Einführung, G. Gottwik

Die Einführung soll einen Überblick über Theoretische Konzepte von Davanloo’s Intensiver Psychodynamischer KZT vermitteln. Der Überblick ist gedacht sowohl für die bereits mit der Methode vertrauten, als auch für Kollegen, die zum ersten Mal näher Kontakt mit der IS-TDP aufnehmen. Behandelt werden u.a. folgende Themen: Neuester Stand der Formen der IS-TDP, dynamische Diagnostik, Parameter des Unbewussten, wie aus Abwehr Widerstand wird, Konzeptualisierung der „Landschaft des Unbewussten“, Metapsychologie von Widerstand und Unbewusster Therapeutischer Allianz, Technik des Zugangs zum Unbewussten, therapeutische Ziele der IS-TDP. Für detailliertere Ausführungen zum Thema Angst, Abwehr und Widerstand wird auf die folgenden Einzelvorträge verwiesen.

Dr. Gerda Gottwik

Angst und Abwehr bei Sitzungsbeginn, G. Gottwik

Es werden Videoaufnahmen von einer Reihe von Erstkontakten gezeigt. Durch Aneinanderreihung der ersten Minuten mit verschiedenen Patienten soll vermittelt werden, wie verschieden Patienten zum Erstkontakt kommen bezüglich Angst, Abwehr oder Übertragung. Anhand der kurzen Ausschnitte werden zuerst diese verschiedenen Parameter bei jedem der Beispiele detailliert kommentiert und die Beispiele dann noch einmal im Überblick gezeigt.

Dr. Gerda Gottwik

Phänomenologie von Angst und Abwehr, I. Orbes

Die Phänomenologie der Angst ist das wichtigste Diagnostikum schon im Erstkontakt mit dem Patienten. Auch im weiteren Verlauf der Therapie bestimmt sie das Vorgehen.

Je nach Reifegrad der Ich-Struktur kanalisieren Patienten ihre unbewusste Angst über  Kanäle der quergestreiften oder glatten Muskulatur oder über Ichfunktionen wie Kognition,  Perzeption und anderen Steuerungsfunktionen.

Neben theoretischen und metapsychologischen Ausführungen wird anhand von Ausschnitten von Therapiesitzungen Phänomenologie und Umgang mit Angst dargestellt.

Dr. Ingrid Orbes


Phänomenologie der Abwehr, M. Lindner

In einem kurzen Theorievortrag werden die Begriffe taktische Abwehr, Widerstand und Charakterwiderstand erläutert.
Es wird eine Einteilung nach der Reife der Abwehrmechanismen vorgenommen sowie der Umgang damit in der zentraldynamischen Sequenz.
Anhand einer Videodemonstration eines Erstinterviews kann das Erkennen der Abwehr und der Umgang damit in der Übertragung unmittelbar erlebt werden. Besonderes Augenmerk wird auf den Eintritt der Übertragung im therapeutsichen Geschehen gelegt.
Bei der Patientin handelt es sich um eine Frau mit vorwiegend regressiv depressiver Abwehr aber auch maligner Abwehr wie Trotz.
Dr. Maria Lindner

Die Charakterabwehr der Unterwerfung – eine Falldarstellung mit Videodemonstration, W. Malin

Masochismus ist ein Phänomen der Wiederholung, des steten Wiederholens und Reproduzierens von Schmelzerfahrungen und Schuldempfinden. Masochismus entspricht einem fortlaufenden innerpsychischen Strafbedürfnis.

Die ungelöste Beziehung zu ihrer Mutter macht die Patientin, die vorgestellt werden soll, zu einer, wie sie es selbst nennt, Duckmäuserin. Die Patientin unterwirft sich den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen, von denen sie meint, geliebt zu werden.

Die allen masochistischen Arrangements inhärente Dynamik von vorauseilender Schuld und Unterwerfung stellt sich dem psychotherapeutischen Zugriff erschwerend entgegen. Denn es wird innerpsychisch angestrebt, die erlebte Schuld mit Leiden auszugleichen. Die Angst vor dem Rächer im Unbewussten begünstigt die Ausbildung eines masochistischen Charakters und bewirkt und modelliert das erlebte Trauma immer wieder aufs neue.

An Hand des Videomaterials soll demonstriert werden, was Davanloo unter dem Begriff „Rächer im Unbewussten“ und der daraus resultierenden Abwehr der Unterwerfung versteht. Es handelt sich bei der Videodemonstration um ein Live-Interview der Referentin mit Dr. Davanloo. Ganz besonders interessant ist, wie Davanloo als Supervisor dieses Falles technisch mit Angst, Abwehr und Widerstand umgeht. Die unmittelbare Wirkung der technischen Interventionen (Druck, Challange und HOC) auf Angst, Abwehr, Widerstand gegen emotionale Nähe und auf den Hauptwiderstand der Paralyse wird in dem vorgestellten Video deutlich nachvollziehbar.

Dr. Waltaud Malin

Der angepasste Charakter und pathologische Trauer, H. Posininsky

Vorgestellt wird die Problematik und IS-TDP-Behandlung eines ca. 40 jährigen Patienten mit zwanghaft – dependenten Charaktermerkmalen, ängstlicher Selbstunsicherheit und Symptomstörungen (u.a. burn-out).  Abgrenzungs- und Entscheidungsschwäche sowie Zwänge hatten zu schwerwiegenden psychosozialen Problemen geführt.

Der chronische Partnerkonflikt steht in innerem Zusammenhang mit einem  pathologischen Trauerprozess (Verlust der Mutter vor vielen Jahren) Dieser ist verkapselt und mit komplexen und selbstdestruktiven Abwehren belegt, insbesondere auch zwanghafter Angepasstheit, welche bereits charakterlich verankert ist. Dies und die erreichten Veränderungen werden zur weiteren Diskussion dargestellt.

Katamnese, I. Orbes

Ziel der IS-TDP ist es, multidimensionale Strukturveränderungen zu erreichen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Verbesserung oder Auflösen der Symptomatik
  • Wahrnehmen und Umgang mit unbewusster Angst und mit den eigenen Gefühlen
  • Kennenlernen der Abwehr und Veränderung von destruktiven  Abwehrmechanismen
  • Versöhnung mit den Introjekten und meist auch den realen Bezugspersonen
  • Erkennen der eigenen Grenzen und für deren Akzeptanz sorgen
  • Erkennen und Fördern der eigenen Fähigkeiten u.a.m

Nach einer theoretischen Einführung werden zwei Katamnesen gezeigt, welche die in der Therapie erreichten multidimensionalen Strukturveränderungen deutlich machen.

Dr. Ingrid Orbes