Workshop A: Der Schatten der Kindheit: Die Auflösung ödipaler Fixierung bei intergenerationalem sexuellem Mißbrauch, M. Brehm & G. Gottwik

Sexuelle Missbrauchserfahrungen und andere Bindungstraumata sind wesentliche Risikoerfahrungen für die Entstehung psychischer und psychosomatischer Störungen, wie empirisch gut belegt ist. Die Folge von  sexuellen Übergriffen oder auch emotionalem Missbrauch in der Kindheit ist häufig eine ödipale Fixierung an die frühe Bezugsperson.

In diesem Workshop kann anhand von Videoaufnahmen  eines Patienten mit Beziehungsstörungen, Panik und Depression und einer schweren transgenerationalen Missbrauchsproblematik der Therapieprozess miterlebt werden. Die traumatisierte Mutter wurde selbst missbräuchlich, was zur sexuellen Fixierung des Patienten auf die Mutter führte.

Der Fokus dieser Fortbildung wird auf dem Umgang mit sexuellen Gefühlen in der Therapie liegen. Davanloo hat Behandlungstechniken entwickelt, um die zugrunde liegende Dynamik zu aktivieren und durchzuarbeiten. Besonderer Wert wird darauf gelegt, zu zeigen, wie sich im Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehen die transgenerationalen Übertragungsmuster wiederholen und aufgelöst werden können und sich damit auch die ödipale Fixierung löst.

Freitag, 5.11.2021, 16:45-18:15

Für Fortgeschrittene!

Workshop B1+B2: Projektive Angst bei einer 25-jährigen Frau mit Panikattacken, A. Schmitt

Im 2-teiligen Workshop (B1 am Freitag und B2 am Samstag) sollen die Zusammenhänge zwischen Projektion, Über-Ich-Widerstand und projektiver Angst dargestellt werden sowie die katastrophalen Folgen, wenn die projektive Angst von Eltern zu destruktivem traumatisierendem Verhalten den Kindern gegenüber führt. Videoausschnitte aus dem Erstinterview sowie der 6. Sitzung einer jungen Frau mit Angst- und Panikstörung sollen dies verdeutlichen.

Freitag, 5.11.21, 16:45-18:15
Samstag, 6.11.21, 13:30-15:00

Für Fortgeschrittene

Workshop C: IS-TDP im psychiatrischen Setting, I. Sprenger

Die IS-TDP nach Davanloo wird überwiegend im ambulanten psychotherapeutischen Rahmen angewendet. Die Ausübung der Methode im psychiatrisch-institutionellen Setting ist möglich, erfordert jedoch die Berücksichtigung des Zusammenwirkens verschiedener Behandlungsmodalitäten und Interaktionen im multiprofessionellen Team.

In diesem workshop sollen Erfahrungen und hilfreiche Herangehensweisen ausgetauscht und Therapeuten ermutigt werden, die IS-TDP im psychiatrischen Bereich anzuwenden.

Samstag, 6.11.21, 13:30-15:00

Workshop D: Ist das jetzt Widerstand oder Angst oder Gefühl?, S. Krumnow

Während der therapeutischen Arbeit zeigt der Patient vielfältige Reaktionen und Verhaltensweisen. Es ist von großer Bedeutung zu erkennen, ob es sich dabei um Zeichen von Widerstand oder Angst oder Gefühl handelt, um als Therapeut darauf adäquate Interventionen einzusetzen.

In diesem Workshop soll zunächst ein kurzer Überblick über den hierfür relevanten Teil der Metapsychologie gegeben werden. Danach wird anhand von Videoaufnahmen das Erkennen und Einordnen der Zeichen von Widerstand/Angst/Gefühl veranschaulicht und die darauf eingesetzten therapeutischen Interventionen erläutert.

Dabei wird eine aktive Beteiligung der Teilnehmer angestrebt.

Sonntag, 7.11.21, 10:30-12:00

Workshop E: IS-TDP- Interventionen im Rollenspiel einüben, M. Lindner

„Wie fühlen Sie mir gegenüber? Lassen Sie uns sehen, wie Sie mir gegenüber fühlen!“

Diese und andere Interventionen der IS-TDP können Sie als Therapeut ausprobieren oder in der Patientenrolle auf sich wirken lassen, wenn sie in diesem Workshop ein Rollenspiel wagen. Wir werden gemeinsam versuchen, einen Fokus zu finden und die therapeutische Aufgabe zu formulieren. Bringen Sie gerne eigene Fälle ein und nutzen Sie das Ergebnis für Ihre weitere Therapie. Auch als passiver Teilnehmer werden Sie Impulse für Ihre Arbeit erfahren können.

Sonntag, 7.11.21, 10:30-12:00