Dem Widerstand den roten Teppich ausrollen, A. Schmitt

Alle Kräfte des Widerstandes sollen mobilisiert werden und sich zuletzt in der Übertragung kristallisieren. Dafür hat Davanloo die Metapher „dem Widerstand den roten Teppich ausrollen“ gewählt. Maligne und unreife Abwehrmechanismen sollen sich zur Übertragungskomponente des Widerstandes (TCR) transformieren. Wenn der Therapeut es schafft, die Übertragungskomponente des Widerstandes (TCR) optimal zu mobilisieren, was durch gut strukturierte, wiederholte Head-on Collisions gelingen kann, dann sinkt die projektive Angst des Patienten und er kann angstfrei alle seine wütenden und sadistischen Gefühle auf den Therapeuten projizieren und erleben. Die Projektion auf den Therapeuten stellt den letzten Widerstand dar, der in sich zusammenfällt, wenn die Augen des Therapeuten zu den Augen der ursprünglichen Bezugsperson werden. In diesem Moment bahnen sich pathogene Schuldgefühle und liebevolle Gefühle ihren Weg. Wiederholte vertikale Zugänge zum Unbewussten mit der Arbeit nach Davanloos Techniken hat eine dauerhafte Fluidität im UBW des Patienten zum Ziel, wie bei der jungen Frau aus dem Vortrag „Papa, du hast wunderschöne Augen“ gesehen. An ihrem Beispiel soll der Verlauf einer zunehmenden Mobilisierung des Widerstandes gezeigt werden, die damit einhergehenden intrapsychischen multistrukturellen Veränderungen und deren neurobiologisches Erscheinungsbild.