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Die Übertragungskomponente des Widerstandes – Transference Component of the Resistance – TCR

Seit 50 Jahren erforscht Davanloo das Unbewusste des Menschen. Davanloo hat seinem Forschungsprojekt den Namen „Search for the Resistance“ gegeben. Mit dieser Forschung begann er in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Eine wichtige Entdeckung Davanloos ist der sogenannte Twin-Factor „Widerstand und Übertragung”. Mit Twin-Factor ist die Abwehr des Patienten gegen die Nähe des Therapeuten bei gleichzeitiger Mobilisierung komplexer (aktueller und verdrängter) Gefühle durch die Nähe des Therapeuten gemeint. Aus dem Begriff des Twin-Factors hat sich der Begriff der „Transference Component of the Resistance“ (nachfolgend wird für diesen Begriff die englische Abkürzung TCR verwendet) herauskristallisiert.

Die Erforschung der TCR ist Davanloos große Leidenschaft, gleichzeitig ist die TCR Kristallisationspunkt und Leitlinie seiner wissenschaftlichen Analyse des Unbewussten und seines schöpferischen Schaffens.

Die im Folgenden zitierten Worte Davanloos stammen aus den Closed Circuit Training Workshops 2017 in Montreal und aus dem 38th International Symposium on the Science of the Metapsychology of the Unconscious im Oktober 2017. Dr Davanloo selbst hat angeregt, diesen Aufsatz zu schreiben und in Deutschland zu veröffentlichen.

(siehe auch Dr.Davanloos website www.davanloo.ca)

Der zentrale Stellenwert der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR

Die im Unbewussten zurückgehaltenen und fusionierten reaktiven Wut- und Schuldgefühle stellen den Hauptwiderstand dar. Das völlige Entfernen dieses Hauptwiderstandes ist das ständige Ziel eines Psychotherapeuten, der mit Davanloos Techniken arbeitet. Es kann nur gelingen mit einer hohen TCR. Davanloos Technik zur vollständigen Entfernung des Widerstandes ist das Fundament zum Erreichen dieses Zieles.

Im August 2017 stellte Davanloo folgenden Vergleich an: ”If you look at the undersea-research, they have a lot of equipment. And if we think of the unconscious, we think we know everything; but that is not the case. It is too vast. What is the problem of the sea? When you dive, there is no bottom. And the same is the unconscious.” Das Unbewusste scheint bodenlos, wir können uns dort mit Leichtigkeit verlieren. Wenn wir im Unbewussten tauchen und uns nicht verlieren wollen, brauchen wir eine Führungsleine. Diese Führungsleine heißt TCR. Ohne die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR kommen wir nirgendwo hin. Ein Patient, der keine TCR entwickeln kann, bleibt im Kontakt mit seinem Unbewussten verloren. Seine Angst ist dann hoch. Die TCR (die des Patienten und die des Therapeuten) gibt Halt. Mit der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR haben wir den Prozess unter Kontrolle. Die TCR widersteht den Untiefen. Davanloo im August 2017: “Control – and monitoring also – remains the dimension of the metapsychology of the unconscious. The unconscious is a vast area. A vast area! But we are not going to travel in the vast area of the unconscious. Flying from America to Europe is the pilot´s aim and the task is to reach the Jetstream. Then the pilot goes with the Jetstream until he arrives at Paris. He does not navigate the whole time. That would be a waste of energy. He follows the Jetstream. The Jetstream is like TCR. When we are in the Jetstream, the process is saved. We have to follow the TCR, the transference component of the resistance.” 

Im Beginn des therapeutischen Prozesses gibt dem Patienten die TCR des Therapeuten Halt und Sicherheit. Mit zunehmender Evakuierung von Schuld- und Wutgefühlen aus dem Unbewussten entwickelt der Patient seine eigene TCR. Die eigene TCR ermöglicht dann in zunehmendem Maße Autonomie im therapeutischen Prozess und der Patient räumt immer selbstständiger sein eigenes Unbewusstes auf. Früher hat Davanloo häufig die Metapher vom Piloten und dem Co-Piloten beschrieben, dass nämlich zunächst der Therapeut der Pilot sei und dass aber bei einem guten Verlauf der Therapie schon bald der Patient das Steuer übernimmt und der Therapeut dann nur noch Co-Pilot ist.

Was ist nun der Unterschied zwischen der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR und dem Twin Factor? Wenn früher der Begriff Twin Factor benutzt wurde, war damit ein Vorgang gemeint, der sich zwischen Therapeut und Patient abspielt. Der Begriff der TCR, so wie Davanloo ihn heute gebraucht, geht über die therapeutische Situation hinaus und beinhaltet zusätzlich eine ganz eigene Dynamik, die sich autonom und unabhängig vom Therapeuten im Unbewussten des Patienten abspielt. Die TCR entwickelt sich in der Beziehung zum Therapeuten, aber die Fähigkeit, TCR zu entwickeln, wird ab einem gewissen Zeitpunkt ein autonomer Prozess. Der Patient wird zunehmend autark. Er wird zunehmend sein eigener „Pilot“, und dies nicht nur im therapeutischen Setting sondern auch im Alltag. Der Patient kann genau beschreiben, wie er sich früher in einer konflikthaften Situation verhalten hätte und wie er die gleichen Situationen heute besser bewältigt.

Ständiges Ziel der therapeutischen Arbeit mit Davanloos Techniken ist es, dass der Patient lernt, die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR selbstständig zu entwickeln. Diese Fähigkeit wird ihn auch über die Psychotherapie hinaus im weiteren Leben begleiten, so dass er schwierige emotionale Situationen in reifer Weise meistern kann. Kinder, die in einem emotional freien Klima aufwachsen, lernen von Anbeginn ihres Lebens, TCR (diese „Widerstandskraft“) zu entwickeln. Nur spricht man hier nicht von TCR, sondern von kompetentem, angstfreiem Sozialverhalten, von einer gewissen Wehrhaftigkeit oder von einer guten Emotionsregulation.

Für den Psychotherapeuten ist von fundamentaler Bedeutung, dass er ein eigenes starkes „TCR-Center“ aufbaut, welches ihm ermöglicht, einen inneren Schutzwall zu bilden, wenn dies notwendig ist. Dies wird immer dann notwendig, wenn der Psychotherapeut mit malignen Abwehrmechanismen konfrontiert ist und die Gefahr besteht, dass er in eine Übertragungsneurose mit dem Patienten verwickelt wird.

Psychotherapeuten arbeiten mit seelisch beschädigten Menschen zusammen, die nicht über ein gesundes unbewusstes Abwehrsystem verfügen. Dem Psychotherapeuten begegnen sie, je nach Ausmaß ihrer Beschädigung, mit mehr oder weniger malignen Abwehrmechanismen. Ein Psychotherapeut sollte einer jeglichen malignen Abwehr „widerstehen“ (TCR!) können, ob dies nun Projektion, Anklage, Vorwurf, Provokation, Sarkasmus, Opposition, Entwertung oder andere Mechanismen sind. Es gibt Patienten, deren Beschädigung des unbewussten Abwehrsystems so stark ausgeprägt ist, dass die einzige verfügbare Abwehr die Angst selbst (einhergehend mit Projektion) ist. Hier muss der Therapeut besonders versiert darin sein, eine drohende Dissoziation zu erkennen, abzufangen und dabei zu helfen, die mobilisierten Gefühle produktiv auf den Therapeuten zu entladen.

Ein gesunder Psychotherapeut lässt sich nicht emotional verwickeln, er lässt sich nicht „emotional anstecken“ und er begegnet dem Patienten wertschätzend und mit „Widerstandskraft“ (TCR!). Eben diese „Widerstandkraft“ (TCR!) fehlt einem Menschen, dessen unbewusstes Abwehrsystem beschädigt ist, sei er nun Patient oder Therapeut. Ein beschädigtes unbewusstes Abwehrsystem zeichnet sich dadurch aus, dass der Betroffene sein Unbewusstes nicht auf autonome Weise schützen kann. Seine neurobiologischen Bahnen des Widerstandes sind in Abhängigkeit von Schwere und Zeitpunkt der Traumatisierung nicht ausgebildet oder sie sind beschädigt. Weil das unbewusste Abwehrsystem beschädigt ist, wird das Unbewusste des Betroffenen überflutet mit unbewusster Angst und der Betroffene greift auf maligne Abwehrmechanismen zurück, mit denen er emotionale Nähe verhindert oder zerstört.

Die beschädigte unbewusste Abwehrorganisation und die Konsequenzen für die Interventionstechnik

Unser Gehirn ist plastisch und veränderungsfähig. Neurobiologische Bahnen werden aufgebaut, z.B. um Laufen oder Sprechen zu lernen. Sie können aber auch wieder abgebaut werden, wenn bestimmte Areale nicht mehr benutzt werden. Bei einem Pianisten sind diejenigen Areale im Cortex, die mit der Fingerbewegung in Verbindung stehen, größer als bei einem Menschen, der kein Piano spielt. Wenn dieser Pianist das Musizieren aufgibt, werden die Areale wieder kleiner. Hemmende und aktivierende Synapsen (biochemische und elektrische Prozesse) werden vermehrt ausgebildet oder verschwinden, je nach Aktivität, je nach Bedarf. Auch Angst, Widerstand und Gefühle werden auf diese Weise gesteuert, gleich, ob sie nun bewusst werden (Frontales Vorderhirn/Cortex) oder im Unbewussten (Limbisches System) verbleiben.

Ein reifer, emotional autonomer Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er sich seiner Gefühle bewusst ist und dass er seine Gefühle auf kluge Weise regulieren kann. Gefühle der Gegenwart werden dabei nicht von Gefühlen aus der Vergangenheit überlagert. Davanloo nennt dies ein „autonomes unbewusstes Abwehrsystem“ und spricht in diesem Zusammenhang von „fluiden neurobiologischen Bahnen des Widerstandes“. Fluide neurobiologische Bahnen des Widerstandes sorgen für eine effektive Emotionsregulation, mit der sich der Mensch vor Traumatisierungen schützen kann und durch die er in der Lage ist, Konflikte mit seinen Mitmenschen wirksam zu lösen, ohne selbst verletzend zu wirken. Ein reifer Mensch mit einem gesunden unbewussten Abwehrsystem geht übergriffigen und verletzenden Menschen instinktiv aus dem Weg. Wenn dies nicht möglich ist, baut er, ganz automatisch und unbewusst, einen passageren inneren Schutzwall auf, den er jedoch nur dann benutzt, wenn es darum geht, sich vor Anfeindungen und Verletzungen zu schützen und sich dagegen zu wehren.

Unter der unbewussten Abwehrorganisation versteht Davanloo das kompetente und unbewusste Emotions- und Affektregulationssystem, das die Grundlage für selbstbewusstes, kluges und respektvolles Handeln im Alltag, in der Familie und im Umgang mit sich selbst ist. Eine Beschädigung der unbewussten Abwehrorganisation (engl.: impairment of the unconscious defensive organisation, von manchen amerikanischen und kanadischen Kollegen auch  „iDS“ abgekürzt) spiegelt sich im Spektrum der verschiedenen dysfunktionalen Abwehrmechanismen bis hin zum malignen Widerstand bei unterschiedlichen Übertragungsneurosen.

Da die Beschädigungen der unbewussten Abwehrorganisation eine Fehlentwicklung oder eine fehlende Entwicklung aus den frühen Kindheitsjahren darstellen, werden die damit verbundenen Schwierigkeiten und Behinderungen als fester Bestandteil der eigenen Persönlichkeit wahrgenommen. Das eigene Verhalten wird nicht als ein störendes, krankhaftes oder verletzendes Verhalten erlebt. Die Behinderung wird als solche gar nicht wahrgenommen.

Erst wenn sich die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR entwickelt, verwandelt sich dieses ich-syntone Erleben in ein ich-dystones. Der Patient begreift im therapeutischen Prozess, was Davanloo einmal (in etwa) folgendermaßen ausgedrückt hat: „Du beißt die Hand, die gut zu dir ist. Aber da wo du beißen solltest, da beißt du nicht!“. Dem Patienten wird bewusst, dass er sich mit seinen Abwehrmechanismen gegen „das Gute“, gegen emotionale Nähe, gegen liebevolle Zuwendung und gegen die Entwicklung seiner Persönlichkeit wehrt.

Davanloo unterteilt die Patienten in zwei Hauptgruppen. Zur ersten Hauptgruppe gehören die Patienten, deren neurobiologische Bahnen des Widerstandes regelrecht ausgebildet sind. Ihre traumatisierenden Erfahrungen fanden im Alter von fünf bis sechs Jahren oder später statt. Diese Patienten leiden nicht unter einer intergenerationalen, destruktiv-kompitiven Übertragungsneurose und sie werden auch keine weiteren Übertragungsneurosen im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter ausbilden. Die Betroffenen aus dieser Gruppe können dennoch sehr ausgeprägte Symptome und Einschränkungen aufweisen. Im therapeutischen Setting nach Davanloo reagieren sie jedoch nicht mit malignen Abwehrmechanismen. Sie setzen vielmehr taktische Abwehrmechanismen ein, was dem Therapeuten zeigt, dass ihre neurobiologischen Bahnen des Widerstandes gut funktionieren. Die Beschädigung der unbewussten Abwehrorganisation ist bei diesen Patienten nur milde ausgeprägt, die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR kann leicht mobilisiert werden. Gleichwohl soll auch bei ihnen eine rasche Mobilisierung der TCR angestrebt werden. Insgesamt ist jedoch pro Sitzung ein geringerer Anstieg der TCR erforderlich, um strukturelle Veränderungen zu erreichen als bei Patienten aus der zweiten Hauptgruppe.

Zur zweiten Hauptgruppe gehören die Patienten, bei denen die traumatisierenden Ereignisse in den Zeitraum zwischen Geburt und fünften bis sechsten Lebensjahr fallen. Aufgrund der frühen Traumatisierung konnte sich ihr unbewusstes Abwehrsystem gar nicht erst richtig entwickeln oder es wurde in der Entwicklungsphase beschädigt. Die neurobiologischen Bahnen des Widerstandes funktionieren nicht. Diese Patienten haben keine andere Möglichkeit, als alle Wut- und Schuldgefühle zurückzuhalten und maligne, unreife Abwehren zu benutzen, durch welche sie emotionale Nähe verhindern oder zerstören. Die Mobilisierung der TCR erfordert an dieser Stelle Geschick und Ausdauer des Therapeuten, denn er begegnet hier dem malignen Widerstand. Eine beschädigte unbewusste Abwehrorganisation geht immer mit massivem Widerstand einher und jedes Individuum, das von einer beschädigten unbewussten Abwehrorganisation betroffen ist, leidet immer auch unter einer intergenerationalen Übertragungsneurose. Um gegen diesen malignen Widerstand ankommen zu können, benötigt der Therapeut ein fundiertes Wissen über Pathogenese und Pathophysiologie der multidimensionalen intergenerationalen (destruktiv kompetitiven) Übertragungsneurosen und insbesondere auch der Übertragungsneurosen, die sich in Jugend und Erwachsenenalter den intergenerationalen Übertragungsneurosen noch zusätzlich überstülpen („Superinfektion“ oder „Sekundärinfektion“).

Es gibt also eine kompetente fluide und eine behinderte komplexe Abwehrorganisation und die beiden stellen die jeweiligen Endpunkte eines Spektrums dar. Ein Kind wird als freier Mensch geboren und trägt die Fähigkeit zur Entwicklung eines gesunden und autonomen Unbewussten in sich. Ein Kind wird jedoch in eine ganz bestimmte emotionale Umwelt geboren. Diese kann eher gesund und unkompliziert oder eher eingeschränkt und komplex sein. Ein Kind kann nicht anders als sich seiner Umwelt anzupassen, denn es ist abhängig. Wenn nun Kinder ihren Gefühlen keinen Ausdruck geben können, bleiben diese Gefühle im Unbewussten gefangen. Reaktive Wut und dazugehörende Schuldgefühle bleiben im Unbewussten des Kindes verdrängt, wenn Bindungspersonen selbst Probleme mit ihrer Emotionsregulation haben und aus diesem Grunde Wutgefühle oder andere Gefühle des Kindes nicht aushalten können. Infolgedessen lernt das Kind nicht, seine Gefühle zu regulieren und mit diesen selbstbestimmt umzugehen. Das einzige, was das Kind lernt, sind die Isolierung und das Verdrängen der Gefühle, nicht aber deren kompetente Regulation. Im Laufe der  Jahre bleibt ein Übermaß an Wut-, Schuld- und sonstigen Gefühlen im Unbewussten gefangen. Das Kind lernt nicht, sein Unbewusstes zu verteidigen. Der einzige Schutzmechanismus, der ihm zur Verfügung steht, ist die Distanzierung zusammen mit weiteren Abwehrmechanismen. Das Kind kann kein gesundes Abwehrsystem ausbilden, weil das Zurückhalten und  Verdrängen der Gefühle die einzige Art der Emotionsregulation ist, zu der es fähig ist. Das Kind bildet keine fluiden neurobiologischen Bahnen des Widerstandes aus, sondern es lernt nur, Gefühle angstbesetzt von sich weg zu halten. Die neurologischen Bahnen des Widerstandes funktionieren nicht, sie sind gelähmt, behindert. Aus diesem Zustand resultiert massive projektive Angst. Mangels fluider neurobiologische Bahnen des Widerstandes ist das Unbewusste des Kindes jedoch wehrlos weiteren Schädigungen/Traumatisierungen ausgesetzt, z.B. durch andere Kinder, Jugendliche oder Erwachsene und dann im späteren Leben z.B. durch Kollegen, Chefs oder Psychotherapeuten. Das Kind speichert in den ersten Jahren seines Lebens die primitiven Systeme der Erwachsenen und wird auch späterhin sehr leicht zum Speicherort weiterer primitiver Systeme anderer Menschen. Wenn das unbewusste Abwehrsystem eines Kindes beschädigt ist, hat das Kind keine Handhabe, um sich gegen diese „Kolonialisierung“ zur Wehr zu setzen.  In den ersten Jahren des Lebens werden die Schädigungen durch Bindungspersonen verursacht, welche selbst eine beschädigte Abwehrorganisation aufweisen und aufgrund dessen z.B. mit Sarkasmus, Anklage, ständigem Widerspruch oder anderen malignen Abwehrmechanismen auf Emotionen des Kindes reagieren, das sich wiederum mit seinen reaktiven Wut- und Schuldgefühlen immer weiter zurückzieht. Durch das ständige Zurückhalten der Gefühle wird die unbewusste Abwehrorganisation noch zusätzlich geschädigt. Auf das Kind wird ein emotionales System übertragen, das wider seine Natur ist und das ihm sein kindliches Grundrecht auf Gesundheit und freie Entwicklung nimmt. Es wird von der Neurose der Erwachsenen geprägt, so als ob ihm ein pathogener Keim übertragen worden wäre, der das natürliche Reifen der Unbewussten Abwehrorganisation behindert. Vergleichen kann man diese Situation mit einem jungen Tier, das in einem zu engen Käfig gefangen gehalten wird, in dem es sich nicht frei bewegen und seine Beinmuskulatur nicht ausbilden kann. Ein solcher Art verkrüppeltes Tier läuft Gefahr, im Erwachsenenleben immer wieder neu Opfer zu werden. In der Enge einer emotional unfreien Umwelt kann das Kind seine neurobiologischen Bahnen des Widerstandes nicht entwickeln. Die Abwehr bleibt starr, unreif, paralysiert, sie ist alles andere als fluide und wirksam. Ein solcher Zustand ruft massiv projektive Angst hervor. Das Kind lernt nicht, selbstbestimmt mit seinen Gefühlen umzugehen, sondern wird zum Gefangenen seiner Ängste und Abwehrmechanismen und ist anfällig für die Übertragung weiterer „pathogener Keime“.

Anders verhält es sich mit Traumatisierungen, die auf ein Unbewusstes treffen, dessen unbewusste Abwehrorganisation sich regelrecht entwickeln konnte. Die unbewusste Abwehrorganisation ist in einem Alter von fünf bis sechs Jahren oder später insofern ausgereift, dass Traumatisierungen lediglich zu einer funktionellen Einschränkung des an sich voll entwickelten Abwehrsystems führen. Anders als bei den in den frühen Lebensjahren traumatisierten Menschen, regeneriert ein solchermaßen beschädigtes Abwehrsystem unter einer Therapie mit den Techniken Davanloos viel rascher.

Die Aufgabe eines Psychotherapeuten, der nach Davanloos Techniken arbeitet, ist es immer, die Beschädigung (engl. impairment) des unbewussten Abwehrsystems zunächst zu diagnostizieren und dann schnellstmöglich zu beheben. Deshalb lautet die Frage zu Beginn jeder Therapie, wie stark die Beschädigung des unbewussten Abwehrsystems bei dem jeweiligen Patienten ausgeprägt ist.

Diese Frage beantwortet sich durch das Ausüben von Druck auf die komplexen Übertragungsgefühle, durch die Beurteilung der auftretenden Abwehrmechanismen und durch die Angstdiagnostik.  Der Patient mit stark beschädigtem unbewusstem Abwehrsystem reagiert im therapeutischen Prozess beim Ausüben von Druck auf die aktuellen Gefühle beispielsweise gelähmt, gehemmt, mit leiser Stimme und mit hoher unbewusster Angst. Er wirkt leblos und der therapeutische Prozess scheint zu stagnieren. Im Konfliktdreieck Gefühl-Abwehr-Angst zeigt der Patient keine Fluidität und reagiert nicht oder nur wenig mit der Kanalisierung der Angst in die quergestreifte Muskulatur.

Diagnostisch unterscheidet Davanloo sehr sorgfältig die Art des auftretenden Widerstandes. Denn die Fähigkeit, dem Anprall der Gefühle aus dem Unbewussten standzuhalten, ist je nach Beschädigung des unbewussten Abwehrsystems unterschiedlich ausgeprägt. Menschen, die dem Anprall der Gefühle aus dem Unbewussten standhalten können, verfügen über gut ausgebildete „Kanäle“ (neurobiologische Bahnen) zwischen Cortex und Limbischem System. Andere verfügen über diese Bahnen nicht. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass Cortex und Limbisches System durch andrängende Gefühle „entkoppelt“ werden, und dass sich eine Dissoziation entwickelt. Dem Psychotherapeuten, der mit Davannlos Techniken arbeitet, ist die TCR ein unverzichtbares Signalsystem.

Drei wichtige Schritte stellen den Schlüssel zur Beseitigung des destruktiven Widerstandes dar. Der erste Schritt ist es, die komplexen Übertragungsgefühle maximal zu mobilisieren, der zweite Schritt ist die Mobilisierung und Intensivierung der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR und der dritte Schritt besteht aus der Analyse des Prozesses und der gewonnenen Erkenntnisse im Zusammenhang mit den Problemen des Patienten.

Davanloo im August 2017: “The comprehensive analysis at the end is extremly important to create a new structure. It is very important to do a psychoanalytic investigation of all the problems. When you do that over and over, you give a major power to the structure of the unconscious.”

Die Mobilisierung der komplexen Übertragungsgefühle

Durch Druck auf die aktuellen Gefühle des Patienten in der Beziehung zum Therapeuten reagiert ein Patient zunächst einmal zunehmend mit Übertragungsgefühlen. Diese Gefühle machen dem Patienten Angst und sie werden deshalb abgewehrt (Twin Factor). Der neurotische Mensch reagiert überall im Alltag mit Abwehrmechanismen. Aber erst durch den Druck auf Gefühle in der therapeutischen Beziehung beginnen die Abwehrmechanismen sich als Widerstand in der Übertragungsbeziehung herauszukristallisieren. Das Besondere an den Behandlungstechniken Davanloos ist, dass die Entwicklung von Widerstand, im Gegensatz zu anderen Therapierichtungen, begrüßt wird, und dass mit dem Widerstand, zum Vorteil des Patienten gearbeitet wird.

Der Verlauf einer Therapie hängt im starken Maße davon ab, wie schnell es gelingt, den Twin-Factor zu entwickeln. Wenn die beiden Faktoren „Übertragung” und „Widerstand” nicht sofort auffindbar sind, dann muss mit dem Druck auf komplexe Übertragungsgefühle begonnen werden („Wie fühlen Sie mir gegenüber?”), sofern Angst in der therapeutischen Beziehung vorhanden ist, die auf Übertragungsgefühle hinweist. Wenn Angst in der Beziehung zum Therapeuten zu beobachten ist, kann nach Zeichen des Widerstandes gesucht werden.

Gefühle können auch durch die Erfragung von konfliktbeladenen Situationen der Gegenwart mobilisiert werden, was im Patienten früher oder später ebenfalls Widerstand hervorruft und Übertragungsgefühle gegenüber dem Therapeuten weckt.

Der Aufbau der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR

Wenn Widerstand in Form reifer Abwehrmechanismen sichtbar wird, wenn sich also die neurobiologischen Bahnen des Widerstandes auszubilden beginnen, kann die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR durch die konsequente und effektive Anwendung von Head-on collisions weiter aufgebaut werden (Davanloos Technik der optimalen Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstandes). Durch die Macht einer hohen TCR können in einer ersten Sitzung Wut und Schuldgefühle wirksam aus dem Unbewussten entfernt werden. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die neurobiologische Bahnen des Widerstandes zum ersten Mal in effektiver Weise formiert und das Erleben von Wut- und Schuldgefühlen ermöglicht. Es ist fortan die Aufgabe des unbewussten Abwehrsystems, sich immer besser zu formieren, fluide zu werden und das Unbewusste von der Macht des malignen Widerstandes (zementierte Wut- und Schuldgefühle) zu befreien. Durch die Strukturierung der neurobiologischen Bahnen des Widerstandes kann der Patient sein Unbewusstes nicht nur immer autonomer von pathogenen Gefühlen befreien sondern er kann sein Unbewusstes auch in zunehmendem Maße verteidigen, ohne auf maligne Abwehrmechanismen zurückgreifen zu müssen. In der Strukturierung der neurobiologischen Bahnen des Widerstandes zeigen sich das Wachstum und die zunehmende Macht der TCR. Wenn ein Patient bei Druck auf die komplexen Übertragungsgefühle mit unreifen Abwehrmechanismen reagiert, muss die Technik seinen besonderen Bedürfnissen angepasst werden.

Eine Beschädigung des unbewussten Abwehrsystems beseitigt man im Verlauf einer Therapie sukzessive, indem der maligne Widerstand schrittweise geschwächt und bestenfalls ganz ausgeräumt wird. Dies gelingt durch wiederholtes Kanalisieren der  im Unbewussten festgehaltenen kindlichen Wut- und Schuldgefühle nach außen in die therapeutische Beziehung hinein. Der Patient erlebt dabei die verschiedenen kindlichen Gefühle bewusst, führt sie nach außen ab und entlastet auf diese Weise Schritt für Schritt sein eigenes Unbewusstes. Um diesen Weg zu gehen und um die die therapeutische Arbeit effektiv und erfolgreich werden zu lassen, brauchen wir die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR. Wir brauchen eine hohe TCR beim Therapeuten und wir brauchen eine möglichst hohe TCR beim Patienten. Mit Hilfe der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR gelingt es, die neurobiologischen Bahnen des Widerstandes zu aktivieren, zu fördern und ihrer eigentlichen Bestimmung, der Verteidigung des Unbewussten einerseits und der Emotionsregulation andererseits, zuzuführen.

Eine hohe TCR garantiert die Fähigkeit, einerseits den andrängenden Gefühlen aus dem Unbewussten und andererseits der emotionalen Nähe mit dem Therapeuten standzuhalten. Eine hohe TCR fördert die Entschlossenheit, der inneren Gefangenschaft ein Ende zu bereiten, die Fusion aus Wut- und Schuldgefühlen aufzulösen und die pathogenen Schuldgefühle zu vernichten.

Ein optimaler Aufbau der TCR im Erstinterview ermöglicht, dass der Patient ein erstes Mal seine alten verdrängten Gefühle aus dem Unbewussten kontrolliert in die Beziehung zum Therapeut kanalisieren kann. Für diesen kurzen umschriebenen Moment verfügt er über diese „Widerstandskraft“ (TCR), die es ihm ermöglicht, sich seiner tiefen und lebenslang verborgenen Gefühlen bewusst zu werden, mit diesen Gefühlen in Kontakt zu bleiben und sie nach außen in Richtung des Therapeuten zu entladen. Im Moment des Durchbruchs dieser Gefühle aus dem Unbewussten geschieht die Entflechtung der Wut- und Schuldgefühle, die im Unbewussten miteinander fusioniert und „eingekellert“, oder besser gesagt „eingekerkert“ waren. In diesem Moment des Durchbruchs aus dem Unbewussten funktionieren die neurobiologischen Bahnen des Widerstandes zum ersten Mal im Sinne einer kompetenten Abwehr und befreien das Unbewusste zum ersten Mal von der pathogenen Fusion aus Gefühlen, allen voran die Fusion aus Wut und Schuldgefühlen. Allein eine hohe TCR hat die Macht, die Fusion aufzulösen. Davanloo im August 2017: “TCR takes the fusion off. If you remove the fusion, human relationships will change.”   

Wenn die verdrängten, kindlichen Gefühle aus dem Unbewussten befreit sind und der Mensch die Erfahrung macht, dass er die Potenz hat, sich selbst Struktur zu geben, dann verliert er an Angst und kann immer entspannter und offener auf seine Mitmenschen zugehen. Dies wiederum beruhigt und vereinfacht alle zuvor angespannten Beziehungen, insbesondere die Beziehungen zu Bindungspersonen, Partnern und eigenen Kindern.

Durch die Macht der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR ist die unbewusste Abwehrorganisation während eines ersten tiefgreifenden Durchbruchs aus dem Unbewussten für kurze Zeit intakt. Zum ersten Mal sorgt sie dafür, dass das limbische System entlastet und von „pathogenem Material“ befreit wird. Nach kurzer Zeit fällt sie jedoch in ihren gewohnten starren, steifen und unreifen Zustand zurück, das Unbewusste ist wieder mit einer „Mauer“ verschlossen. Jede weitere Entlastung des limbischen Systems wirkt sich jedoch positiv auf die Strukturierung der unbewussten Abwehrorganisation aus. In jedem weiteren Interview wird die TCR durch die gemeinsame Anstrengung von Therapeut und Patient immer wieder neu aufgebaut, die „steifen“ neurobiologischen Bahnen werden „trainiert“, damit sie geschmeidig werden, bis die TCR im Patienten nach einer gewissen Zeit durch das wiederholte Bahnen der neurologischen Wege und durch das wiederholte Abfließen von kindlichen Wut- und Schuldgefühlen aus dem Unbewussten zu dieser „Widerstandskraft“ geworden ist, die ein selbstbestimmtes und emotional freies Leben ohne verkrüppelnde, unreife Abwehrmechanismen garantieren kann.

Die Beziehung zwischen der TCR und der unbewussten therapeutischen Allianz UTA

An dieser Stelle soll erwähnt werden, dass die TCR und die unbewusste therapeutische Allianz UTA eng mit einander zusammenhängen. Die unbewusste therapeutische Allianz UTA entsteht auf dem Boden einer stärker und kraftvoller werdenden TCR. Ohne TCR keine UTA. Wenn das Unbewusste von „Wolken aus Angst“ umschlossen ist, können Signale aus dem Unbewussten die Oberfläche nicht erreichen. Wenn unter der Macht der TCR die Fusion von Wut- und Schuldgefühlen aus dem Unbewussten entfernt wird, verschwindet die projektive Angst und die Mitteilungen der unbewussten therapeutischen Allianz UTA können zum Therapeuten gelangen.

Davanloo antwortete im August 2017 auf die Frage einer Teilnehmerin der Gruppe “Is the UTA linked to the TCR?” folgendes: “Sure! A major component of the UTA is the TCR. UTA is the therapeutic process under the power of TCR.” Die TCR ist mehr als nur ein Katalysator im Prozess, die TCR ist eine Wegweiserin, die uns nicht nur die Richtung anzeigt sondern die uns im Prozess zudem Sicherheit und Abschirmung garantiert. Die TCR ist wie der Jetstream und die unbewusste therapeutische Allianz UTA ist wie der Funkkontakt zum Therapeuten. Wenn der Patient Autonomie erlangt hat, braucht er den Funkkontakt zum Therapeuten nicht mehr. Er kann sein Flugzeug alleine steuern.

Eine autonome, bzw. zunehmend autonomer werdende, unbewusste Abwehrorganisation hat mehrere Aufgaben. Ihre erste Aufgabe ist es, das pathogene Reservoir an komplexen verdrängten kindlichen Gefühlen zu entleeren oder metaphorisch gesagt, die „innere Heimat“ zu entmischen und zu entmüllen. Des Weiteren soll sie das Unbewusste gegen weitere „Kontaminierung“  schützen. Zusätzlich hat eine autonome unbewusste Abwehrorganisation auch die Aufgabe, eigene primitive Gefühle zu kontrollieren, wenn die äußere Situation dies erfordert, z.B. einem ungerechten Chef oder einem anstrengenden Kind gegenüber. Ein kompetentes unbewusstes Abwehrsystem verfügt über „Wehrhaftigkeit“ nach innen und nach außen.

Ein jeder einzelne weitere Anstieg der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR bedeutet Sicherheit und Abschirmung für den gemeinsamen therapeutischen Prozess. Wehrhaftigkeit, Durchsetzungskraft und Belastbarkeit nicht nur im einzelnen Prozess, sondern auch im realen Leben, nehmen damit zu. Die Gefahr der Ausbildung einer Übertragungsneurose zwischen Therapeut und Patient nimmt ab. Ein sehr hoher Level an TCR lässt sowohl die Angst vor und den Widerstand gegen emotionale Nähe vollständig verschwinden. Mit dem Verschwinden der Angst und mit einer hohen TCR klingen auch die malignen Abwehren ab, die dem Patienten zuvor „Krücke“ und Ausdruck seiner „Behinderung“ waren. Zum Vergleich: Ein Tier das nicht laufen kann, muss (oder es meint, es müsse) viel öfter und heftiger beißen als ein Tier, das im vollen Besitz seiner Beweglichkeit und Kraft ist. Mit wachsender TCR kann der Patient nun dem Ansturm der heftigen verdrängten Wut- und Schuldgefühle standhalten und diese nach außen in die therapeutische Beziehung befördern. Auf diese Weise wird der Hauptwiderstand (die ins Unbewusste verdrängte Fusion von Wut- und Schuldgefühlen) Stück für Stück beseitigt. Mit der schrittweisen Beseitigung des destruktiven Hauptwiderstandes wird das Limbische System entlastet und das beschädigte unbewusste Abwehrsystem kann sich erholen, bzw. neu aufbauen. Die neurotische Verkennung der Realität nimmt ab. Ab einem gewissen Zeitpunkt, wenn der Patient seine verbesserte Ich-Wirksamkeit im realen Leben erlebt, steigt sein Kampfgeist noch weiter, weil er die innere Enge endgültig beseitigen will, um in emotionaler Freiheit leben zu können.

Die zentrale Stellung der Head-on Collision HOC

Komplexe Übertragungsgefühle enthalten per se keine TCR. Die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR entsteht erst durch die Mobilisierung der verdrängten komplexen Gefühle in der Übertragung und durch die Anwendung von gut strukturierten Head-on collisions ab dem Zeitpunkt, zu dem sich die komplexen Übertragungsgefühle und die damit verbundenen Abwehrmechanismen in der therapeutischen Beziehung kristallisiert haben. Durch den Druck auf komplexe Übertragungsgefühle treten im therapeutischen Prozess verschiedene Abwehrmechanismen in den Vordergrund, die dem Widerstand gegen emotionale Nähe dienen und deren Funktion es ist, den Hauptwiderstand (die ins Unbewusste verdrängte und zementierte Fusion von Wut- und Schuldgefühlen) abzuschirmen. Um strukturierte und energiegeladene  Head-on collisions mit den auftretenden Abwehrmechanismen ausführen zu können, bedarf es einer hohen TCR des Therapeuten. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind und die Head-on collisions effektiv angewendet werden, steigt die TCR des Patienten steil in die Höhe. Die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR ist dann wie „eine starke Hand in der Dunkelheit des Ozeans“, die der Patient (angestoßen durch gute Head-on collisions) ergreifen kann, um sich selbst daran aufzurichten. Wenn der Therapeut jedoch selbst „auf einem unsicheren Kahn in der Dunkelheit des Ozeans schlingert“, dann fällt es ihm schwer, im Prozess gute Head-on collisions auszuführen, und wird es für Therapeut und Patient wesentlich schwieriger, sich aufzurichten, d.h. TCR zu entwickeln. Eine hohe TCR beim Therapeuten gibt dem Patienten Sicherheit und sie schirmt den Prozess gegen die Gefahr der Ausbildung einer Übertragungsneurose ab. Mit jeder HOC spürt der Patient besser, dass der Therapeut mit dem Ansturm seiner heftigen kindlichen Gefühle gut klarkommen wird. Das hilft ihm, seine verdrängten Gefühle zu mobilisieren und nach außen abzuführen. Wenn die TCR des Therapeuten niedrig ist, wird die Abfuhr der Gefühle für den Patienten mühsam oder sogar unmöglich. Die Unsicherheit des Therapeuten überträgt sich auf den Patienten.

Elaborierte Head-on Collisions sind in Zusammenhang mit konsequenter Anwendung von Druck auf vermiedene Gefühle das effektivste Mittel, um die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR steil ansteigen zu lassen. Die Head-on Collision ist das wichtigste Instrument, mit dem der Therapeut alle destruktiven Kräfte entwaffnet, die dem pathogenen Widerstand dienen. Mit einer HOC werden Destruktivität, Selbstsabotage, Zurückhaltung und Stagnation wirksam bekämpft.

Davanloo unterstreicht aber auch immer wieder, wie wichtig die Betonung der Ressourcen des Patienten ist, wodurch nicht nur die komplexen Übertragungsgefühle ansteigen sondern auch die TCR. Dieser Anstieg führt zu einer deutlich fühlbaren Spannung zwischen Therapeut und Patient. Aber auch im Patienten selbst steigen Tonus, Aufmerksamkeit, positive Erwartung und krisenhafte Zuspitzung des Kampfes zwischen positiven Kräften und destruktiven Kräften und der Patient muss sich entscheiden. Der Therapeut hilft, indem er einerseits insistiert, dass der Patient die destruktiven Kräfte aufgeben soll, und andererseits die Ressourcen des Patienten betont

Davanloo im November 2017: „swinging with the restistance and with the positive forces“.

Ein weiteres potentes Hilfsmittel, um die TCR zu stärken, ist das Anschauen der eigenen Therapiestunden, oder, wie das in Davanloos Closed-Circuit-Training Workshops in Montreal möglich ist, das Anschauen der Interviews von Kollegen. Der Patient/Workshop-Teilnehmer beobachtet sein eigenes Verhalten und Erleben, bzw. das der Kollegen, und stellt eigene Verhaltensmuster und Sichtweisen in Frage und öffnet sich für Neues. Dies geschieht auf der bewussten Ebene und auf der unbewussten Ebene.

Die revidierte Bedeutung von Challenge

Challenge hingegen wirkt nicht fördernd auf die Entwicklung der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR, weshalb Davanloo heute auf Challenge fast völlig verzichtet. Einfach nur auf Abwehrmechanismen hinzuweisen hilft nicht weiter. Davanloo sagte im November 2017, dass Challenge allenfalls benutzt werden darf wie eine Prise Salz in der Suppe, und auch erst zu einem Zeitpunkt, zu dem die TCR in hohem Maße vorhanden ist. Therapeuten, die Challenge benutzten, hätten eine Vorliebe für ineffektive Interventionen, was deren eigene Beschädigung der unbewussten Abwehrorganisation anzeige. Challenge verdirbt den Aufbau der TCR. Challenge weckt zwar komplexe Übertragungsgefühle, aber Challenge verstärkt gleichzeitig Angst und maligne Abwehrmechanismen. Challenge kann in die fragile Angstabfuhr mit Dissoziation führen. Challenge gefährdet insbesondere Patienten mit einer beschädigten unbewussten Abwehrorganisation. Sie fühlen sich durch Challenge angeklagt oder provoziert und reagieren darauf mit dem Ausbau ihrer komplexen unreifen Abwehr, schlimmstenfalls mit Dissoziation. Challenge stellt keine gesundheitsfördernde Interventionstechnik dar. Bei Patienten mit beschädigtem unbewussten Abwehrsystem, die große Schwierigkeiten mit der Entwicklung der TCR haben, wirkt Challenge als negative manipulative Interventionstechnik. Im November 2017 antwortete Davanloo auf die Frage, ob Challenge überhaupt etwas bewirke, dass Challenge Wellen mache, wie ein Kind, das in einer Wasserschüssel plätschert. Effektive Head-on Collisions aber würden dem wilden Ozean gleichen, der die tiefsten Gefühle aus dem Unbewussten an die Oberfläche spült. Einfach nur darauf hinzuweisen, dass der Patient Abwehrmechanismen benutzt, unterstützt den Anstieg von TCR nicht, anhaltender Challenge schadet.

Die multidimensionalen Strukturveränderungen

TCR bedeutet, eine Art eigene Widerstandskraft aufzubauen, die wir dazu nutzen können, unser Unbewusstes kontinuierlich von malignem Widerstand zu befreien. Es geht um den destruktiven Hauptwiderstand, der nicht nur entmachtet sondern vollkommen aufgelöst werden soll und damit sind die verdrängten Schuldgefühle in Fusion mit mörderischer oder sadistisch mörderischer Wut gemeint. Konstant an der Evakuierung von Sadismus und Schuldgefühlen zu arbeiten, ist der Mechanismus, der im Unbewussten strukturelle Veränderungen ermöglicht (Davanloos Technik der multidimensionalen unbewussten Strukturveränderungen) und der die Umwandlung einer komplexen, behinderten unbewussten Abwehrorganisation hin zu einer machtvollen unbewussten Abwehrorganisation schafft. Das Ausmaß der unbewussten strukturellen Veränderungen (und damit das Ausmaß der Gesundung) hängt vom Ausmaß des Entfernens von fusionierten Wut- und Schuldgefühlen (Hauptwiderstand) aus dem Unbewussten ab und damit hängen die strukturellen Veränderungen von der Kraft der TCR ab. Unbewusste strukturelle Veränderungen geschehen idealerweise in Sekundenbruchteilen. Die maximale Mobilisierung der TCR bewirkt, dass das Bild des ermordeten Therapeuten in Sekundenbruchteilen zum Bild der ursprünglichen Bezugsperson umschlägt (Phänomen des „Pincement des images“) und dass das Erleben der Wutgefühle in Sekundenbruchteilen in das Erleben der Schuldgefühle übergeht. Davanloo sagte einmal an einem solchen Punkt: „Die Beiden (Wutgefühle und Schuldgefühle) kommen gemeinsam durch die Tür“. Das limbische System folgt den kortikalen Zentren in Sekundenbruchteilen. Je höher die TCR aufgebaut ist, je höher ist das Ausmaß an Sadismus, das erlebt werden kann und umso schneller ist der Umschlag von Bild des vernichteten Therapeuten hin zum Bild der ursprünglichen Bindungsperson, umso schneller erfolgt der Übergang von Wut- zu Schuldgefühlen und umso effektiver ist der Abfluss von Schuldgefühlen. Eine hohe TCR garantiert, dass die De-Fusion von Wut- und Schuldgefühlen schnell gelingt und dass sich die neurobiologischen Bahnen des Widerstandes fluide und rasch dem Prozess anpassen. Die neurobiologischen Bahnen (hemmende und fördernde Synapsen) zwischen Cortex und limbischen System sorgen dann in Sekundenbruchteilen dafür, dass die Gefühle freigegeben und die ursprünglichen Zusammenhänge (neurobiologische Bahnen der Augen und der Erinnerung) erkannt werden. Erfolgreiche unbewusste strukturelle Veränderungen zeigen sich beim Patienten in der zunehmenden Fluidität im Unbewussten, in der zunehmenden Freiheit der Bewegung und der Stimme, in der Rückkehr von frühen Erinnerungen und darin, dass er in freiem Kontakt mit seinen Gefühlen und in unbeschwertem, entspanntem Kontakt mit dem Therapeuten und mit den Mitmenschen steht. Nach erfolgreicher Umstrukturierung kann sich der Patient auf sein Unbewusstes verlassen, die unbewusste Angst hat sich aufgelöst. Und um dies zu erreichen, sind wir vollkommen von einer starken TCR abhängig.

Davanloo im August 2017: “Another power of the TCR is memory. When you have TCR high, the memory is excellent. The other issue is, when TCR is high you don´t have malignant character defences. Stubbornness, defiance, oppositional character traits, they don´t exist. In a sense, structural impairment is totally removed. If the therapist has major problems with closeness and intimacy, then he is going to dig and dig and dig (gemeint ist: “to dig for feelings”, Anmerkung der Verfasser). Malignant character defence always indicates structural impairment of the unconscious defensive organisation. In a sense the unconscious defensive organisation is totally destroyed and what is left is a malignant character.” und Again I underline: High TCR removes resistance against emotional closeness, in every dimension: mother-son relationship, father-daughter relationship. This patient (zur Erklärung: ein Patient aus der Hauptgruppe 1, der gerade im Video gezeigt wurde) talks openly about his brother-sister relationship. TCR is high; TCR is the leading centre of the unconscious. Removing the structural impairment of the unconscious defensive organisation is our first task. Our constant attempt is to evaluate the resistance vis à vis TCR. When TCR shoots up, what happens to the resistance?”

 Das Unbewusste des Therapeuten

Aber was soll der Therapeut tun, wenn die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR niedrig bleibt. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Es kann am Therapeuten und dessen eigener Beschädigung des unbewussten Abwehrsystems liegen. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, dass dieser Therapeut an seinen eigenen Strukturen arbeitet, damit er nicht die Ausbildung von Übertragungsneurosen verursacht. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass das unbewusste Abwehrsystem eines Patienten so schwer geschädigt ist und die zurückgehaltenen Gefühle so stark miteinander verklebt und zementiert sind, dass es der starken Mobilisierung von Gefühlen im Rahmen von Closed-Circuit Gruppen-Workshops bedarf. Und es gibt Menschen, bei denen sich die zementierten Wut- und Schuldgefühle auch im Rahmen von Closed-Circuit Gruppen nicht lösen. Davanloo spricht hier davon, dass Schuldgefühle nicht mehr erreichbar sind.

Davanloo im August 2017: “There are therapists who don´t look at TCR. They dig and dig and dig (gemeint ist: “to dig for feelings”, Anmerkung der Verfasser). This is disturbing. They are therapists who are loaded themselves with malignant character defence. But they don´t know it; only when you come to contact with them you come to see that. Basically everything is dependent on projective anxiety. Projective anxiety is a major problem. When projective anxiety is too high, TCR or UTA cannot move into operation, because UTA depends on TCR, because TCR removes sadistic murderous rage from the therapist´s unconscious as well as from the patient´s unconscious.”

An dieser Stelle soll auch erwähnt werden, dass ein erschöpfter Therapeut eine niedrige TCR hat, auch wenn seine TCR im Allgemeinen hoch ist. Einem erschöpften Therapeuten fehlt die Kraft, die erforderlich ist, um einem Patienten aus dem „Sumpf“ zu helfen.

Zusammenfassung

Damit ein neurotisch in sich gefangener Mensch sich von seiner Krankheit befreien kann, muss zuerst die Beschädigung der unbewussten Abwehrorganisation aufgehoben werden, eine komplexe, behinderte unbewusste Abwehrorganisation muss in eine kompetente fluide Abwehrorganisation umgewandelt werden. Dazu brauchen wir die Übertragungskomponente des Widerstandes TCR und die wiederholte Evakuierung des Unbewussten von Wut- (oder sadistischen Wut-) und Schuldgefühlen. Durch die Macht einer stabilen unbewussten Abwehrorganisation kann umso besser weiteres pathogenes Material aus dem Unbewussten entfernt werden. Wenn die unbewusste Abwehrorganisation intakt ist, dann funktionieren die neurobiologischen Bahnen der Augen und anderer Sinne und damit wachsen die neurobiologische Bahnen der Erinnerung. Es werden nicht nur die belastenden Erinnerungen frei, sondern auch die schönen Erinnerungen. Dieser Mechanismus ist  anfangs nur für eine umschriebene Zeit wirksam, die TCR fällt wieder ab, aber nach und nach wächst die Fähigkeit, TCR aufzubauen, dauerhaft. Hier kommen dann Begriffe wie Selbstbewusstsein, Ich-Wirksamkeit, Würde und Güte ins Spiel. Angst, destruktive kompetitive Konkurrenz, Vorwurf, Anklage und Provokation haben dann längst ausgespielt. Die Übertragungskomponente des Widerstandes (engl. Transference Component of Resistance TCR) ist der Leitfaden, der dem therapeutischen Arbeiten mit den Techniken Davanloos Halt und Richtung gibt.

Am Erscheinungsbild und an der Ausprägung der Übertragungskomponente des Widerstandes TCR kann man den Zustand der aktuellen, aber auch der längerfristigen unbewussten Emotionsregulationsfähigkeit einer Person ablesen. Das Ausmaß der TCR bestimmt nicht nur die Intensität und Effektivität jeder einzelnen Therapiesitzung mit Davanloos Techniken sondern auch, längerfristig gesehen, die Wirksamkeit des alltäglichen Handelns.

Im Oktober 2017 sagte Davanloo auf dem 38th International Audiovisual Symposium on the Science of the Metapsyhologie of the Unconscious, dass die Forschung über die TCR weit darüber hinausgegangen sei was er jemals erwartet hätte.

Nachwort

Dieser Aufsatz wendet sich ganz besonders an die „Jugend“. Zu seinen Patienten sagte Davanloo manchmal, sie sollen „die Fahne in die Hand“ nehmen, um sich aufzumachen und gegen die destruktiven Mächte zu kämpfen. Davanloo war ein Vorreiter. Er hat die Fahne in die Hand genommen und er hat so manch einen Kampf geführt gegen Kollegen, die ihn verurteilt haben. Heute ist es an der Zeit, die Fahne zu übergeben. Und man kann sicher sagen: „Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht!“. Die Welt wartet auf engagierte Therapeuten, die wie Dr. Davanloo interessiert und bereit sind, Meisterschaft im „Tiefseetauchen“ zu erlangen.

Luxemburg/Zürich im Dezember 2017, Angela Schmitt und Dr. Christian Iten, Lektorat: Dr. Ursula Sporer, Regensburg

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Theorieseminar Würzburg Randersacker, 17./18.11.2017

In Würzburg Randersacker findet am 17./18.11.2017 das Theorieseminar zur IS-TDP von Waltraud Malin und Harald Posininsky statt.

Ein Mix aus Theorie und Technik, wie immer gemischt mit praktischen Beispielen und Übungen, soll eine vertiefte Einarbeitung in die Technik des Erstinterviews ermöglichen.

Informationen dazu erhalten Sie von den Veranstaltern Waltraud Malin und Harald Posininsky

 

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Einführungsseminar IS-TDP in Dresden, 19./20.01.2018

Für Interessenten an der IS-TDP bieten wir am 19./20. Januar 2018 in Dresden ein Einführungsseminar zur Intensiven Psychodynamischen Kurzzeittherapie nach Davanloo an.

Nach einer Einführung in die Theorie und in die spezifischen Interventionstechniken erhalten die KursteilnehmerInnen durch audiovisuelle Fallbeispiele einen lebendigen Zugang zur Methode. Außerdem wird den TeilnehmerInnen die Gelegenheit geboten, sich im Rollenspiel den unbewussten Konflikten ihrer Patienten zu nähern und erste Erfahrungen im Umgang mit dem direkten Zugang zum Unbewussten zu sammeln.

Hier können Sie den Flyer herunterladen:

 

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Kongressteilnehmer fragen, wir antworten

Auf der IS-TDP Jahrestagung vom 15.-17.9.2017 in Berlin wurden uns von Kongressteilnehmern wieder interessante Fragen gestellt. Diese Fragen haben wir aufgegriffen und beantwortet.

Sie finden diese Fragen auf unserer Internetseite. Sie gelangen zur Liste der Fragen und Antworten über die Kategorie „Kongressteilnehmer fragen, wir antworten“. Der Link zu dieser Kategorie findet sich in der rechten Seitenleiste oder hier.

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Verändert sich denn auch die Struktur durch eine ISTDP Sitzung oder ist das nur ein großer emotionaler Budenzauber? (G. Gottwik)

Das Ziel der IS-TDP ist die multidimensionale intrapsychische und interpersonelle Strukturveränderung, keineswegs ein „emotionaler Budenzauber“. In der gegenwärtig laufenden Studie der Auswertung „subjektiver Interviews“ bewerten die Patienten das Erleben tiefer Emotionen als sehr entlastend, die Arbeit an ihren Widerständen als „anstrengend“. Für bleibende Strukturveränderungen ist die sorgfältige „Phase der Analyse“ entscheidend wichtig.

Gerda Gottwik

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11. Jahrestagung in Zell am Main (Würzburg) vom 29.6. – 1.7.2018

Unsere 10. Jahrestagung in Berlin vom 15.-17.9.2017 ist nun schon vier Wochen vorüber und manche Teilnehmer fragten schon, wann unsere nächste Jahrestagung stattfinden wird.

Die 11. Jahrestagung, Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo wird vom Freitag bis Sonntag, 29. Juni bis 1. Juli 2018 stattfinden.

Auch der Ort steht schon fest. Wir werden wieder im Haus Klara in klösterlicher Atmosphäre mit ruhigen Übernachtungsmöglichkeiten im Haus tagen. Das moderne Tagungsambiente bietet uns den würdigen und passenden Rahmen.

Merken Sie sich den Termin vor! Sobald Thema und Programm feststehen, werden Sie hier informiert. Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren, bleiben Sie informiert.

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Kurstermine 2018 (Nürnberg, Berlin, Essen, Dresden, Hannover, Bonn)

Ab sofort können im Terminkalender die Termine unserer laufenden Kurse in Nürnberg, Berlin, Essen, Dresden, Bonn und Hannover eingesehen werden.

Wir würden uns über Ihr Interesse an einer Fortbildung in IS-TDP freuen. Für Ihre Fragen stehen Ihnen unsere jeweiligen Kursleiter gerne zur Verfügung. Hier finden Sie die entsprechenden E-Mail-Adressen.

  • Nürnberg
  • Berlin
  • Essen
  • Dresden
  • Hannover
  • Bonn

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Noch freie Plätze Jahrestagung „Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo, eine emotions- und übertragungsfokussierte Psychotherapiemethode im Dialog“ in Berlin 15.-17.9.2017

Wir freuen uns über die bisherigen zahlreichen Anmeldungen zu unserer Jahrestagung in Berlin vom 15. bis 17. September 2017 „Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo, eine emotions- und übertragungsfokussierte Psychotherapiemethode im Dialog“.

Die beiden Hauptvorträge stellen die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo (IS-TDP) und die Übertragungsfokussierte Psychotherapie nach Kernberg (TFP) dar. Eine anschließende Podiumsdiskussion ermöglicht den Dialog von Referenten und Teilnehmern zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten beider Methoden. Wer an diesem Dialog vertieft interessiert ist, den könnte auch der Workshop 5 (Therapeutische Interventionen in der IS-TDP und TFP im Dialog, Dr. I. Ostertag, Prof. P. Martius) interessieren.

Weitere Vorträge am Freitag und am Sonntag ermöglichen Einblicke in die Metapsychologie und Technik der IS-TDP.

Die beobachtende Teilnahme an einer Close-Circuit-Life-Supervision ermöglicht die Teilnahme an einer realen Therapie- und Trainingssituation. Es sind noch wenige Plätze frei.

In mehreren Workshops kann die IS-TDP weiter vertieft werden. Folgende Workshops sind noch offen:

Konferenzflyer und Konferenzplan stehen zum Download bereit.

Ihre Anmeldung können Sie online vornehmen.

Wir freuen uns, wenn wir auch Sie in Berlin begrüßen dürfen.

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Frühbucher-Rabatt zur Jahrestagung in Berlin 15.-17.9.2017 verlängert

Um noch mehr Interessenten an unserer Jahrestagung in Berlin, 15.-17.9.2017, „Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo, eine emotions- und übertragungsfokussierte Psychotherapiemethode im Dialog“ für eine frühzeitige Anmeldung zu gewinnen, haben wir uns entschieden, die Frist für den Frühbucher-Rabatt bis Ende Juni zu verlängern. Wir würden uns freuen, Sie in Berlin begrüßen zu dürfen.
Hier gelangen Sie zur Online-Anmeldung.

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Anmeldung zur Jahrestagung in Berlin, 15.-17. September 2017 ist jetzt möglich

Wir freuen uns, dass nun alle Informationen zu unserer Jahrestagung zur Verfügung stehen.

Möchten Sie einen Flyer oder den detaillierten Konferenzplan als pdf? Hier finden Sie die Download-Links:

Und wenn Sie sich anmelden möchten, dann geht es hier zu unserer Online-Anmeldung.

Sie haben noch fragen? Schreiben Sie uns eine Mail an

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IS-TDP auf den Lindauer Psychotherapiewochen 10.-14.4.2017

Wir freuen uns, dass Irene Ostertag für diese Jahr wieder zu den Lindauer Psychotherapiewochen eingeladen wurde. Sie wird in der ersten Woche zwei Kurse anbieten.

B42 – Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

D40 – Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Wir freuen uns, dass beide Kurse ausgebucht sind, zeigt es doch das wachsende Interesse an der IS-TDP nach Davanloo. Schade, für Teilnehmer, die nicht zum Zuge kamen. Unsere Jahrestagung in Berlin vom 15.-17.9.2017 wäre eine gute Möglichkeit, die IS-TDP kennenzulernen.

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Workshop 16 (Ersatz): Video einer vollständigen IS-TDP-Sitzung, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.2017

Im Workshop werde ich im kleinen Kreis von maximal 15 Teilnehmern das Video einer vollständigen Sitzung zeigen und erklären. Die Teilnehmer sind zum (Mit-) Fühlen und  zum Fragen eingeladen.

Das Video zeigt alle wesentlichen Elemente der Arbeit mit IS-TDP nach Davanloo.

Besonders intensive oder bedeutsame Stellen werden wir wiederholt anschauen, um den Prozess gut analysieren zu können.

Es handelt sich um die 6. Sitzung der Arbeit eines  Patienten mit Depression, Zwangsstörung und Suizidalität..

Yvonne Hänsch

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Buchrezension: Julia Shaw, Das trügerische Gedächtnis – wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht

Julia Schaw, „The Memory Illusion – Remembering, Forgetting, and the Science of False Memory“, Random House Books, 2016

Deutsche Übersetzung: „Das trügerische Gedächtnis – wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht“ erschienen bei Hanser, 2016

Julia Shaw ist eine Rechtspsychologin, die als senior lecturer für Kriminologie an der London South Bank University lehrt und forscht. Ihr Schwerpunkt ist die Fehleranfälligkeit des Erinnerungsvermögen. Sie konzentriert sich auf falsche Erinnerungen, die nicht realen Erlebnissen entsprechen. Dies hat besonders bei der Bewertung von Zeugenaussagen bei der Strafverfolgung schwerwiegende Konsequenzen, wenn Unschuldige aufgrund von fehlerhaften Erinnerungen beschuldigt und sogar verurteilt werden.

Erinnerungen, die mit Details bebildert und emotional und mit Überzeugung vorgetragen werden, müssen nicht der Realität entsprechen. Julia Shaw führt – vom Ethikausschuss gebilligte – Experimente in ihrem Labor durch, in denen sie nachweisst, dass sie bei einem hohen Prozentsatz ihrer psychisch gesunden Probanden Erinnerungen an Ereignisse einpflanzen kann, die nie statt gefunden haben. Sie ist überzeugt, und deshalb werden diese Experimente auch genehmigt, dass nur durch Forschung geklärt werden kann, wie solche Erinnerungsillusionen entstehen und funktionieren. „I am a memory hacker“, so stellt sie sich dem Leser vor. Und sie zitiert ihre Kollegin Elizabeth Loftus als Geleitwort: „Unsere Erinnerungen werden geformt. Sie sind wieder umformbar. Erinnerungen funktionieren wie eine Wikipedia Seite, Sie könnten sich einklicken und sie verändern, aber andere Leute können das auch.“ (Übersetzung durch die Verfasserin)

Julia Shaw hat ihr Buch zwar nicht speziell für Psychotherapeuten geschrieben, aber solche Forschung ist auch für uns Psychotherapeuten interessant und wichtig.
Interessant sind die Ausführungen zu neuronalen Netzwerken, Assoziationsketten und Konfabulation.

Technisch wichtig ist: Wir arbeiten mit Erinnerungen – und indem wir mit Erinnerungen arbeiten, verändern wir diese Erinnerungen.

Julia Shaw hat eine kritische Einstellung zur Psychotherapie. Sie widmet den Erinnerungen an Traumata das 9. Kapitel, dessen Untertitel lautet: „Warum wir fälschlicherweise traumatische Erlebnisse erinnern können.“

Es kann besonders für tiefenpsychologisch oder psychoanalytisch tätige Therapeuten auch eine Herausforderung sein, ihre wissenschaftlich fundierten Stellungnahmen zur Kenntnis zu nehmen – aber sie regen zur kritischen Selbstreflexion an.

Die Autorin schreibt z.B. humorvoll über einen gedanklichen Spaziergang mit Freud, der damals in Fussentfernung von ihrer heutigen Londoner Wohnung lebte. Aber sie schreibt auch „we would almost certainly hate each other“, und Julia Shaw zitiert ihren Kollegen Chris French (2015): „Es gibt keinen glaubwürdigen Hinweis für ein Wirken von dieser psychoanalytischen Vorstellung über Verdrängung – und sehr deutliche Hinweise, dass die Bedingungen, unter der Therapie statt findet, tatsächlich ideale Bedingungen sind für das Erzeugen von falschen Erinnerungen.“ (Übersetzung durch die Verfasserin)

Als problematisch in einer therapeutischen Situation gelten bei den Forschern unter anderem: suggestive Fragen oder Anleitungen, Imaginationen, Traumdeutung, Hypnose.

Wir als Psychotherapeuten tragen Verantwortung für den Arbeitsprozess und für die Folgen, die unsere Arbeit für unsere Patienten hat.

Es muss uns aus meiner Sicht interessieren, wie Erinnerung entsteht und wodurch sie sich verändert. Wie zuverlässig sind Erinnerungen, die unserer Patienten und auch unsere eigenen? Wie hängen äußeres und inneres Erleben und Erinnerung zusammen? Wie erkennen wir falsche Erinnerungen bei unseren Patientin, bei uns selbst? Wann führen falsche Erinnerungen zu psychischem Leid? Und: Kontrollieren wir uns ausreichend durch Selbststudium, Intervision und Supervision, damit unsere Arbeit keine suggestiven Elemente enthält?

Was lernen wir für unsere Arbeit aus der False-memory-Science?

Dieser Link führt zu einem Ted Talk von Prof. Elizabeth Loftus von 2013

Ursula Sporer

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Live Closed-Circuit Supervision von Erstinterviews, Dresden, 12./13.3.2017

Das Erstinterview dient der dynamischen Diagnostik von Angsttoleranz, Abwehrmustern und einem ersten Erschließen der zugrunde liegenden verdrängten „psychopathogenen Kräfte“. Bei präzisem Umgang mit Angst, Widerständen und keimender unbewusster therapeutischer Allianz (UTA) können die Widerstände bereits im Erstinterview überwunden und die dynamisch wirksamen pathogenen Emotionen auf dem Boden einer intensiven therapeutischen Allianz „erlebt“ werden. Die Patienten erinnern dann bisher emotional unverarbeitete Situationen ihrer Kindheit, die sie jetzt durcharbeiten und ablegen können. Der gesamte Vorgang bis zum „Durchbruch ins Unbewusste“ ist weniger kognitiv gesteuert als erlebnishaft. Auch für den Therapeuten ist der Vorgang eher subcortical als kognitiv steuerbar – ähnlich der Ausübung komplexer körperlicher Bewegungsabläufe – etwa des Skilaufens oder Tennisspielens. Deshalb ist das Erlernen der Technik der ISTDP weniger über Bücher, sondern durch Üben mit Anleitung eines „Trainers“ erlernbar. Hierzu dient das Setting des Closed-Circuit Live Interviews. Teilnehmer unserer Weiterbildungskurse und Therapeuten, die bereits an einer ISTDP-Veranstaltung teilgenommen haben, können am 12./13.3.2017 in Dresden an einem Live-Interview unter Leitung von Dr. Gottwik teilnehmen. Näheres erfahren Sie auf unserem Flyer, den Sie hier herunterladen können:

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ISTDP nach Davanloo, Fallseminar mit Rollenspiel, ein kausistisch-technisches Seminar, Nürnberg, 28.4.-1.5.2017

Die direkte emotions- und übertragungsfokussierte Arbeitsweise der IS-TDP (Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie) nach Davanloo erlaubt einen sehr schnellen Zugang zur pathogen wirksamen Dynamik und zum Überwinden der Widerstände im Erstinterview.
In diesem Fallseminar bieten wir die Gelegenheit, mit Hilfe der IS-TDP Lösungen auch für schwierige oder verfahrene Therapiesituationen zu finden.
Dazu können die TeilnehmerInnen ihre Patienten im Rollenspiel darstellen und wir werden als Therapeutinnen live vor der Gruppe mit ihnen arbeiten. Unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die TeilnehmerInnen ein intensives Verständnis von Übertragung und Gegenübertragung in der Arbeit mit ihren Patienten erfahren. Der Gewinn für die klinische Praxis besteht im direkten Erleben der aktualisierten Widerstände und verdrängten Emotionen. Dies ist auch für die effektive Antragstellung nützlich.
Die Übung ist ausschließlich praktisch orientiert. In dieser intensiven Supervisionsarbeit erleben die TeilnehmerInnen die Wirkung der spezifischen Interventionsformen der IS-TDP nach Davanloo an sich selbst. Eine wertschätzende Atmosphäre, in der wir alle uns zeigen können, ist notwendig.
Voraussetzung für die Teilnahme sind Grundkenntnisse und erste Erfahrungen mit der Methode.
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Gerda Gottwik & Dipl.-Psych. Yvonne Hänsch
Den Flyer erhalten Sie hier als Download

Interessenten wenden sich bitte an

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Einführung in die Psychodynamische KZT nach Davanloo – Erlösung vom Fluch der Wiederholungszwänge, Berlin am 28.9.2017

Am 28.09.2017 auf dem Deutschen Psychosomatik-Kongress „Psyche – Soma. Mensch – System.“ in Berlin: Einführung in die Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo:
Gestützt auf präzise Struktur- und Abwehrdiagnostik kommt in der IS-TDP von der ersten Sitzung an ein intensives emotionales Übertragungsgeschehen in Gang. Bereits im Erstinterview gelingt das „Erschließen des Unbewussten“, verdrängte kindliche Traumata mit reaktiven archaischen kindlichen Emotionen, z.B. mörderische Wut, werden erlebbar. Über die Reuegefühle kommt ein bewegender Versöhnungsprozess mit den frühen Introjekten in Gang. Die Bereitschaft zur Eigenverantwortung für das eigene erwachsene „Schicksal“ entsteht, neurotische Symptom- und Persönlichkeitsstörungen können sukzessive durchgearbeitet und der Fluch des Wiederholungszwangs aufgelöst werden.
Die Mikroanalyse therapeutischer Interaktionen anhand von Videoaufnahmen führt zu einer hochgradig emotionalen Übertragungs-Gegenübertragungssituation, die das pathogene Unbewusste aktualisiert und Zugang zu verdrängten Emotionen und pathogenen Beziehungsmustern führt.
Zentral ist eine Abfolge von Phasen im Vorgang des „Erschließens des Unbewussten“, die sich empirisch ergeben hat, wenn der Prozess fokussiert geführt wird.
Therapeuten, die sich mit den salutogenetischen Kräften im Unbewussten zu verbünden verstehen, helfen dem Patienten zur Überwindung der unbewussten Ängste und zur Überwindung der Widerstände.
Die Fortbildung gibt über die vertiefte Beschäftigung mit aktuellen Videobeispielen und – falls gewünscht – über Rollenspiele Gelegenheit, die Intensive Psychodynamische KZT nach Davanloo zu erfahren.
Dozenten: PD M. Brehm, G. Gottwik

deutscher-psychosomatik-kongress.de

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Intensive Psychodynamische Kurzzeiherapie nach Davanloo: eine emotions- und übertragungsfokussierte Psychotherapiemethode im Dialog – Tagung der DG für IS-TDP nach Davanloo, Berlin 15.-17.09.2017

Vorankündigung der Jahrestagung hier als pdf-Download:

Die Intensive Psychodynamische Kurzzeitherapie nach Davanloo ist eine psychodynamische Therapiemethode zur Behandlung
von Patienten mit einem breiten Spektrum neurotischer Symptom- und Persönlichkeitsstörungen sowie Somatoformer Störungen
und PTBS. Mit zugleich emotions- und übertragungsfokussierten Interventionen wird eine intensive emotionale Aktivierung des
Unbewussten angestrebt, die oft bereits im Erstinterview Zugang zu den verdrängten Konflikten und Traumata schafft.

Wie fühlen Sie mir gegenüber? Die Auswirkungen dieser Frage und weiterer spezifischer IS-TDP Interventionen werden in Vorträgen und in Workshops
ausführlich dargestellt. Alle Präsentationen basieren auf videodokumentierten Therapiesitzungen.
Wir freuen uns, dass Herr Prof. Dr. Philip Martius, Leiter des Instituts für Übertragungfokussierte Psychotherapie nach Kernberg,
München, als Gastreferent die Übertragungsfokussierte Psychotherapie, ebenfalls videogestützt, präsentieren wird. Im
Dialog wollen wir die Stärken beider Methoden diskutieren und voneinander lernen.

Das ausführliche Programm steht ab 30.03.2017 im Internet hier zur Verfügung.
Die Tagung beginnt am 15.09.2017 um 14 Uhr und endet am 17.09.2017 um 13 Uhr
Teilnahmegebühr: 350,00 € (bis 01.06.2017), danach 400,00 €

Interessenten senden bitte eine Mail mit dem Betreff „IS-TDP Tagung Berlin“ an

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Wie fühlen Sie mir gegenüber? IS-TDP: eine emotions- und übertragungsfokussierte Psychotherapiemethode. Berlin, 15.-17.09.2017

Wie fühlen Sie mir gegenüber? IS-TDP: eine emotions- und übertragungsfokussierte Psychotherapiemethode. So lautet der Titel der Jahrestagung, die im kommenden Jahr in Berlin stattfinden wird.

Von Freitag, den 15.09. bis Sonntag, den 17.09.2017 planen wir einen dreitägigen Kurs. Audiovisuelle Vorträge und zahlreiche Workshops werden einen vertieften Einblick in Davanloo’s IS-TDP ermöglichen. Wir suchen auch den Vergleich mit anderen emotions- und übertragungsfokussierten Therapiemethoden, wofür wir kompetente Referenten gewinnen werden.

Für diese Veranstaltung werden wir im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin-Mitte zu Gast sein.

Wir würden uns freuen, wenn Sie den 15.-17.09.2017 in Ihrem Kalender frei halten! Die Fertigstellung des Programms ist Anfang 2017 zu erwarteten. Melden Sie sich für den Newsletter an, dann erfahren Sie per Mail von Aktualisierungen. Oder schauen Sie regelmäßig hier vorbei.

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Neue Veröffentlichungen zu Davanloo’s ISTDP

Wir freuen uns, Ihnen vier aktuelle Artikel vorstellen zu können, die als Open Access Download kostenlos zu Verfügung stehen. Die Artikel geben Einblick in Davanloos aktuelle Forschung zur Übertragungsneurose.

  • Irene Ostertag & Atessa Firouz-Petermann
    Presence or Absence of Transference Neurosis
    in: Dominic Brewer (Hrsg.), Psychotherapy: Methods, Outcomes and Future Directions, Nova Science Publishers, 171-194
    Abstract: In the first part of this article the authors will introduce Davanloo’s Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy; they will present an overview of Davanloo’s definition of Transference Neurosis, as well as his classification of 3 categories of patients.
  • Alan Beeber
    Davanloo’s New Metapsychology of the Unconscious: Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy, Mobilization of the Unconscious and Total Removal of Resistance
    in: Dominic Brewer (Hrsg.), Psychotherapy: Methods, Outcomes and Future Directions, Nova Science Publishers, 79-108
    Abstract: This chapter addresses the development of the work of Habib Davanloo, M.D. from the early 1960’s to the present. His focus has been both on shortening the length of psychoanalytic therapies and expanding the base of patients treatable with his techniques. He, like others at the time, initially worked with highly motivated patients with a single therapeutic focus. Over the decades his clinical and clinical research base expanded to include patients with the highest complexity in their unconscious structure and the highest unconscious resistance. This includes the full spectrum of neurotic and characterologic disturbances, fragile character structure and complex cases of persistent, unresolved Transference Neurosis. His current clinical work, clinical research and education of therapists have major implications for the future of dynamic psychotherapy. His metapsychology is presented with attention to the issues of unconscious feelings, manifestations of unconscious anxiety and his unique perspective on the unconscious defensive structure. His methods of Intensive Short-term Dynamic Psychotherapy (DISTDP) with “unlocking the unconscious,” Mobilization of the Unconscious, and Total Removal of Resistance are described. The evidence base for short-term dynamic and DISTDP is briefly reviewed. Lastly, the focus of Davanloo’s current work is introduced, namely his concentration on Transference Neurosis. This topic is discussed further in the next chapter.
  • Alan Beeber
    Transference Neurosis: Contributions of Habib Davanloo
    in: Dominic Brewer (Hrsg.), Psychotherapy: Methods, Outcomes and Future Directions, Nova Science Publishers, 109-132
    Abstract: This chapter is an integration of several presentations I have given over the past several years on Davanloo’s conceptualization of Transference Neurosis, from a metapsychological, clinical and technical point of view. The history of the development of the concept of Transference Neurosis is reviewed. Initially described by Freud as a “new edition of the old disease,” it was the hallmark of psychoanalytic therapy. It had been a tenet of psychoanalysis that by working through the Transference Neurosis, via interpretation, neurosis could be cured.
    Transference Neurosis is defined. Davanloo’s most recent work is summarized. It is his view that Transference Neurosis is a morbid process that adds a new, destructive defensive system on top of the Original Neurosis. Davanloo states that when DISTDP is practiced in an optimum fashion there is no development of Transference Neurosis. However, not every treatment is optimum. Unconscious factors, including Transference Neurosis/Neuroses in the unconscious of the therapist, can complicate therapy.
    Davanloo’s broader sense of Transference Neurosis is explicated. Clinical indications of the presence of a Transference Neurosis are reviewed and specific clinical types are described. The negative effect of Transference Neurosis on access to the Original Neurosis in the Unconscious is reviewed. Lastly, Davanloo’s method of removal of the Transference Neurosis is described, which relies heavily on his method of Multidimensional Unconscious Structural Change. Davanloo has pointed out the insidious nature of Transference Neurosis in the clinical situation and has shown that it is reversible.
    The theoretical concepts presented in this chapter including the terminology such as Mobilization of the Unconscious, Transference Component of the Resistance, Complex Transference Feeling, Unconscious Therapeutic Alliance, Central Dynamic Sequence, Perpetrator of the Unconscious, Fusion of Primitive Murderous Rage with Guilt and Sexuality, Intergenerational Destructive Competitive Transference Neurosis, Uplifting the Transference Neurosis, Unlocking the Unconscious, and others, are not mine. They were developed by Dr. Davanloo over more than fifty years of his systematic clinical research. My aim has been to integrate these concepts for my colleagues and to solidify my own understanding of them in the process. I wish to acknowledge the contribution that Dr. Davanloo has made to me personally and professionally, and to our field.
  • Cathrin Hickey
    Davanloo’s Intensive Short-term Dynamic Psychotherapy and Major Mobilization of the Unconscious
    in: Dominic Brewer (Hrsg.), Psychotherapy: Methods, Outcomes and Future Directions, Nova Science Publishers, 133-170
    Abstract: The last several decades have seen a renewed focus on Brief Dynamic Psychotherapies. This chapter will focus on one particular Brief Dynamic Psychotherapy of interest known as Davanloo’s Intensive Short-term Dynamic Psychotherapy—otherwise known as IS-TDP. IS-TDP has been the subject of widespread acclaim and critique alike. Supporters feel that it is unique in its targeted focus on transference and the actual experience of unconscious emotions. Critics claim that its relentless focus on transference feelings and resistance can be seen by some as confrontational. That said, many regard Davanloo as a historical figure and are familiar with only the older theories and techniques associated with his work. Few realize that, after forty years of research, he is still active in theorizing his understanding of the “Metapsychology of the Unconscious.” He is also extremely active in teaching his technique and has an active, experiential, competency-based training program in Montreal, Canada. It is through this program that he has further developed his understanding of the human unconscious. He has greatly expanded his initial focus on the twin factors of transference and resistance in the clinical setting. Through means of Closed Circuit audiovisual recording, Davanloo has further developed and refined many new concepts related to the unconscious. The purpose of this chapter is threefold: to review the early work of Davanloo and his “Metapsychology of the Unconscious,” to discuss his current teaching and research program known as the Montreal Closed Circuit Training Program, and to review some of his newer approaches and findings. A variety of clinical vignettes from the Montreal Closed Circuit Training Program will be used to illustrate both Davanloo’s new theories and his current approach to technical interventions.

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Wenn Therapien scheitern – Therapieabbruch aus psychodynamischer Sicht der IS-TDP nach Davanloo, Dresden 2./3.12.2016. Noch freie Plätze!

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Symptomfreiheit, Autonomie, Lebensfreude sind Ziele unserer therapeutischen Arbeit. Wenn stattdessen der Patient immer unzufriedener und leidender wird oder gar die Therapie abricht, wird dies meist auch von erfahrenen Therapeuten als persönliche Niederlage erlebt. Was ist zu tun, um solche destruktiven Verläufe frühzeitig zu erkennen und zu verhindern? Ist jede vorzeitige Beendigung der Therapie ein Scheitern, welches verhindert werden muss? Und ist jede zu Ende gebrachte Therapie gelungen? Auf der Basis von Davanloo’s videogestützter empirischer Forschung können wir unter Einbeziehung der unbewussten Dynamik Therapieabbrüche analysieren und oft auch verhindern. Der therapeutische Prozess ist mit einer Bergwanderung vergleichbar: Der Therapeut zeigt dem Patienten den Weg aus seiner neurotischen Verstrickung in die Freiheit der Berggipfel. Ursache für das Scheitern einer Therapie können z.B. in unerkannter Überforderung des Patienten, unterschätzter Bequemlichkeit und Abhängigkeit oder in schuldhaften Fesseln an die „alten Götter“ liegen. Aufgabe des Therapeuten ist dabei auch, eigene Ängste und Fesseln zu erkennen und zu überwinden, dem Patienten seine Blockaden klar vor Augen zu führen und ihm immer wieder Mut zu machen, weiter in Richtung Gipfel zu steigen. Die IS-TDP stellt mit ihrer Metapsychologie, mit videobasierter Diagnostik der strukturellen Belastbarkeit des Patienten und durch die besondere Nutzung von Übertragung und Gegenübertragung hoch wirksame Hilfsmittel zur Verfügung.

Leitung: Gerda Gottwik & Yvonne Hänsch

Anfragen bitte an Yvonne Hänsch

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Gründung der „European Federation for H. Davanloo’s Techniques“ am 3.9.2016 in Pisa

Am 3.September wurde in Pisa die Europäische Föderation von H.Davanloos Techniken (EFDT) gegründet. Sie ist nach italienischem Recht als Föderation registriert und damit europaweit anerkannt.

Die Europäische Föderation verbindet in ihrem Namen Davanloos Techniken:
The European Federation for H.Davanloo´s Techniques of the Intensive Mobilisation of the Transference Component of the Resistance, the Total Removal of the Resistance, and the Intensive Short-term Dynamic Psychotherapy.

Die Föderation verbindet die bisher einzigen vier europäischen Organisationen, die von Dr. Habib Davanloo, MD, Professor Emeritus der McGill Universität in Montreal in Canada, anerkannt sind.

Es sind dies:

Der Vorstand der Föderation besteht aus:
Dr.Sandro Rosseti (IT), 1.Vorsitzender
Dr. Irene Ostertag (D), 2.Vorsitzende
Atessa Firouz-Peterman (CH), Schriftführerin
Lise Skole Hoey (DK), Schatzmeisterin

Wir hoffen, dass diese Föderation dazu beiträgt, die Zusammenarbeit der europäischen Gesellschaften und Institute zu stärken und in Europa die Verbreitung, das Wachstum und die Weitergabe von Davanloos IS-TDP und den davon abgeleiteten Techniken unterstützt und intensiviert. Die Deutsche Gesellschaft wird alles in ihren Möglichkeiten Stehende dazu beitragen.

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP
Dr. Irene Ostertag
Dr. Gerda Gottwik
Dr. Frieder Tressel

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Einführung in die IS-TDP, Erfurter Psychotherapiewoche 2016, 10.-14.09.2016

Auch in diesem Jahr wird auf der Erfurter Psychotherapiewoche 2016 wieder ein Einführungsseminar zur IS-TDP angeboten:

Einführung in Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo – Erlösung vom Fluch der Wiederholungszwänge

Patienten mit neurotischen Symptom- und Persönlichkeitsstörungen haben ihre traumatische Vergangenheit häufig vergessen. In ihrer Lebensführung oder mit ihren Symptomen wiederholen sie eben jene Vergangenheit – quasi als lebendes Mahnmal ihres Traumas. Dieser Zwang zur Wiederholung trägt in sich die Strafe an den Bezugspersonen der Vergangenheit, die Strafe an sich selbst und häufig auch die transgenerationale Weitergabe an die Nachkommen.  Unsere Aufgabe als Psychotherapeuten ist es, mit dem Patienten gemeinsam diesen Teufelskreis aufzulösen.

Basierend auf über 50jähriger Video gestützter empirischer Forschung hat Davanloo eine detaillierte und präzise Analyse von Angst und Abwehrverhalten beschrieben. Ohne den Patienten zu überfordern, kann auf dieser Basis eine intensive emotionale Aktivierung des Unbewussten erreicht werden, die oft bereits im Erstinterview Zugang zu den verdrängten konfliktbeladenen und traumatischen Kindheitserinnerungen schafft. Eine starke therapeutische Allianz und Aktivierung von Ressourcen ermöglicht dem Patienten, sich in der Übertragung seinen intensiven Wut- und Schuldgefühlen zu stellen und sich mit der Vergangenheit zu versöhnen.

Die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo ist ein psychodynamisches Therapieverfahren zur Behandlung eines breiten Spektrums neurotischer Symptom- und Persönlichkeitsstörungen sowie Somatoformer Störungen und PTBS.

Nach einer Einführung in die Theorie und in die spezifischen Interventionstechniken erhalten die KursteilnehmerInnen, durch audiovisuelle Fallbeispiele  einen lebendigen Zugang zur Methode. Außerdem wird den TeilnehmerInnen die Gelegenheit geboten, sich im Rollenspiel den unbewussten Konflikten ihrer Patienten zu nähern und erste Erfahrungen im Umgang mit dem direkten Zugang zum Unbewussten zu sammeln.

 

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!!! save the date !!! 3-tägiges IS-TDP-Symposium in Berlin, 15.-17.09.2017

Merken Sie sich schon mal den 15.-17.09.2017 für unsere Jahrestagung, den 10. Immersion Course zur Metapsychologie und Technik der IS-TDP. Wir werden diese Veranstaltung in der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin veranstalten. In Kürze werden hier nähere Informationen veröffentlicht.

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Infotermine zur Methode und zum Curriculum der Stuttgarter Gruppe

Interessenten an der IS-TDP im Stuttgarter Raum möchte Harald Posininsky mit Infotagen den Einstieg in die IS-TDP-Weiterbildung in der in Stuttgart geplanten Gruppe ermöglichen. Die Infotage finden zu folgenden Terminen statt:

  • 16.04.2016, 10:00-12:00 Uhr
  • 23.04.2016, 10:00-12:00 Uhr
  • 14.05.2016, 10:00-12:00 Uhr
  • 18.06.2016, 10:00-12:00 Uhr

Bitte melden Sie sich bei

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