Vortrag 4 (Hauptvortrag TFP): Die Übertragungsfokussierte Psychodynamische Psychotherapie (TFP) nach Kernberg – ein Überblick, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17, Prof. Philipp Martius

Die Übertragungsfokussierte Psychodynamische Psychotherapie (TFP) nach Kernberg ist ein manualisiertes und wissenschaftlich evaluiertes Verfahren zur Behandlung schwerer Persônlichkeitsstörungen. Im Vortrag werden das theoretische Konzept, das diagnostische Vorgehen, die Indikationstellung und die Anwendung der Technik skizziert. Anhand eines Fallbeispiels wird die Methode veranschaulicht.

Prof. Philipp Martius

Live Closed-Circuit Supervision eines Erstinterviews, IS-TDP Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Das Erstinterview dient der dynamischen Diagnostik von Angsttoleranz, Abwehrmustern und einem ersten Erschließen der zugrunde liegenden verdrängten „psychopathogenen Kräfte“.

Beim Erstinterview unter Closed-Circuit Supervision wird der Therapieprozess zeitgleich mittels Videoübertragung vom Supervisor und weiteren Beobachtern im Nebenraum mit verfolgt. Nach jeweils etwa 20 bis 30 Minuten erfolgt eine kurze Pause im Prozess, in der die Therapeutin und die Supervisorin den bisherigen Verlauf analysieren. Anschließend setzt die Therapeutin die Arbeit mit detaillierten Vorschlägen fort.

Bei präzisem Umgang des Therapeuten (mittels ganz spezifischer Interventionen) mit Angst, Widerständen und wachsender bewusster und auch unbewusster therapeutischer Allianz kann der Patient die Widerstände bereits im Erstinterview überwinden und die dynamisch wirksamen pathogenen Kräfte körperlich erleben. Patienten erinnern dann bisher unverarbeitete Situationen ihrer Kindheit, die sie jetzt emotional durcharbeiten, versöhnen und ablegen können. Der gesamte Vorgang bis zum „Durchbruch ins Unbewusste“ ist weniger kognitiv gesteuert als erlebnishaft. Auch für den Therapeuten ist der Vorgang eher subcortical als kognitiv steuerbar

Deshalb ist das Erlernen der Technik der IS-TDP weniger über Bücher, sondern durch Üben unter Anleitung eines erfahrenen Therapeuten erlernbar. Die Supervision der Live Übertragung eines Erstinterviews , ergänzt durch Analyse des Prozesses durch den Supervisor, bietet hierzu auch für Beobachter eine besondere Gelegenheit.

Zielgruppe: alle
Teilnehmerzahl: max. 20

Therapeutin: Friederike Mohr-Nawroth
Supervisorin: Gerda Gottwik

Workshop 6: Das Erstinterview – Zugang zum verdrängten Konflikt im Unbewussten und tiefer Versöhnungsarbeit, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Im Workshop wird auf die technischen Interventionen der ISTDP nach Davanloo anhand eines Patientenbeispiels mit Videodemonstration fokussiert, die das Erschließen des Unbewussten möglich machen. Gleichzeitig  wird anhand des Durchbruchs ins Unbewusste die tiefe Versöhnungsarbeit des Patienten mit der frühen Bezugsperson über das Erleben der Schuld – und Trauergefühle, sowie der liebevollen Gefühle aufgezeigt. Diese Arbeit kann bereits nach einer Stunde strukturelle Veränderungen im Leben der Patienten erreichen.

Die im Workshop vorgestellte Patientin leidet an Panikattacken und chronisch depressiver Symptomatik seit ihrer Jugend.

Verstärkt durch den Auszug ihres 16-jährigen Sohnes zum Vater reagierte sie mit Panikattacken, depressiver Symptomatik und Beziehungssabotage, indem sie ihren 4. Partner verlassen wollte. Zu ihren beiden Kindern aus 2 verschiedenen Partnerschaften und ihrer Mutter lebte sie eine von Schuldgefühlen belastete distanzierte aber auch klammernde Beziehung.

Nach dem Erstinterview mit oben genannten Inhalten konnte sie mit ihrer Mutter real ein sehr versöhnliches Gespräch mit gegenseitiger Einsicht in beide Beziehungsdesaster führen. Zudem konnte sich die Nähe zu ihren beiden Kindern durch das Auflösen der Schuldgefühle sofort verändern, was im Videobeispiel mit Auszügen aus der 2. Therapiesitzung anschaulich dargestellt wird.

Zielgruppe: alle

Maria Lindner

Workshop 7: Einführung in die Metapsychologie der IST-DP nach Davanloo, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Gezeigt wird ein Videoausschnitt aus der 5.Sitzung mit einer Patientin.

Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit an den Gefühlen der Patientin gegenüber der Therapeutin, dem damit verbundenen Widerstand und dem Öffnen der neurobiologischen Abfuhrwege für Wut- und Schulderleben, sowie dem anschließenden Durcharbeiten und dem Einblick in die generationenübergreifende pathogene Familiendynamik

Diese Einführung ist vor allem für mit der IS-TDP noch unerfahrene Kolleginnen und Kollegen.

Zielgruppe: Anfänger
Teilnehmerzahl: 25

Ursula Sporer

Workshop 8: Die Mobilisierung von komplexen, v.a. negativen Übertragungsgefühlen – theoretische und praktische Aspekte in der IS-TDP, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

„Ich könnte tierisch kotzen!“ – vom Übel therapeutische Hilfe zu benötigen, der Nutzung und Mobilisierung komplexer und insbesondere negativer Übertragungsgefühle zu Beginn einer psychodynamischen Kurzzeitherapie nach Davanloo. Einführender Vortrag mit Videopräsentation.

Zielgruppe: Anfänger

Harald Posininsky

Workshop 9: Therapiemethoden im Dialog: IS-TDP, TFP, EFT, MBT, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Unter dem Gesichtspunkt, wie in Therapien auf Emotionen und Übertragung fokussiert werden kann, soll der Blick noch ein wenig erweitert werden: von der IS-TDP und TFP zu der Emotionsfokussierten Therapie nach Greenberg und der Mentalisierungsbasierten Therapie nach Fonagy und Bateson.

In einem Versuch, Gemeinsamkeiten aufzusuchen und damit Schnittmengen zu bilden und zugleich Unterschiede aufzuspüren, kann der Dialog – selbstverständlich auch und vor allem mit den WorkshopteilnehmerInnen! –  die Positionen der Therapierichtungen erhellen.

Zielgruppe: alle

Irene Ostertag

Workshop 10: Grundlagen und Grundbegriffe der Metapsychologie Davanloo’s, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

In Form eines Power-Point-Vortrags werden die Grundlagen und Grundbegriffe der IS-TDP übersichtlich, anschaulich und im Zusammenhang  dargestellt. Es ist Gelegenheit, durch Nachfragen und zusätzliche  Erläuterungen das Verständnis zu vertiefen.

Zielgruppe: Anfänger
Teilnehmerzahl: maximal 25

Susanne Krumnow & Harald Posininsky

Workshop 11 & 15: Die intergenerationale destruktiv-kompetitive Übertragungsneurose nach Davanloo, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Eine 17jährige Jugendliche mit Anorexie erkennt die Wurzeln ihrer Krankheit. Anhand von Videos (in ganzer Länge) werden Davanloos Techniken vorgestellt: Davanloos Technik der Mobilisierung des Unbewussten, Davanloos Technik der optimalen Mobilisierung der Übertragungskomponente des Widerstandes, Davanloos Technik der psychoanalytischen Befragung des Unbewussten nach vollständigem Entfernen des Widerstandes und Davanloos Technik der multidimensionalen unbewussten Strukturveränderungen.

Es wird die Belegung der beiden Workshops nacheinander empfohlen.

Zielgruppe: Fortgeschrittene
Teilnehmerzahl: maximal 25

Angela Schmitt

Workshop 12: Wie kann die unbewusste therapeutische Allianz gefördert werden? Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Nur wer seinen Klienten offen und frei von Konzepten begegnet, wird Zugang zu den bedeutsamen unbewussten Themen bekommen. Darüber hinaus erhöhen dynamische Fragen den Druck auf die Gefühle und mobilisieren die Abwehr des Klienten im therapeutischen Beziehungsgeschehen. Dadurch kann der beschädigte Teil des Selbst bearbeitet werden.

Zielgruppe: alle
Teilnehmerzahl: maximal 20

Edeltraud Walch

Workshop 13: Finden, was wirkt, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Ein Mann, der Herr K. lwange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert“. „Oh“, sagte Herr K. und erbleichte.

Mit dieser keinen Anekdote beschreibt Brecht den Schrecken, im Stillstand zu sein, sich nicht verändern zu können.

Mit welchen Kriterien können wir erkennen, dass in der Therapie ein Prozess abgeschlossen  ist und für den Patienten die Fähigkeit zur positiven Veränderung wieder möglich ist, Stagnation und Blockaden überwunden sind?

An Hand von Interviews mit Patienten nach Beendigung einer Therapie, soll herausgearbeitet werden, wie umfassend die Versöhnung sein kann, mit der eigenen Geschichte, der Geschichte  der Eltern und Vorfahren und  mit sich selbst.

Zielgruppe: alle
Teilnehmerzahl: max. 25

Waltraud Malin

Workshop 14: Rollenspiel, Jahrestagung Berlin, So 17.9.17 11:00-12:30

Als Teilnehmer dieses Workshops können Sie ausprobieren, wie es sich anfühlt, entweder in der Therapeutenrolle die Frage „Wie fühlen Sie mir gegenüber?“ zu stellen oder sie in der Patientenrolle gestellt zu bekommen. In der Patientenrolle schlüpfen Sie in die Widerstände und Ängste Ihres Patienten und nähern sich ihm auf einer tieferen Erfahrungsebene. Sie erleben, wie schnell der Zugang zur pathogen wirksamen Dynamik sein kann und erhalten nebenbei auch wertvolle Hinweise für die weitere Therapie mit Ihrem Patienten. In der Therapeutenrolle machen Sie unter Anleitung erste Erfahrungen mit IS-TDP-spezifischen Interventionen.

Zielgruppe: alle
Teilnehmerzahl: max. 20

Harald Posininsky

Workshop 16 (Ersatz): Video einer vollständigen IS-TDP-Sitzung, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.2017

Im Workshop werde ich im kleinen Kreis von maximal 15 Teilnehmern das Video einer vollständigen Sitzung zeigen und erklären. Die Teilnehmer sind zum (Mit-) Fühlen und  zum Fragen eingeladen.

Das Video zeigt alle wesentlichen Elemente der Arbeit mit IS-TDP nach Davanloo.

Besonders intensive oder bedeutsame Stellen werden wir wiederholt anschauen, um den Prozess gut analysieren zu können.

Es handelt sich um die 6. Sitzung der Arbeit eines  Patienten mit Depression, Zwangsstörung und Suizidalität..

Yvonne Hänsch

Workshop 16 (abgesagt): IS-TDP nach Davanloo und VT, Jahrestagung Berlin, 15.-17.9.17

Dieser Workshop wurde aus organisatorischen Gründen leider abgesagt!

Die IS-TDP nach Davanloo wird in der Regel von Therapeutinnen und Therapeuten erlernt, die auf der Suche nach neuen Therapiemöglichkeiten sind und die bereits erfolgreich verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch arbeiten.

Für Verhaltenstherapeutinnen und Verhaltenstherapeuten ist IS-TDP ein Verfahren, mit dem Patientinnen und Patienten sehr schnell mit ihren kognitiven und emotionalen Schemata und ihrem Verhalten in Beziehungen vertraut gemacht werden. Die zugleich emotions- und übertragungsfokussierte Arbeitsweise der ISTDP ist für sie ungewohnt.

In dem Workshop möchten wir Parallelen zwischen beiden Verfahren aufzeigen. Dies erleichtert das Verständnis und das Erlernen der IS-TDP.

Während unserer eigenen Ausbildung in IS-TDP nach Davanloo fiel es uns immer wieder schwer, den Bezug zwischen IS-TDP und unserer bisherigen therapeutischen Heimat und auch Sprache herzustellen. So schien es mitunter, als müssten wir uns von dem  bisher Gelernten verabschieden.

Wir werden Videobeispiele von IS-TDP-Sitzungen in IS-TDP- Termini erklären und dann in verhaltenstherapeutische Konzepte und Begrifflichkeiten übersetzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich eingeladen, unsere Arbeit mit eigenen Ideen zu vervollständigen.

Zielgruppe: Anfänger
Teilnehmerzahl: maximal 20

Yvonne Hänsch & Ute Weißbach