Autorenname: Christian Iten

Das Bedürfnis, sich und andere zu quälen — von der Schwierigkeit mit sich und anderen in Frieden zu kommen

Wenn ein Unbewusstes mit einer enormen Menge an Sadismus belastet ist, geht die Fähigkeit zu lieben verloren. Das betreffende Individuum kann im Hinblick auf seine destruktiven Verhaltensweisen keine Schuldgefühle mehr empfinden und wird zunehmend in einen Kreis von Zerstörung (von Beziehungen) und Selbstzerstörung hineingezogen.

Wir verfolgen eine oder zwei Sitzungen mit einem männlichen Patienten, der von seinem 10 Jahre älteren Cousin sexuell missbraucht worden ist. Der Patient hat einen guten und schnellen Zugang zu seinem Unbewussten. Die Sitzung zeigt Mord und Zerstörung der Genitalien seines Cousins, um Rache zu üben. Da jedoch sowohl Patient als auch der missbrauchende Cousin an einem Mangel an Zuneigung durch ihre Väter leiden, wird die Wiederkehr des Verdrängten für den Patienten zu einer Entdeckung. Er muss förmlich lernen zu sehen, dass auch Liebe für seinen Cousin vorhanden war, den Mann, der ihn missbraucht hatte. Der Patient lernt, dass ein wichtiges Ziel der therapeutischen Arbeit darin besteht, lieben und zu vergeben zu können.

We see a session of a male patient, which was sexually abused by his 10 years older cousin. The patient has good and rapid access to his unconscious. The session shows murder and destruction of the genitals of his cousin, which is in the service of taking revenge. However, as both – patient and abusing cousin – suffer from a lack of affection on the part of their fathers, it is a discovery for the patient and a de-repression from the past to see, that he also has love for his cousin, the man that was abusing him. The Patient learns that the major aim of the therapeutic work is to become able to love and to forgive.

18. Jahrestagung 19.-21.06.2026: Vortrag am Samstag 20.06.2026 von Christian Iten

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Destruktive Rivalität in der Übertragung und deren Überwindung

Um eine umfassende Mobilisierung des Unbewussten des Patienten zu erreichen, muss der Therapeut die Übertragungskomponente des Widerstands (TCR) beim Patienten auf ein hohes Niveau bringen. Dies geschieht durch Druck auf die Gefühle mit konsekutiver Mobilisierung der Abwehrmechanismen, die der Patient zur Abwehr seiner Gefühle oder zur Verhinderung von emotionaler Nähe einsetzt. Während die destruktiven Abwehrmechanismen neutralisiert werden, muss das Interesse an den tieferliegenden Gefühlen und am Aufbau einer gesunden Abwehr aufrechterhalten werden. Außerdem soll der Therapeut dem Patienten die Sicherheit vermitteln, dass dessen primitive Gefühle keine Bedrohung für den Therapeuten und die therapeutische Beziehung darstellen. In den meisten Fällen, in denen eine optimale Mobilisierung erreicht wird, führt diese zum emotionalen Erleben der primitiven mörderischen Wut in der Übertragung. Darauf folgen die zur Umstrukturierung und Auflösung neurotischer Konflikte notwendigen Gefühle von Trauer, Schuld und Liebe. Bei einer optimalen Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstands wird die unbewusste projektive Angst eliminiert und es kann das visuelle Bild der betreffenden genetischen Figur vom Patienten sofort (in Sekundenbruchteilen) gesehen werden. Diesen zeitlich dichten Vorgang hat Davanloo als „vertikalen Durchbruch“ beziehungsweise als „le pinsement des images“ bezeichnet.

Es werden Ausschnitte aus einer therapeutischen Sitzung gezeigt, um diese Parameter zu veranschaulichen. Ein Transkript der Interaktion zwischen Patienten und Therapeut wird aufgelegt.

Es besteht die Möglichkeit, die Fallpräsentation dieses Vortrags im Workshop 5 (Samstagnachmittag, 28.6.2025) zu vertiefen.

Vortrag von Christian Iten, ISTDP Jahrestagung 2025, Samstag, 28.06.2025

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Workshop 5: Destruktive Rivalität in der Übertragung und deren Überwindung

Um eine umfassende Mobilisierung des Unbewussten des Patienten zu erreichen, muss der Therapeut die Übertragungskomponente des Widerstands (TCR) beim Patienten auf ein hohes Niveau bringen. Dies geschieht durch Druck auf die Gefühle mit konsekutiver Mobilisierung der Abwehrmechanismen, die der Patient zur Abwehr seiner Gefühle oder zur Verhinderung von emotionaler Nähe einsetzt. Während die destruktiven Abwehrmechanismen neutralisiert werden, muss das Interesse an den tieferliegenden Gefühlen und am Aufbau einer gesunden Abwehr aufrechterhalten werden. Außerdem soll der Therapeut dem Patienten die Sicherheit vermitteln, dass dessen primitive Gefühle keine Bedrohung für den Therapeuten und die therapeutische Beziehung darstellen. In den meisten Fällen, in denen eine optimale Mobilisierung erreicht wird, führt diese zum emotionalen Erleben der primitiven mörderischen Wut in der Übertragung. Darauf folgen die zur Umstrukturierung und Auflösung neurotischer Konflikte notwendigen Gefühle von Trauer, Schuld und Liebe. Bei einer optimalen Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstands wird die unbewusste projektive Angst eliminiert und es kann das visuelle Bild der betreffenden genetischen Figur vom Patienten sofort (in Sekundenbruchteilen) gesehen werden. Diesen zeitlich dichten Vorgang hat Davanloo als „vertikalen Durchbruch“ beziehungsweise als „le pinsement des images“ bezeichnet.

Es werden Ausschnitte aus einer therapeutischen Sitzung gezeigt, um diese Parameter zu veranschaulichen. Ein Transkript der Interaktion zwischen Patienten und Therapeut wird aufgelegt.

Dieser Workshop vertieft den Vortrag vom Vormittag des gleichen Tages.

Workshop von Christian Iten, ISTDP Jahrestagung, Samstag, 28.06.2025

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Vergebung macht selbstbewusst, Teil 1 und 2

Davanloos IS-TDP kann eine umfassende Mobilisierung des Unbewussten und die vollständige Entfernung des malignen Widerstandes ermöglichen und hiermit die Liebes- und Beziehungsfähigkeit verbessern. Dies geschieht durch eine repetitive Auflösung von kindlichen, abgespaltenen und ins Unbewusste verdrängten Schuldgefühlen, die mit infantiler primitiver mörderischer Wut und/oder sexualisierten Gefühlen verschmolzen sind. Es sollen Ausschnitte aus zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen gezeigt werden, die eine vollständige Entfernung des Widerstands in der Übertragung demonstrieren. Umfassendes Erschließen des Unbewussten auf der Ebene einer Vater- Sohn- Beziehung mit Hinweisen auf eine generationenübergreifende Weitergabe von destruktivem Beziehungsverhalten. Der Patient erlebt primitive mörderische Wut und die Auflösung von aus der Kindheit stammenden Schuldgefühlen, die auch mit vorangehenden Generationen in Verbindung stehen. Einblick in die Situation des Kindes, welches im intergenerationalen Konflikt gefangen ist.

Referent: Christian Iten

Teil 1: Freitag, 1.7.2022, 16:45-18:15 Uhr
Teil 2: Samstag, 2.7.2022, 10:45-12:00 Uhr

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Abwehrmechanismen und Widerstände bei früher Traumatisierung, C. Iten

Früh traumatisierte Patienten weisen eine Vielzahl von Abwehrmechanismen auf, die in Gestalt von Widerständen in der Übertragungsbeziehung leicht ein Hindernis in der therapeutischen Arbeit werden können. Ausschnitte aus der therapeutischen Arbeit mit einer früh traumatisierten Patientin zeigen Überwindung von Abwehrmechanismen gegen emotionelle Nähe (Resistance Against Emotional Closeness), von malignen Abwehren wie Ironie, Sarkasmus und Entwertung sowie von Spaltung, Externalisierung und Projektion als Abwehr gegen die Auflösung punitiver Über-Ich-Strukturen.

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Generationsübergreifende Weitergabe von Neurosen – Übertragungsneurosen

Viele Patienten, die eine psychiatrisch-psychotherapeutische Sprechstunde aufsuchen, leiden an einer multidimensionalen intergenerationalen Übertragungsneurose, ein Teil von ihnen wird im psychiatrischen Sprachgebrauch häufig als «frühe Störung» bezeichnet.

Dabei werden destruktive Formen von Rivalität von Generation zu Generation übertragen. Sie sind im Unbewussten der Überträger  mit vernichtenden Schuldgefühlen verknüpft, welche ihrerseits für Depressionen, Suizidalität und Suchten verantwortlich sind. Patienten, die an Übertragungsneurosen leiden, sind hochgradig gefährdet, mit ihren Behandlern ihrerseits Übertragungsneurosen einzugehen.

Christian Iten

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