Aktuelles

Vorankündigung der 13. Jahrestagung: 3.-5.7.2020, Zell am Main (Würzburg)

Nach der erfolgreichen 12. Jahrestagung vom 5.-7.7.2019 in Würzburg kommt die 13. Jahrestagung der Instituts der Deutschen Gesellschaft für Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo. Bitte merken Sie sich den Termin vor:

Freitag, Samstag und Sonntag
3. – 5. Juli 2020 in Zell am Main (Würzburg)

Mit der Registrierung unseres Newsletters erhalten Sie eine Nachricht, sobald das Programm veröffentlicht wird.

Vorankündigung der 13. Jahrestagung: 3.-5.7.2020, Zell am Main (Würzburg) Weiterlesen »

12. IS-TDP-Jahrestagung 5.-7.7.2019 in Würzburg: alle Informationen sind ab sofort verfügbar!

Wir freuen uns, Ihnen unser Programm für die

12. Jahrestagung Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo – Die Suche nach dem Widerstand
Freitag, Samstag und Sonntag, 5.-7. Juli 2019 in Würzburg

ab sofort online verfügbar stellen zu können.

Im Rahmen dieser Jahrestagung eröffnen wir allen Interessenten, die Grundlagen der IS-TDP in einem Einführungskurs vertieft kennenzulernen. Der Einführungskurs ist in das Gesamtprogramm eingebettet. Näheres entnehmen Sie bitte dem Programmflyer, den Sie hier herunterladen können:

Alle Abstracts der Tagung finden Sie hier.

Und auch die Onlineanmeldung ist hier verfügbar.

 

12. IS-TDP-Jahrestagung 5.-7.7.2019 in Würzburg: alle Informationen sind ab sofort verfügbar! Weiterlesen »

Abwehrmechanismen und Widerstände bei früher Traumatisierung, C. Iten

Früh traumatisierte Patienten weisen eine Vielzahl von Abwehrmechanismen auf, die in Gestalt von Widerständen in der Übertragungsbeziehung leicht ein Hindernis in der therapeutischen Arbeit werden können. Ausschnitte aus der therapeutischen Arbeit mit einer früh traumatisierten Patientin zeigen Überwindung von Abwehrmechanismen gegen emotionelle Nähe (Resistance Against Emotional Closeness), von malignen Abwehren wie Ironie, Sarkasmus und Entwertung sowie von Spaltung, Externalisierung und Projektion als Abwehr gegen die Auflösung punitiver Über-Ich-Strukturen.

Abwehrmechanismen und Widerstände bei früher Traumatisierung, C. Iten Weiterlesen »

Literaturhinweis: Persönlichkeitsstörungen – Update zu Theorie und Therapie

Das Buch Persönlichkeitsstörungen – Update zu Theorie und Praxis wurde herausgegeben von Berberich, Zaudig, Benecke, Saß und Zimmermann und ist im November 2018 erschienen.

Das erste Kapitel im vierten Teil „Therapie der Persönlichkeitsstörungen“ ist von Philipp Martius geschrieben. Er ist Professor an der Fakultät der Angewandten Sozialwissenschaften der Hochschule München, war bis 2017 Chefarzt der Abteilung für Psychosomatik an der Klinik Höhenried, ist niedergelassener Psychoanalytiker und Leiter des Instituts für Übertragungsfokussierte Therapie nach Kernberg in München und war als Gastdozent zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP nach Davanloo in Berlin im September 2017 eingeladen und mit einem Vortrag und einem Workshop aktiv dabei.

Martius führt ein in die psychoanalytisch fundierten Verfahren und beschreibt die IS-TDP nach Davanloo und die Übertragungsfokussierte Therapie nach Kernberg. Hier wird die IS-TDP zum ersten Mal in einem deutschen Fachbuch dargestellt und als geeignete Therapiemethode für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen genannt.

Dr. Irene Ostertag

Literaturhinweis: Persönlichkeitsstörungen – Update zu Theorie und Therapie Weiterlesen »

Davanloo´s Techniques in the Case of a 17-Year-Old with Anorexia Nervosa and a Complex Unconscious

Dieser zweiteilige Artikel der AutorInnen Catherine Hickey (Discipline of Psychiatrie, Memorial University of Newfoundland, Canada), Jody Clarke (Associate Professor, Atlantic School of Theology, Halifax, Canada) und Angela Schmitt (Luxemburg, private Praxis) zeigen am Beispiel der Therapie einer 17-jährigen Patientin mit Anorexia nervosa Davanloos neuere metapsychologische und technisch Konzepte, die er in seinem Montreal Closed Circuit Training Program entwickelte, mit Fokussierung auf unterschiedliche Formen der Übertragungsneurose, der intergenerativen Übertragungsneurose und der Beschädigung der unbewussten Abwehrstruktur.

Beide Teile des Artikels sind online verfügbar: Part 1 und Part 2

 

Davanloo´s Techniques in the Case of a 17-Year-Old with Anorexia Nervosa and a Complex Unconscious Weiterlesen »

Buchrezension: Understanding Davanloo´s Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy, Catherine Hickey

Das Buch von Catherine Hickey, Psychiaterin in Neufundland, Canada, zeugt von dem großen Mut der Autorin, die Arbeit von Habib Davanloo und den Teilnehmern des Closed Circuit Training (CCT) Program in Montreal in den vergangenen 10 Jahren anschaulich und systematisch darzustellen. Catherine Hickey will diese Arbeit für Kliniker verständlich machen und Brücken bauen. Denn für Außenstehende sind das Setting, der experimentelle Charakter sowie die entwickelten Konzepte dieser Workshops nur schwer nachvollziehbar.

Die Autorin stellt im ersten Teil des Buches zunächst das Setting des CCT Programms vor: Die Teilnehmer des Ausbildungsprogramms sind ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten, die sich etwa dreimal pro Jahr für einige Tage in Montreal treffen, um dort mit Dr. Davanloo und mit den Kollegen zu arbeiten. Die Teilnehmer machen untereinander nach Vorgabe und unter Supervision von Dr. Davanloo Interviews, welche audiovisuell aufgezeichnet werden.

Alle Teilnehmer der Gruppe nehmen live am Geschehen des Interviews im Nebenraum teil. Durch das Beobachten und Miterleben wird parallel auch das Unbewusste der Zuschauer mobilisiert. Die erstellten Videos werden angeschaut, im Detail analysiert und ausgewertet. Manche Videos sind sehr mobilisierend und werden wiederholt gezeigt. Dies aber nicht nur, um das Unbewusste der Teilnehmer zu mobilisieren, sondern auch weil sie von hohem didaktischem Wert sind.

In der kurzen Einleitung in die Metapsychologie des Unbewussten von Davanloo beschreibt die Autorin die Zwillingsfaktoren (Übertragung und Widerstand), die Unbewusste Therapeutische Allianz, die Übertragungskomponente des Widerstands, die Zentrale Dynamische Sequenz, den Zugang zum Unbewussten, die Abfuhrwege der Angst. Ausführlich erklärt sie das Setting der Workshops – und betont hier zu Recht auch die Gruppenerfahrung, die die Arbeit zusätzlich intensiviert.

Da der Schwerpunkt des Buches auf neuen Konzepten von Davanloo aus den Jahren 2005-2015 liegt, werden diese kurz erläutert:

  • die Bedeutung des Zeitpunkts der Traumatisierung, je nachdem ob dieser vor oder nach dem 5. Lebensjahr liegt
  • die Fusion von Wut und Schuld
  • die intergenerationale Weitergabe von Neurosen, die sich in verschiedenster Form äußern kann und die mit hoch destruktivem Widerstand einhergeht
  • die in früheren therapeutischen Settings entstandenen Übertragungsneurosen, die einen hoch destruktiven Widerstand darstellen
  • die multidimensionalen Strukturveränderungen
  • die Bedeutung der neurobiologischen Abfuhrwege
  • die Auswirkungen der projektiven Angst auf Seiten des Patienten und/oder auf Seiten des Therapeuten.

Im zweiten Teil des Buches führt uns die Autorin über 19 Kapitel durch die insgesamt 23 Sitzungen einer exemplarischen Therapie mit ausführlichen Verbatimprotokollen. Dies ist meines Erachtens die Stärke des Buches: die erlebnisnahe, praxisnahe Beschreibung eines Therapieprozesses unter Berücksichtigung der metapsychologischen Schwerpunkte von Davanloo wie z.B. die Übertragungsneurose mit Therapeuten, die intergenerationale Weitergabe von Psychopathologie, die multistrukturellen unbewussten Strukturveränderungen, das pathologische Trauern, die unbewusste Abwehrorganisation.

Ein Ausflug in den aktuellen Wissenstand aus Untersuchungen psychotherapeutischer Prozesse mittels bildgebender Verfahren von Robert Tarzwell, einem kanadischen Psychiater und Nuklearmediziner, schließt das Buch ab. Er regt an, auch mögliche neurologische Veränderungen durch IS-TDP mittels Bildgebung zu untersuchen.

Was wir am Ende der spannenden und interessanten Lektüre besser verstehen werden, ist, wie die Arbeit mit dem mobilisierten Unbewussten durch die ausgedehnte Mobilisierung des Unbewussten und die totale Entfernung des Widerstands (Major mobilization of the unconscious and the total removal of resistance) einer ausgewählten Workshop-Teilnehmerin zu einer heilsamen Wirkung führt.

Dr. Irene Ostertag

Buchrezension: Understanding Davanloo´s Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy, Catherine Hickey Weiterlesen »

Stressorbasierte Therapieansätze und Davanloos Konzepte der projektiven Angst im Unbewussten des Patienten. Welche Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen gibt es?

Grundlage für den folgenden Aufsatz ist das Buch von Thomas Hensel „Stressorbasierte Psychotherapie“. Thomas Hensel ist niedergelassener Psychotherapeut in Offenburg und bildet als Leiter des Kinder-Trauma-Instituts KTI Psychotherapeuten in spezieller Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen aus.

Davanloos Techniken basieren, wie viele andere Therapieansätze, auf einem ätiologisch orientierten, neurobiologisches Störungsmodell. Davanloo untersucht nicht nur Traumata, die von früher interpersonaler Gewalt und anderen traumatisierenden Lebenserfahrungen herrühren, sondern er untersucht auch die transgenerationale Weitergabe von einschränkenden Interaktions- und Emotionsregulationsmustern und deren pathogene Wirkung auf die neurobiologische Entwicklung des Säuglings und des Kleinkindes. Davanloo hat seit den 60er Jahren eine sehr große Anzahl an audiovisuell dokumentierten Therapiestunden ausgewertet. Er postuliert, dass ein hohes Maß an projektiver Angst immer mit einer eingeschränkten oder blockierten Entwicklung der Informationsüberleitung und Informationsverarbeitung zwischen limbischem System und kortikalen Zentren einhergeht. Davanloo führt die projektive Angst auf die transgenerationale und multidimensionale (das Kind wird nicht nur von einer Person, sondern von vielen Personen geprägt) Weitergabe von destruktiven neurotischen Verhaltens- und Beziehungsmustern zurück. Diese intergenerationale Transmission der psychoneurotischen Störung nennt er „maligne Übertragungsneurose“. Maligne deshalb, weil sich die damit verbundenen destruktiv kompetitiven Muster der Beziehungsgestaltung und die in der Folge beschränkten Fähigkeiten zur Emotionsregulation beziehungszerstörend und selbst-zerstörend auswirken. Davanloo hat beobachtet, dass die „maligne Übertragungsneurose“ mit einem sehr hohen Maß an unbewussten Schuldgefühlen einhergeht. Er zieht Parallelen zwischen der „malignen Übertragungsneurose“ und dem von Sigmund Freud geschaffenen Begriff des Über-Ich-Widerstandes. Ein hinsichtlich seiner Emotionsregulation schlecht ausgestattetes Individuum kann belastenden Alltagserfahrungen weniger gesunde Abwehrkraft entgegensetzen als ein emotional gut ausgestatteter Mensch, der der Welt ohne projektive Angst begegnen kann. Eine Person, die unter hoher projektiver Angst leidet, läuft Gefahr, immer weiter traumatische Erfahrungen anzuhäufen und sich damit zunehmend destruktiv zu verhalten. Statt gesunden reifen Abwehrmechanismen setzt sie maligne unreife Abwehrmechanismen ein. Das unbewusste spüren, dass die eigenen Emotionsregulations- und Abwehrkräfte schwach entwickelt sind, führt zu einer ständig erhöhten und sich situativ verstärkenden projektiven Angst. Diese projektive Angst stellt einen anhaltenden gravierenden Stressor dar, der weiteres destruktives Verhalten und weitere traumatisierende Erfahrungen auf der Beziehungsebene fördert. Davanloo geht heute davon aus, dass der Widerstand – jene unbewusste Kraft, die schmerzliche Erfahrungen in der Verdrängung halten möchte – und auch der Über-Ich-Widerstand der „malignen Übertragungsneurose“ überwindbar ist. Das Erleben der mit den frühen Traumatisierungen verbundenen primitiven Wut und den damit verketteten Schuldgefühlen ist seiner Überzeugung nach ein effizienter Weg, die „maligne Übertragungsneurose“, bzw. den Über-Ich-Widerstand und damit die projektive Angst, anhaltend aufzulösen. Davanloo hat eine Technik zur völligen Entfernung des Widerstandes entwickelt, die bei „malignen Übertragungsneurosen“ wiederholt angewendet werden muss, bis sich zeigt, dass die projektive Angst dauerhaft entfernt ist. Dann haben anhaltende intrapsychische unbewusste Strukturveränderungen stattgefunden. Der Betroffene braucht dem Erleben seiner schmerzlichen verdrängten Gefühle keinen Widerstand mehr entgegenzusetzen, er muss die belastenden Gefühle nicht mehr kontrollieren und sein dysfunktionales Verhalten löst sich auf. Die Arbeit mit Davanloos Techniken erfordert, dass der Therapeut über eine gut entwickelte Emotionsregulationsfähigkeit und über ein „aufgeräumtes Unbewusstes“ verfügen muss und an die Entwicklungsfähigkeiten des Patienten glaubt. Das Ziel der Therapie mit Davanloos Techniken ist ein umfassender bewusster und unbewusster Strukturwandel. Es geht um Versöhnung mit den frühen Bindungspersonen und um das Begreifen, dass die Eltern im Rahmen ihrer eigenen behinderten und destruktiven Emotionsregulationsfähigkeiten versucht haben, ihr Bestes zu geben.

Ähnlichkeiten bzw. Übereinstimmungen mit den stressorbasierten Therapieansätzen finden sich folglich in:

  • der ressourcenorientierten Grundhaltung und dem Glauben daran, dass der Patient sich mit seinen belastenden Erfahrungen konfrontieren kann und dass dies sinnvoll und notwendig ist
  • dem Wissen um neurobiologische Zusammenhänge und der Glaube an Selbstheilungsmechanismen auf neurobiologischer Ebene
  • der Einstellung, dass belastende Beziehungs- und Lebenserfahrungen die Ursache für psychoneurotische Störungen sind und dass dysfunktionales Verhalten und dysfunktionale Beziehungsgestaltung aufgrund des Mangels an reifen Emotionsregulationsmechanismen entstehen und der Ausdruck dafür sind, dass der Betroffene versucht, diesen Mangel zu kompensieren
  • der stressorbezogenen Behandlung. Die Arbeit mit Davanloos Techniken verlangt die Beseitigung der projektiven Angst in jeder einzelnen Therapiestunde.

Stressorbasierte Therapieansätze und Davanloos Konzepte der projektiven Angst im Unbewussten des Patienten. Welche Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen gibt es? Weiterlesen »

IS-TDP auf dem Psychosomatikkongress 2019, Berlin 20.-22.03.2019

Auf dem Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 20.-22.03.2019 in Berlin der DGPM und des DKPM finden dieses Jahr ein Seminar und eine Postersession statt.

  • Das Seminar „Auflösung von transgenerationalen Traumafolgen mit Hilfe der Intensiven Psychodynamischen Kurzzeittherapie (IS-TDP) nach Davanloo“ findet am Mittwoch, den 20.03.2019 (9:00-12:00 Uhr) statt. Dozentinnen sind Gerda Gottwik und Michelle Brehm
  • Weiterhin ist die IS-TDP mit einer Postersession „Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie (IS-TDP) nach Davanloo aus und das Erleben von ‚Unlocking of the Unconscious‘-Ereignissen“ vertreten.

Abstracts:

Auflösung von transgenerationalen Traumafolgen mit Hilfe der Intensiven Psychodynamischen Kurzzeittherapie (IS-TDP) nach Davanloo„:
In der IS-TDP wird die Dynamik neurotischer Störungen in verdrängten Emotionen reaktiv zu traumatisierenden Kindheitserlebnissen gesehen.
Wenn es sich um frühe Bindungstraumata handelt, sind die „bisher vermiedenen“ reaktiven Gefühle besonders intensiv, treffen noch dazu auf unreife neuronale Strukturen: die Bahnen zum Cortex und der Cortex selber sind noch nicht entwickelt, heftige Affekte bleiben in den Amygdala gespeichert – und zwar lebenslang. Der Verdrängung dieser Emotionen dient eine pathologische Abwehrorganisation. Patienten leiden an emotionaler Instabilität, schweren Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen und schweren Beziehungsstörungen.
Davanloo hat in den letzten Jahren gezeigt, wie daraus eine Traumaweitergabe und transgenerationelle Störungen entstehen können. Er hat außerdem gezeigt, wie mit Einsatz der übertragungs- und emotionsfokussierten IS-TDP durch besondere Förderung der bewussten und Unbewussten Therapeutischen Allianz der Patient seine Widerstände überwinden und die verdrängten Gefühle und dazu gehörenden Abwehrmuster durcharbeiten und damit die transgenerationelle Problematik auflösen kann.
Im diesem Workshop werden Sie Gelegenheit haben, anhand von Videoaufnahmen bei einem 30jährigen Patienten mit Panik, Depression und schwerer Computerspielsucht den Prozess mit zu erleben. Besonderer Wert wird darauf gelegt, zu zeigen, wie sich im Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehen die intergenerationalen Übertragungsmuster wiederholen und aufgelöst werden können. Sie werden dabei erleben, wie das Durcharbeiten der pathologischen Muster und dahinter liegender sadistischer Gefühle zu einem Ergebnis führte, das für den Patienten innerlich und mit seiner noch heute lebenden Mutter auch real zu einer bewegenden Strukturveränderung führte.

Postersession: Intensive psychodynamische Kurzzeittherapie (IS-TDP) nach Davanloo aus und das Erleben von „Unlocking of the Unconscious“-Ereignissen
Hintergrund: Im Rahmen der Psychotherapieforschung erlangen emotionale Prozesse bzw. das emotionale Erleben als Prozessparameter vermehrt an Wichtigkeit.
Die Intensität der emotionalen Verarbeitung wird verfahrensübergreifend zuverlässiger Prädiktor für den Therapieerfolg (Castonguay et al., 1996; Silberschatz & Curtis, 1993).
Die ISTDP nach Davanloo ist ein psychodynamischer Behandlungsansatz, der speziell auf das Aktivieren und Erleben intensiver Gefühle fokussiert. Das körperliche Erleben von Gefühlen, insbesondere von mörderischer Wut in der Übertragung wurde von Davanloo als Trigger-Mechanismus für das „Unlocking of the Unconscious“ gesehen  (Davanloo 1976, 2005). Daraus ergeben sich Imaginationen einer jeweils spezifischen aversiven (traumatischen) Kindheitssituation, welche die anschließenden versöhnlichen Gefühle den ursprünglichen Bezugspersonen gegenüber (Schuldgefühle, liebevolle Gefühle, Trauer über Versäumtes) ermöglichen. Die anschließende Analyse führt zur kognitiven Integration des Erlebten.
Die Fragestellung der vorliegenden Studie lautet: „Welche Rolle spielt das Erleben von „Unlocking of the Unconscious“-Ereignissen bei der emotionalen Verarbeitung in der ISTDP im Hinblick auf den Therapierfolg?“
Methode: Vier Einzelfälle wurden anhand von transkribierten Sitzungen und Videofilmen mikroanalytisch untersucht in Bezug auf den Prozess des „Unlockings“ und auf spontan berichtete Verbesserung bzw. Verschlechterung der Symptomatik und des Beziehungserlebens.
Ergebnis: Die Analyse zeigte, dass nach vollständigem Erleben von Wut, Schuldgefühlen mit Schluchzen, liebevollen Gefühlen und damit dem Versöhnungsprozess, Verbesserungen in Bezug auf Symptomerleben bzw. Beziehungserleben (Probleme die die Patienten zu Beginn als zentral genannt haben) berichtet wurden.
Umgekehrt galt: Wurden die in „Unlocking“- Ereignissen aktivierten Gefühle nicht vollständig bzw ausreichend erlebt, kam es in den folgenden Sitzungen zu Verschlechterungen (Symptome, Beziehungsschwierigkeiten kehrten zurück).
Schlussfolgerung. Die Ergebnisse unterstützen, dass das körperliche Erleben intensiver Gefühle einen wichtigen Beitrag zu psychotherapeutischen Verbesserungen liefert, aber nur dann, wenn der mörderischen Wut auch versöhnliche Schuld- und Trauergefühle in Bezug auf die introjizierten primären Bezugspersonen folgten.

IS-TDP auf dem Psychosomatikkongress 2019, Berlin 20.-22.03.2019 Weiterlesen »

„A Brief History of Davanloo’s IS-TDP“ von Alan Beeber

Alan Beeber, Professor für Psychiatrie in North Carolina (USA) ist mit seinem Artikel über die Geschichte der IS-TDP nach Davanloo einen Einblick in die Wurzeln der IS-TDP, deren Entstehung und deren neuere Entwicklung bis in die Gegenwart. Auch auf Davanloos Forschungsergebnisse der letzten Dekade nimmt Beeber Bezug. Den lesenswerten Artikel können Sie hier herunterladen.

„A Brief History of Davanloo’s IS-TDP“ von Alan Beeber Weiterlesen »

Workshop für Fortgeschrittene in Ettelbruck (Luxemburg) 18./19. Januar 2019

Unter der Leitung von Angela Schmitt findet ein Workshop statt, dessen Titel „Search for the Resistance – Davanloos neurobiologische Konzepte Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ lautet. Das zweitägige Seminar wird Davanloos Konzeption vom neurobiologischen Zusammenhang zwischen beeinträchtigter Aktivität des unbewussten Abwehrsystems und den malignen Übertragungsneurosen darstellen. Dieser Workshop ist für Therapeuten geplant, die bereits praktische Erfahrungen in der IS-TDP gesammelt haben und die neurobiologischen Konzepte Davanloos praxisbezogen kennenlernen möchten.

Workshop für Fortgeschrittene in Ettelbruck (Luxemburg) 18./19. Januar 2019 Weiterlesen »

Einführungskurs in Dresden, 18./19. Januar 2019

In Dresden haben Sie am 18. und 19. Januar 2019 die Möglichkeit, eine Einführung in die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie zu erhalten. Hier können Sie den Flyer herunterladen:

Anmeldungen richten Sie bitte an

Einführungskurs in Dresden, 18./19. Januar 2019 Weiterlesen »

Update zum Einführungskurs in Nürnberg am 13.10.2018 – Online anmelden

Auf einer eigenen Seite finden Sie alle Informationen zum Einführungskurs „Die Suche nach dem Widerstand“ in Nürnberg am 13.10.2018. Die Inhalte dieser Seite erhalten Sie auch mit dem Flyer, den Sie sich herunterladen können:

Der Kurs eignet sich für alle, die einen ersten Eindruck von Davanloos IS-TDP gewinnen möchten. In jedem Fall nehmen Sie Anregungen für Ihre therapeutische Arbeit mit und haben auch die Möglichkeit, einen eigenen Fall in das Rollenspiel einzubringen.

Wenn Sie sich anmelden möchten, geht das am bequemsten mit der Online-Anmeldung. Folgen Sie diesem Link oder klicken Sie in der oberen Menü-Leiste den entsprechenden Button an.

Update zum Einführungskurs in Nürnberg am 13.10.2018 – Online anmelden Weiterlesen »

„Die Suche nach dem Widerstand“, Einführungskurs am 13. Oktober 2018 in Nürnberg

Am Samstag, den 13. Oktober 2018 findet in Nürnberg ein eintägiger Einführungskurs statt, in dem die Grundzüge von Davanloos Psychotherapeutischer Techniken vermittelt werden.

Der Kurs ist für alle ärztliche und psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten geeignet, welche die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie kennenlernen möchten. Davanloo’s Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy (IS-TDP) hat sich auch in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt, worauf wir auch in diesem Workshop eingehen möchten.

Als Dozenten werden Sie Maria Lindner und Friedrich Tressel begrüßen. Beide sind langjährige Dozenten der Deutschen Gesellschaft für Intensive Psychodyanmische Kurzzeittherapie nach Davanloo (IS-TDP).

„Die Suche nach dem Widerstand“ war der Name, den Habib Davanloo seinem frühen Forschungsprojekt gegeben hatte. Wir möchten Ihnen zeigen, wie in der IS-TDP mit dem Widerstand gearbeitet wird und wie er zur treibenden Kraft als „Übertragungskomponente des Widerstands“ für den therapeutischen Prozess wirksam werden kann.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, dann laden Sie den Flyer herunter:

„Die Suche nach dem Widerstand“, Einführungskurs am 13. Oktober 2018 in Nürnberg Weiterlesen »

„Der Schlüssel zum Unbewussten“, Einführungskurs am 29.09.2018 in Ribnitz-Damgarten (Rostock)

Am 29. September 2018 bieten wir Ihnen einen eintägigen Einführungskurs in die IS-TDP nach Davanloo an.

Harald Posininsky wird Sie in Zusammenarbeit mit Susanne Krumnow in die Metapsychologie und die Grundzüge der IS-TDP einführen

Laden Sie hier den Flyer herunter:

„Der Schlüssel zum Unbewussten“, Einführungskurs am 29.09.2018 in Ribnitz-Damgarten (Rostock) Weiterlesen »

Jahrestagung 29.6.-1.7.2018 ist fast ausgebucht, noch 1 Platz frei

Erfreulich, dass die Jahrestagung mit dem Thema „Generationsübergreifende Traumaweitergabe“ vom 29.6.-1.7.2018 in Zell am Main (Würzburg) breites Interesse gefunden hat. Heute, am 7.6.2018 ist nur noch ein Platz frei.

Die im Flyer angekündigten Workshops sind bereits ausgebucht, weshalb die Zahl der Workshops erweitert wurde:

  • Freitag, 29.6.: Workshop G, IS-TDP im Rollenspiel erleben, M. Lindner
  • Samstag, 30.6.: Workshop H, Einführung in die IS-TDP (nicht nur) für Newcomer, F. Tressel
  • Sonntag, 1.7.: Workshop I, „Ich bin meine Mutter und meine Oma, und meine Tochter ist Ich“, F. Tressel

Hier eine Übersicht aller Workshops der Tagung mit Links zu den jeweiligen Abstracts:

[table “7” not found /]

Jahrestagung 29.6.-1.7.2018 ist fast ausgebucht, noch 1 Platz frei Weiterlesen »

Jahrestagung 29.6.-1.7.2018: neue Workshops!

Wir freuen uns sehr, dass unsere Jahrestagung bisher so viel Interesse gefunden hat. Einige Workshops sind bereits ausgebucht und es sind nur noch wenige Zimmer im Haus Klara frei. Da mehr Teilnehmer als erwartet kommen werden, haben wir uns entschlossen, zusätzliche Workshops (G, H, I) anzubieten. Auf der Übersichtsseite zur Jahrestagung finden Sie alle Informationen. Die Tabelle unten zeit alle Workshops unserer Jahrestagung mit Links zu den jeweiligen Abstracts.

Übrigens, nur noch heute, am 31.05.2018 gilt unser Frühbucherrabatt!

[table “7” not found /]

Jahrestagung 29.6.-1.7.2018: neue Workshops! Weiterlesen »

Speicherung Text Newsletter

  • Ihre Anmeldung wird automatisch mit einer Email bestätigt.
  • Erst mit der Verifizierung Ihrer Email-Adresse ist die Anmeldung abgeschlossen.
  • Öffnen Sie dazu die Bestätigungsmail in Ihrem Posteingang und betätigen Sie den entsprechenden Link.
  • Sie haben keine Mail erhalten? Vielleicht haben Sie sich bei der Eingabe der Emailadresse vertippt. Versuchen Sie die Anmeldung einfach erneut.
  • Immernoch keine Mail erhalten? Dann kann auch ein Blick in den Ordner „Spam“ oder „Junk“ helfen.
  • Sie können uns gerne auch eine Email an schicken. Wenn der Newsletter an eine andere Emailadresse als Ihre Versandadresse gehen soll, bitten wir Sie um entsprechende Mitteilung im Betreff oder Text.

Speicherung Text Newsletter Weiterlesen »

ISTDP-Supervision für Kursteilnehmer, 25.5.18 und 27.10.18

Für die Teilnehmer unseren laufenden ISTDP-Kurse in Nürnberg, Berlin, Essen, Dresden, Bonn und Hannover, sowie für ehemalige Kursteilnehmer, die Supervisionsbedarf haben, bieten unsere Dozenten interessierten Kursteilnehmern Supervisionstreffen an.

Es sind folgende Termine bereits feststehend:

  • Ettelbrück (Luxemburg), 25.05.2018 unter Leitung von Angela Schmitt ()
  • Regensburg, 27.10.2018 unter Leitung von Ursula Sporer ()

ISTDP-Supervision für Kursteilnehmer, 25.5.18 und 27.10.18 Weiterlesen »

11. Jahrestagung: Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, Generationsübergreifende Traumaweitergabe, 29.6.-1.7.2018, Würzburg

Die dynamische und kreative Entwicklung in der Psychotraumatologie der letzten Jahrzehnte hat viele hervorragend wirksame, traumaspezifische Therapieverfahren hervorgebracht. Das Thema der unbewussten Übertragung von Traumata an nachfolgende Generationen ist vielschichtig erforscht und in die traumatherapeutischen Behandlungen miteingegangen.

Davanloos Begriff von Psychotrauma ist weitgreifend und tiefgehend und umfasst auch Dynamiken auf der neurobiologischen Ebene. Davanloo hat erkannt, dass sich Beginn und Ausmaß der Traumatisierung im Grad der Beschädigung des unbewussten Abwehrsystems zeigen.

Davanloo war seit jeher ein neurobiologisch denkender Wissenschaftler. Davanloos IS-TDP findet wegen der Fokussierung auf Gefühle und Widerstand viel Beachtung. Über seine frühere Arbeit hat er reichlich Literatur veröffentlicht. Über sein Forschungsprogramm und seine Ausbildungstätigkeit des letzten Jahrzehnts ist jedoch kaum etwas publiziert. Es handelt sich um neue metapsychologische und technische Konzepte, die Davanloo durch intensives Erforschen des audiovisuellen Materials aus dem Montreal Closed Circuit Training Programm hinzugewonnen hat.

Die meisten Leser mögen mit den Konzepten der IS-TDP (emotionale Bindung, unbewusste Angst, neurobiologische Pathways, Zentral Dynamische Sequenz usw.) vertraut sein. Die neuen Konzepte Davanloos schließen seine Erkenntnisse über die Übertragungsneurosen in ihren verschiedenen Erscheinungsbildern, die intergenerationalen (multidimensionalen und kompetitiv-destruktiven) Übertragungsneurosen und die Beschädigungen des unbewussten Abwehrsystems mit ein.

Die Deutsche Gesellschaft für IS-TDP hat es sich zur Aufgabe gemacht, Davanloos Erbe zu verstehen und weiterzugeben. Deshalb haben wir die 11. Jahrestagung, Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo dem Thema der unbewussten transgenerationalen Weitergabe gewidmet.

Das Programm der diesjährigen Jahrestagung möchte Ihnen in Vorträge und Workshops die Metapsychologie der generationsübergreifenden Traumaweitergabe nahe bringen. Die Tagung ergänzt unsere laufende Weiterbildung der Kursteilnehmer und eröffnet interessierten Psychotherapeuten, die IS-TDP kennenzulernen.

Hier geht es zur Online-Anmeldung.

11. Jahrestagung: Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, Generationsübergreifende Traumaweitergabe, 29.6.-1.7.2018, Würzburg Weiterlesen »

Die Übertragungskomponente des Widerstandes – Transference Component of the Resistance – TCR: Artikel zum Download verfügbar

Den Artikel von Angela Schmitt und Christian Iten „Die Übertragungskomponente des Widerstandes – Transference Component of the Resistance – TCR“ stellen wir Ihnen ab sofort auch als PDF-Download zur Verfügung:

Private File - Access Forbidden

Die Übertragungskomponente des Widerstandes – Transference Component of the Resistance – TCR: Artikel zum Download verfügbar Weiterlesen »

Leitthema der 11. Jahrestagung vom 29.6.-1.7.2018: „Generationsübergreifende Traumaweitergabe“

Endlich ist es soweit, das Programm für unsere Jahrestagung steht! Hier erfahren Sie näheres zur 11. Jahrestagung zur Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, die in Würzburg, genauer in Zell am Main wieder in klösterlicher Umgebung von Freitag, den 29.6. bis Sonntag, den 1.7.2018 stattfinden wird.

Und im Laufe der zweiten Aprilwoche wird auch die Onlineanmeldung möglich sein. Ebenso folgen noch die Abstracts zu den einzelnen Beiträgen der Tagung.

Schauen Sie in den nächsten Tagen wieder vorbei!

Leitthema der 11. Jahrestagung vom 29.6.-1.7.2018: „Generationsübergreifende Traumaweitergabe“ Weiterlesen »

Buchbesprechung: Psychotherapie und Neurobiologie – Neurowissenschaftliche Erkenntnisse für die psychotherapeutische Praxis, Jürgen Brunner

Jürgen Brunner, der am Max-Plank-Institut gearbeitet hat und inzwischen in eigener Praxis als Psychotherapeut niedergelassen ist, verbindet eine naturwissenschaftliche Herangehensweise an die Pathogenese von Störungsbildern mit Fürsorge und Empathie für seine Patienten.

Brunner beschreibt, wie die genetische Ausstattung frühe traumatische Umwelteinflüsse lindert oder verstärkt und wie umgekehrt traumatische Erfahrungen zu epigenetischen Veränderungen führen. Vulnerabilität und Resilienz sind eine Frage von mehr oder weniger Glück oder Pech im Leben – die genetische Ausstattung und die frühkindliche Umgebung sind vorgegeben. Aber neurobiologischer Reduktionismus liegt dem Autor fern. Er diskutiert die häufigsten Störungsbilder, Depressionen, Angststörungen und die posttraumatische Belastungsstörung und damit gekoppelte Veränderungen in den Strukturen des Emotionsnetzwerkes (die Amygdala, das mesolimbische Belohnungssystem, der Hippocampus, der präfrontale Cortex u.a.) und betont immer wieder die basale Bedeutung von Bindung und Mentalisierung für die psychische Entwicklung.

Wer sich für die Entwicklungen in der Neurobiologie interessiert, erfährt Wissenswertes über die Grundlagen von Neuroanatomie und Neurophysiologie, über neuronale Netzwerkmodelle, über das limbische System und welche methodenkritischen Einwände es gegenüber Bildgebungsverfahren zu berücksichtigen gilt.

Der Autor stellt fest, dass eine erfolgreiche Psychotherapie mit neurobiologischen Strukturveränderungen einhergeht  und zieht Schlüsse für ein psychotherapeutisches Vorgehen. Patienten mit strukturellen Defiziten brauchen, nach Grawe und Brunner, ein Gegenüber, das beeltert, fördert und antwortet. Oder nach Alexander, eine korrigierende emotionale Beziehungserfahrung, die der Wiederholung und Konsolidierung bedarf, um eine Bahnung zu erreichen. Zentral ist eine Ressourcen orientierte Haltung des Therapeuten, die parallel mit einer Problemaktualisierung einhergeht. Zum Vergleich: In der IS-TDP spricht Davanloo bei der Head-on-Collison von einer Balance beim Schwingen zwischen Widerstand und Ressourcen. Nach Brunner ist es ein zentrales Prinzip, dass eine Problemaktualisierung immer mit einer Bewältigungs- und Klärungserfahrung verbunden sein muss – was in der IS-TDP seine Entsprechung findet im Erleben und im Standhalten von intensiven archaischen Gefühlen beim Durchbruch ins Unbewusste und in der klärenden Analyse.

Neue neuronale Verbindungen werden durch solch korrigierende emotionale Erfahrungen gebaut. Aktivierung und Bahnung sind zentrale neurobiologische Prinzipien jeglicher therapeutischer Veränderungen. Eine wirksame Psychotherapie führt zu einer Erweiterung und Flexibilisierung des Repertoires und zu erweiterten Handlungsmöglichkeiten. Davanloo spricht an dieser Stelle von neu erworbener Fluidität des Unbewussten und von multidimensionalen unbewussten Strukturveränderungen.

Wichtig sind, ebenfalls bereits zum Therapiebeginn, die motivationale Klärung und die Herausarbeitung des Therapieziels – in der IS-TDP wird dementsprechend das Problem, der freie Wille und die Aufgabe geklärt.

Im Unterschied zur IS-TDP findet sich bei Brunner kein Hinweis auf die komplexe Psychodynamik von Trauma und Traumaschmerz und deren Kopplung an reaktive Wut-,  Schuld- und Trauergefühle. Brunner konzentriert sich auf den Antagonismus zwischen mesolimbischem Belohnungssystem (N. accumbens) und der Amygdala mit dem Angstnetzwerk, also auf das Annäherungs- und Vermeidungssystem, und verknüpft damit die Bindungstheorie.

Negative Gefühle werden von Brunner ganz allgemein unter Angst subsumiert, eine Ausdifferenzierung findet nicht statt und entsprechend gibt er zur Bedeutung und zur Lösung der aus IS-TDP Sicht zentralen und pathogenen Schuldgefühle auch keine Therapieempfehlungen.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass in der IS-TDP Interventionen zur Deaktivierung von Übertragung und Omnipotenz unverzichtbar sind. Brunner betont zwar, dass es notwendig sei, dem Patienten auch wichtige Entscheidungen zu überlassen, um sein Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstwirksamkeit zu berücksichtigen – aber schon diese Formulierung zeigt das Autoritätsgefälle zwischen Therapeut und Patient an. Von partnerschaftlicher Zusammenarbeit und der Betonung der Mitverantwortung des Patienten für den Therapieprozess, also von einer Deaktivierung (Undoing of Transference and Omnipotence) im Sinne von Davanloo ist nicht die Rede.

Insgesamt ist Brunners Schulen übergreifende Darstellung aber durchwegs empfehlenswert, informativ und kurzweilig zu lesen und hat mit knapp 200 Seiten einen Umfang, der auch in der wenigen kostbaren Freizeit noch gut zu bewältigen ist.

Buchbesprechung: Psychotherapie und Neurobiologie – Neurowissenschaftliche Erkenntnisse für die psychotherapeutische Praxis, Jürgen Brunner Weiterlesen »

38th International Audiovisual Symposium on the Science of the Metapsychology of the Unconscious: Davanloo`s Technique of the total Removal of the Resistance and Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy, Montreal, Canada, Oktober 2017, Kommentar von Ursula Sporer

Dr. Davanloo`s „Search for the Resistance“ und seine besondere Aufmerksamkeit konzentriert sich seit Jahren auf die multidimensionale, generationenübergreifende Übertragungsneurose. Für mich war es wieder einmal eindrücklich, mit welcher Akribie er die audiovisuellen Aufnahmen von Therapiesequenzen sichtet und analysiert und nach Antworten sucht. Sinngemäß hat sich mir folgende Äußerung eingeprägt: „Wenn sich eine Frage auftut, dann kann ich nicht anders, ich muss unablässig in den Aufnahmen nach einer Antwort suchen, und wenn es Stunden und Tage dauert.“

Davanloo`s Art, für sich selber und für die Anwesenden ein Verstehen zu erarbeiten und Antworten zu suchen, prägte den Verlauf des Symposiums. Videosequenzen alter Aufnahmen aus seinen Anfängen in den 60er Jahren und Videosequenzen aus dem aktuellen Closed-Circuit-Workshop Programm wurden nebeneinander gestellt. Das ermöglichte Vergleiche über den Anstieg der Übertragungskomponente des Widerstands (Transference Component of Resistence, TCR), über die Struktur der unbewussten Abwehrorganisation (Unconscious Defensive Organisation, UDO) und über die Qualität von unbewusster Wut beim Durchbruch (Murderous Rage oder Sadistic Murderous Rage).

Bei diesen Präsentationen scheint immer wieder auf, dass es jenseits der schon gut bekannten alten Videoaufnahmen noch eine Vielzahl älterer Aufnahmen von anderen Patienten gibt, und damit entsteht immer wieder der neugierige Wunsch, auch diese anderen Patienten sehen zu können. Obwohl auch ich viele der gezeigten Aufnahmen wiedererkannt habe, ist es mir dieses Mal erst klar geworden, dass Davanloo das Prinzip, die allgemein gültige Regel hinter den sichtbaren Phänomenen sucht. Dazu braucht er nicht unzählige verschiedene Prozessveräufe zu sichten, sondern er konzentriert sich auf das genaue Analysieren einiger typischer und zentraler Sequenzen – betreffend TCR, Abwehrstruktur und  Ausmass der Primitivität der Wut – und auf den Vergleich mit den neuen Aufnahmen aus dem Workshop Programm.

Wichtig für mich persönlich war, mehr über die unbewusste Abwehrorganisation zu lernen, wie sich eine gesunde Abwehr im Kontakt mit dem Therapeuten darstellt und wie sich im Gegensatz dazu eine beschädigte Abwehr (impairment) zeigt, mit dem Leitphänomen der projektiven Angst, das immer beim Vorhandensein einer Übertragungsneurose vorliegt. Da tut sich natürlich anschließend die Frage auf, wie dieses Impairment beseitigt werden kann und wie ich den dafür extrem hohen Anstieg von TCR in meiner Praxis erreichen könnte.

Sehr hilfreich für mich in diesen Fragen waren auch die Präsentationen von drei Kolleginnen: Angela Schmitt, Irene Ostertag und Atessa Firouz-Petermann, die als Kontrastdarstellungen gesehen werden können. Die Präsentation von Angela Schmitt über ihre Arbeit mit einer 17-jährigen anorektischen Patientin kannte ich schon, sowohl von unserer Jahrestagung in Berlin als auch aus unserem Bonner Weiterbildungskurs. Der Fokus in Berlin und in Bonn, mit dem Studium mehrerer Sitzungsanfänge im Therapieverlauf, war auf dem Herbeiführen und Erkennen von Strukturveränderungen gelegen. Damals ist mir ein Licht aufgegangen, wie Strukturveränderungen sichtbar werden.

Der Fokus in Montreal lag auf der Frage, wie sich ein heftiger Durchbruch unbewusster Wut (SMR in diesem Fall) mit Sicherheit von einem explosiven Ventilphänomen (explosive discharge of affect) abgrenzen lässt – das heißt, wie sich pänomenologisch die Aktivierung der neurobiologischen Bahnen für Wut unterscheiden lässt von projektiver Angst. Im Vergleich hierzu waren in der Präsentation von Irene und Atessa die Phänomenologie und die Kriterien für  eine gesunde, nicht beschädigte Abwehrorganisation zu studieren und auch zu spüren.

Wieder ein bisschen mehr verstanden! Mit diesem zufriedenstellenden Gefühl bin ich Samstagnacht heim nach Bayern geflogen :)
Danke schön allen Beteiligten!

Ursula Sporer, Regensburg

38th International Audiovisual Symposium on the Science of the Metapsychology of the Unconscious: Davanloo`s Technique of the total Removal of the Resistance and Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy, Montreal, Canada, Oktober 2017, Kommentar von Ursula Sporer Weiterlesen »