. der „Cycle of Abuse“, Angela Schmitt & Christian Iten

Davonloos Forschung aus den Jahren 1976 bis 2015 beweist, dass die intergenerationale kompetitive destruktive Übertragungsneurose und die Übertragungsneurosen mit Therapeuten verantwortlich sind für maligne Charakterwiderstände, für übergreifende Beschädigungen (funktioneller und schlimmstenfalls struktureller Art) der Unbewussten Abwehrorganisation und für die chronische, vom Patienten nicht oder kaum bemerkte Anwesenheit unbewusster Angst.

Von Davanloo als CYCLE OF ABUSE benannt, zeigt sich ein generationenübergreifender Kreislauf von Destruktivität und Missbrauch, der in psychodynamischen Therapien seine Fortsetzung findet.

Im Vortrag soll dargestellt werden, wie der CYCLE OF ABUSE entsteht und weitergegeben wird und welche Möglichkeiten der Behandlung Davanloo empfiehlt.

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Multidimensionale Umstrukturierung bei Jugendlichen, A. Schmitt

Erhöhung von Angsttoleranz und Emotionstoleranz bilden die Voraussetzung für das weitere Durcharbeiten der ins Unbewusste verdrängten schmerzlichen Gefühle. Es wird das Umstrukturieren von Angst bei einem 15jährigen gezeigt, das Installieren der beiden Dreiecke bei einem 16jährigen. Eine Mutter von zwei Kindern mit zwanghaftem Grübeln wird gezeigt, und welch positive Auswirkung die Umstrukturierungsarbeit der ersten drei Therapiestunden (ohne Durchbrüche ins Unbewusste) auf das Verhalten der Kinder hat. Am Beispiel eines 12jährigen wird gezeigt, wie die ISTDP-Arbeit die Fähigkeit erhöht, schmerzlichen Gefühlen zu begegnen. Abschließend wird eine 17-jährige Jugendliche gezeigt, die aufgrund der Reife ihres Abwehrsystems kaum der Umstrukturierung bedarf und die dank der hohen Fluidität im Unbewussten nach nur zwei ISTDP-Sitzungen ihre destruktiven Abwehrmuster aufgibt.

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7. Immersion Course: Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, Würzburg, 4.-6.7.2014

Im Juli 2014 hat in Würzburg der 7. Immersion Course, Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, stattgefunden. Dieser dreitägige Metapsychologiekurs findet jährlich im Sommer statt, er dauert von Freitag bis Sonntag und wird entweder im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg oder im Haus Klara in Zell am Main (bei Würzburg) abgehalten. Auch 2014 haben die Klostermauern uns eine besondere Auszeit beschert. Fern vom Alltagsgeschehen konnten wir im Kloster einerseits Einkehr und Besinnung auf uns selbst finden und andererseits den Tiefen der menschlichen Seele im Rahmen der vorgestellten Videos begegnen. Entspannung und Abkehr von der täglichen Routine in klösterlicher Ruhe, anregende körperliche und seelische Erfahrungen in den Vorträgen und Workshops, intellektuelle Bereicherung, lebendige Begegnungen, emotionale Mobilisierungund all dies eingerahmt von einem Verpflegungsangebot aus frisch zubereiteten erlesenen biologischen Mahlzeiten schufen eine angenehme Balance zwischen Aktivitäten im Tagungsbereich und Erholung und Einkehr im Privaten.
Thema des Immersion Kurses war die „Übertragungskomponente des Widerstandes“, engl. TransferenceComponentof Resistance oder kurz TCR. Früher legte Davanloo den Fokus auf die komplexen Übertragungsgefühle und den Twinfactor (komplexe Übertragungsgefühle CTF und Widerstand). Heute hebt er mehr den TCR hervor. Er will damit deutlich machen, von welch fundamentaler Bedeutung es ist, den Widerstand gezielt in die Übertragung zu bringen, ihn in den Übertragungswiderstand TCR zu verwandeln, wo er dann durch wiederholte Head-on Collisions zur Erschöpfung gebracht wird. Der Verlauf einer Therapiesitzung hängt entscheidend davon ab, wie rasch es gelingt, die Übertragungskomponente des Widerstands TCRin die Höhe zu drängen.
Ich freue mich auf 2015.

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Jubiläumsveranstaltung: 30 Jahre Schweizer Gesellschaft für IS-TDP, Bern, 21.-23.11.2014

Vom 21. – 23. November haben einige von uns in Bern mit der Schweizer Gesellschaft für IS-TDP deren 30. Geburtstag gefeiert. Der Kongress „Somatization, Anxiety and Depression“ fand in dem zauberhaften Schloss Bümpliz in Bern statt. Heiner Lachenmeier gab uns einen Überblick über die Entstehung und Geschichte der Schweizer Gesellschaft der IS-TDP, Rudolf Bleuler veranschaulichte uns die Dynamik der Unbewussten Therapeutischen Allianz UTA am Beispiel eines ängstlich-depressiven Patienten. Es fanden Rollenspiele unter der Leitung der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP statt. Der Samstag war im Ganzen Herrn Allan Abbass gewidmet, der einen reichhaltigen Bestand an Forschungsergebnissen aufzuweisen hat, und der uns Videos von hoch widerständigen und von fragilen Patienten vorstellte. Schwerpunkt auch hierbei war die Somatisierungsstörung. Allan Abbass hat anhand von Zahlenmaterial sehr gut veranschaulichen können, wie effektiv und auch wie kosteneffektiv (vor allem bei Somatisierungspatienten) die IS-TDP für die Gesundheitssysteme ist. Überzeugend konnte Abbass seine wirkungsvolle Arbeit im Personen- und im Konfliktdreieck und das stufenweise Vorgehen zum Aufbau von Angsttoleranz darstellen. Am Abend verzauberte uns der Magier und Gedankenleser Federico Soldati mit seinem reichhaltigen Repertoire aus der Welt der Zauberei und des Mentalismus. Er entführte uns im Restaurant „Innere Enge“ in eine Welt, wo die Grenzen zwischen Realität und geheimnisvoller Hexerei aufgehoben sind. Am Sonntag vermittelte uns Waltraud Malin die Anwendung der IS-TDP bei posttraumatischer Belastungsstörung, Pierre-Alain Emmenegger stellte eine Frau mit reaktiver Depression und Angst vor. Den letzten Beitrag zur Veranstaltung zeigte Ingrid Orbes mit einem Patienten mit Angst, Panik und Somatisierungsstörung. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Danke an die Schweiz.

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161. bis 168. Arbeitstreffen der Mitglieder der DG für IS-TDP in Nürnberg

Im Jahr 2014 trafen sich die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP insgesamt acht Mal. Seit der Gründung haben bisher 168 Arbeitstreffen der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP stattgefunden. Die KollegInnen nutzten die Arbeitstreffen zur Intervision ihrer laufenden Therapien sowie zur Qualifizierung ergebnisreicher Sitzungen, die sich für die Lehre eignen. So wurde während dieser Arbeitstreffen auch der 7. Immersion Course oder Metapsychologiekurs Würzburg vorbereitet. In der Regel wird der Samstagvormittag zur Diskussion anliegender Themen verwendet. Ein Highlight waren die Vorträge von Frau Brehm im Juli zu den Themen „Neuere Ansätze dynamischer Psychotherapien“ und „Prozessevaluation“.

 

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Closed-Circuit Training Workshop mit Dr. Davanloo in Montreal (Kanada) 2014

Seit einigen Jahren nehmen einige Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP an den Closed Circuit Training Workshops von Davanloo in Montreal teil. Hierbei handelt es sich um ein wissenschaftliches Forschungsprojekt von Davanloo, bei welchem die Teilnehmer als Interviewer und Interviewte die Methode der ausgedehnten Mobilisierung des Unbewussten kennenlernen. Hierbei hat Davanloo die Übertragungsneurosen ins Zentrum seiner Forschung gestellt.

Davanloo hat sein Spektrum der neurotischen Störungen durch eine neue Einteilung ergänzt. Er postuliert, dass der Zeitpunkt des Bindungstraumas den Zeitpunkt der Fusion von Wut- und Schuldgefühlen bestimmt und damit die Qualität der mörderischen Wut und auch die Qualität der Schuldgefühle.
Davanloo unterscheidet folgende drei Gruppen:
In der ersten Gruppe finden sich Patienten, bei denen keine intergenerationale Weitergabe der neurotischen Pathologie vorliegt. Bei diesen Patienten geht die Fusion von primitiv mörderischer Wut und Schuldgefühlen auf das 4. oder 5. Lebensjahr oder später zurück. Die Therapiemethode der Wahl für die Gruppe 1 ist die IS-TDP. Patienten aus der Gruppe 1 sind aufgrund ihres gesunden Abwehrsystems vor der Ausbildung einer Übertragungsneurose geschützt.
Die zweite Gruppe von Patienten ist dadurch gekennzeichnet, dass über Generationen hinweg kompetitive Destruktivität weitergegeben wurde. Davanloo nennt diese Form der Weitergabe Intergenerational Destructive Competitive Transference Neurosis (Intergenerationale destruktive kompetitive Übertragungsneurose). Die intergenerationale destruktive kompetitive Übertragungsneurose zeichnet sich dadurch aus, dass die Fusion von Wut und Schuldgefühlen zurückgeht auf die Zeit der Geburt und die Jahre danach, bis etwa zum 4. oder 5. Lebensjahr.
Zur dritten Gruppe gehören Patienten der Gruppe 2, die zusätzlich eine Übertragungsneurose zu einem Therapeuten (Kollegen/Supervisor/Chef) entwickelt haben. Diese Form der Neurose entsteht im Erwachsenenalter.
Die ausgedehnte Mobilisierung des Unbewussten mit analytischer Befragung und multidimensionaler Umstrukturierung des Unbewussten ist die Therapiemethode der Wahl bei Gruppe 2 und 3. Die Standart-Methode IS-TDP ist kontraindiziert, da mit ihr keine Langzeiterfolge zu erzielen sind und da das Risiko der Ausbildung einer Übertragungsneurose sehr hoch ist.
Menschen mit Übertragungsneurosen geben ihre Neurose an Partner und Kinder oder Patienten weiter. Menschen mit intergenerationaler destruktiver kompetitiver Übertragungsneurose und Kinder mit fehlendem oder unreifem Abwehrsystem sind ganz besonders gefährdet dafür, dass sich eine Übertragungsneurose in ihrem Unbewussten ausbreitet und festsetzt. Sowohl Patient als auch Therapeut können beide durch eine gegenseitige Übertragungsneurose in destruktiver Weise miteinander verwickelt sein. Eine Übertragungsneurose entsteht in der IS-TDP dann sehr leicht, wenn der Therapeut nicht mit seinem eigenen Unbewussten aufgeräumt hat.
Es hat sich gezeigt, dass etwa 2/3 der Teilnehmer der Closed Circuit Training Workshops zur Gruppe 2 oder zur Gruppe 3 gehören.
In den jährlich im Oktober in Montreal stattfindenden ANNUAL AUDIOVISUAL IMMERSION COURSES hat Davanloo seine neuesten Erkenntnisse anhand von Videos aus den Closed Circuit Traning Workshops bereits mehrfach vorgestellt. Insbesondere im Oktober 2014 haben mehrere Teilnehmern aus den Workshops durch sehr persönliche Vorträge einen bewegenden Einblick in die Dynamik dieser Arbeit gegeben.

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14-jährige Jugendliche mit Störung der Emotionsregulation und selbstverletzenden Verhaltensweisen, A. Schmitt

14-jährige Patientin mit einer Störung der Emotionskontrolle, die wegen andauernden selbstverletzenden Verhaltens (Ritzen und Kratzen am ganzen Körper) stationär aufgenommen worden war. Die Angst der Therapeutin während der gezeigten Therapiestunde ist sehr hoch, sie fürchtet, dass bei einem Misslingen der ISTDP-Stunde die Selbstverletzungen eskalieren. Die Patientin zeigt viel jugendlichen Trotz, der offen gegen die Therapeutin gerichtet ist, was die Arbeit schwierig, aber auch letztlich erfolgreich macht.

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