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Fünf Jahre IS-TDP Weiterbildungsgruppe in Essen

Die Essener IS-TDP-Gruppe belohnte ihr fünfjähriges Bestehen in diesem Jahr mit einem Besuch des Folkwang-Museums und anschließendem feierlichen Abendessen. Die Gruppe weist eine hohe Teilnehmerkonstanz auf, was bei der intensiven Arbeit an den Supervisionsterminen mit der immer eintretenden Gruppenmobilisierung eine Stärke darstellt. Die ausgleichende Art des Kursleiters hat hieran ihren Anteil.

Als einer von zwei kinder- und jugendpsychiatrisch tätigen Kollegen der Gruppe freue ich mich über jeden Besuch der kinder- und jugendpsychiatrischen Supervisorin, die uns die Besonderheiten der Behandlung Heranwachsender mit IS-TDP immer wieder verdeutlicht. Besonders hilfreich zeigte sich an den letzten Terminen die direkte Begleitung der Gesprächsführung im Rollenspiel. Während der Prozess bei den Videositzungen zur Supervision nicht mehr veränderbar ist, lassen sich im Rollenspiel mit unübertreffbarer Präzision die Beachtung der unbewussten Botschaften des Klienten und eine zielführende Intervention hierauf üben. Auch diese Form der Supervision soll ihren Platz haben.

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Weiterbildungskurs in Essen 2014

Thematisch und technisch wurde in 2014 innerhalb der ISTDP-Weiterbildungskurse in Essen u.a. wiederholt die Wichtigkeit der Konfliktdreiecke für die Lehre der Methode deutlich (Konzept ursprünglich von H. Ezriel (1952), und K. Menninger (1958),in der Folge modifiziert von H. Davanloo und D. Malan). Besonders für die klinische Arbeit mit Patienten/innen, die frühe Traumatisierungen aufweisen, erwies sich dieses Konzept als sehr hilfreich. In Zusammenhang mit der Arbeit innerhalb der Dreiecke wurden insbesondere während des November-Wochenendes konkrete Lernmöglichkeiten durch das Fokussieren auf die prozesshaften Bewegungen innerhalb der Konfliktdreiecke angesprochen.

Zukünftige Trainings könnten in der Videoanalyse und innerhalb von Rollenspielen einen Schwerpunkt auf das detaillierte Verstehen der Bedeutung der Konfliktdreiecke setzen, da viele weitere wichtige technische Charakteristika der ISTDP direkt mit den Konfliktdreiecken in Verbindung stehen und ein vertieftes Erlernen von spezifischen Interventionen, unter Beachtung des individuellen Prozesses, erreicht werden kann.

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Schwerpunkt in Essen: IS-TDP in der Kinder- und Jugendlichepsychotherapie

Derzeit ist die Zahl der Kinder- und Jugendlichenpsychiater und –psychotherapeuten, die IS- TDP einsetzen, noch klein. Für die Behandlung von Erwachsenen wurden inzwischen verschiedene hilfreiche Leitfäden erstellt, die sich jedoch in vielen Fällen nicht unmittelbar und vollständig auf die Therapie von Kindern und Jugendlichen übertragen lassen.

Daher sind wir sehr froh darüber, dass wir auch 2014 wiederholt die Gelegenheit dazu bekamen, unsere bisherigen Erfahrungen mit der Methode durch fortwährend fachkundige Supervision, aber insbesondere auch durch kinder- und jugendspezifische Anleitung zu vertiefen. So gab es in diesem Jahr sowohl während mehrerer Wochenendseminare in Essen als auch während des Metapsychologiekurses in Würzburg intensive Kleingruppenarbeit mit kinder- und jugendpsychiatrischem Schwerpunkt. Dabei wurden unsere Erfahrungen mit der Methode immer wieder aktiv miteinbezogen, so dass längerfristig vielleicht auch durch den intensiven Austausch untereinander eine Umgestaltung der Methode in Richtung einer kinder- und jugendtypischen Anwendung gemeinsam möglich werden könnte.
Übereinstimmend ergeben sich bereits jetzt die folgenden Erfahrungen: Insbesondere bei Kindern und jüngeren Jugendlichen bedarf es häufig sehr viel weniger Sitzungen als bei Erwachsenen, um eine Entlastung zu erreichen. Daher beenden diese Patienten dann auch die Behandlung zunächst zeitnah, nehmen sie aber nicht selten zu einem späteren Zeitpunkt bei erneuten Schwierigkeiten, die auch ganz anders als zuvor gelagert sein können, bereitwillig wieder auf. Insbesondere die Kinder verblüffen uns immer wieder: Sie sind oft viel schneller im Verlauf der einzelnen Sitzung als Erwachsene, da der Zugang zum Unbewussten noch nicht durch massive Abwehrschranken behindert ist. Auch „laufen wir im Therapieprozess den Kindern häufig hinterher“, die lange vor uns bei den Schuldgefühlen angekommen sind.
Von großer Bedeutung bei Kindern und Jugendlichen ist es, vor Beginn einer Therapie mit IS-TDP, sowohl die Eltern als auch ihre Kinder ausführlich über die Methode zu informieren. Ohne die Rückendeckung der Eltern gelingt die Therapie beim Kind nicht. Letztendlich lässt sich immer wieder erkennen, dass die IS-TDP gerade im Kindes- und Jugendalter gut und erfolgreich angewendet werden kann. Es macht uns viel Freude, gerade diese jungen Patienten begleiten zu können und die Methode gemeinsam weiter zu entwickeln.

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Live-Supervision in Dresden, Januar und September 2014

Im Januar und im September 2014 fanden live-Supervisionsblocks in Dresden statt. Neben KursteilnehmerInnen aus den bestehenden Weiterbildungsgruppen nahmen neu interessierte KollegInnen aus Dresden teil, die zuvor bereits ein Einführungsseminar oder ein themenbezogenes Seminar besucht hatten. Die Atmosphäre war offen, alle ließen sich vom Prozess involvieren und bereicherten mit konstruktiven Fragen oder Bemerkungen die gemeinsame Arbeit. Die Erfahrung zeigt, dass ein gutes und enges Zusammenarbeiten von Therapeut und Supervisor im live-Prozess für gute Ergebnisse sorgt, von denen dann alle Anwesenden profitieren. Überhaupt gelingt es den Dresdener Kolleginnen immer wieder, eine kreative und anregende Arbeits- und Lernatmosphäre zu schaffen.

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Workshop in Dresden (transgenerationale Traumatisierung und generationsübergreifende Psychopathologie), 23.-25.5.2014

Im Mai 2014 fand im Vortragssaal des Klinikums Dresdner Neustadt der Workshop „Bis ins dritte und vierte Glied? Transgenerationale Traumatisierung und generationenübergreifende Psychopathologie und deren Auflösung mit der Psychodynamischen Kurzzeittherapie nach Davanloo“ statt.

Dies war ein dreitägiger Workshop unter Leitung von Gerda Gottwik, mit insgesamt drei Videobeispielen und Erläuterungen zum Thema. Cordula Barthe hielt einen spannenden Vortrag zum Stand der Forschung zur transgenerationalen Weitergabe von Traumata, und berücksichtigte dabei Neurophysiologie, Hormonachsen und Epigenetik. Maria Lindner zeigte aktuelle audiovisuelle Fallbeispiele zur Theorie der IS-TDP, zu Abwehrmechanismen und zur Analysephase. Yvonne Hänsch hatte die Moderation sowie die Durchführung der Rollenspiele übernommen. Die Veranstaltung war gut besucht, und was uns sehr freute, auch viele erfahrene KollegInnen, die sonst mit anderen Methoden arbeiten, haben daran teilgenommen.

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Workshop „Angst ist nicht gleich Angst“ und Live-Supervision in Dresden, 26.-29.9.2014

Im September 2014 hat ein zweitägiger Workshop vor einem anschließenden zweitägigen Live Supervisionsblock stattgefunden, der das Thema „Angst ist nicht gleich Angst, Diagnostik und Therapie“ fokussierte. Cordula Barthe hielt einen umfassenden Literaturvortrag zum Thema Angst. Im ersten Teil wurde die Neurophysiologie der Angst fokussiert, im zweiten Teil die Angsterkrankung unter dem Gesichtspunkt der Objektbeziehungstheorie beleuchtet. Daraus entstand die Idee für einen späteren Vortrag oder Aufsatz, die Objektbeziehungstheorie mit der Metapsychologie der IS-TDP nach Davanloo in einen Dialog treten zu lassen.

Die Dresdener Workshops waren mit Flyern in Sachsen und in den angrenzenden Bundesländern beworben worden, wodurch neue KollegInnen Interesse an der IS-TDP nach Davanloo fanden. Eine echte Herausforderung bestand darin, Neueinsteigern die IS-TDP unter einem spezifischen Thema zu vermitteln. Es zeigte sich, dass das Thema Angst hierfür besser geeignet war als das Thema der transgenerationalen Traumatisierung.
Diese Form themenzentrierter Seminarescheint dazu geeignet zu sein, neue Kollegen für die IS-TDP zu interessieren. Bemerkenswert war, dass die KollegInnen, die über diese Seminare zur IS-TDP nach Davanloo kamen, hinterher mehr von der Methode als vom angebotenen Thema fasziniert waren. Für November 2015 ist bereits eine Folgeveranstaltung geplant.

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Regionalgruppe in Stralsund

Vor drei Jahren ist unsere kleine Intervisionsgruppe im Nordosten entstanden. Zusätzlich zu den Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP (auch in der Berliner Gruppe) treffen wir uns mit Gewinn abwechselnd in Stralsund (Dr. Friederike Lampe) und Ribnitz-Damgarten (Dipl.-Psych. Susanne Krumnow). Im vergangenen Jahr haben wir Kollegen und Kolleginnen eingeladen, um über IS-TDP zu informieren. Die Kollegen empfanden es sowohl einleuchtend als auch ungewohnt, die unbewussten Schuldgefühle als pathogene Kraft anzusehen und die Übertragung konsequent zu nutzen. 2015 werden wir erneut einladen und hoffen auch auf Resonanz bei neu Niedergelassenen. Wir freuen uns, dass wir als Regionalgruppe mit einer eigenen Homepage über die Internetpräsenz der IS-TDP   (stralsund.istdp.de) – Dank an Herrn Dr. Tressel! – informieren und einladen können.

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Jubiläumsveranstaltung: 30 Jahre Schweizer Gesellschaft für IS-TDP, Bern, 21.-23.11.2014

Vom 21. – 23. November haben einige von uns in Bern mit der Schweizer Gesellschaft für IS-TDP deren 30. Geburtstag gefeiert. Der Kongress „Somatization, Anxiety and Depression“ fand in dem zauberhaften Schloss Bümpliz in Bern statt. Heiner Lachenmeier gab uns einen Überblick über die Entstehung und Geschichte der Schweizer Gesellschaft der IS-TDP, Rudolf Bleuler veranschaulichte uns die Dynamik der Unbewussten Therapeutischen Allianz UTA am Beispiel eines ängstlich-depressiven Patienten. Es fanden Rollenspiele unter der Leitung der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP statt. Der Samstag war im Ganzen Herrn Allan Abbass gewidmet, der einen reichhaltigen Bestand an Forschungsergebnissen aufzuweisen hat, und der uns Videos von hoch widerständigen und von fragilen Patienten vorstellte. Schwerpunkt auch hierbei war die Somatisierungsstörung. Allan Abbass hat anhand von Zahlenmaterial sehr gut veranschaulichen können, wie effektiv und auch wie kosteneffektiv (vor allem bei Somatisierungspatienten) die IS-TDP für die Gesundheitssysteme ist. Überzeugend konnte Abbass seine wirkungsvolle Arbeit im Personen- und im Konfliktdreieck und das stufenweise Vorgehen zum Aufbau von Angsttoleranz darstellen. Am Abend verzauberte uns der Magier und Gedankenleser Federico Soldati mit seinem reichhaltigen Repertoire aus der Welt der Zauberei und des Mentalismus. Er entführte uns im Restaurant „Innere Enge“ in eine Welt, wo die Grenzen zwischen Realität und geheimnisvoller Hexerei aufgehoben sind. Am Sonntag vermittelte uns Waltraud Malin die Anwendung der IS-TDP bei posttraumatischer Belastungsstörung, Pierre-Alain Emmenegger stellte eine Frau mit reaktiver Depression und Angst vor. Den letzten Beitrag zur Veranstaltung zeigte Ingrid Orbes mit einem Patienten mit Angst, Panik und Somatisierungsstörung. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Danke an die Schweiz.

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IS-TDP bei der Psychotherapiewoche in Erfurt, 13.-17.9.2014

IS-TDP goes Erfurt

Zum ersten Mal war dieses Jahr die IS-TDP bei der Erfurter Psychotherapiewoche dabei, die zum 22.Mal vom 13.-17.September stattfand. Irene Ostertag und Gerda Gottwik gestalteten zusammen einen 20stündigen Kurs und wurden von Yvonne Hänsch, unter deren Leitung eine dritte Rollenspielgruppe möglich war, unterstützt.
32 interessierte TeilnehmerInnen, die zum größten Teil keine Erfahrung mit der Methode mitbrachten, waren offen für die „neue“ Methode. Viele waren durch die Assoziationen, die sie mit dem Begriff „intensiv“ und „psychodynamisch“ verbinden auf den Kurs aufmerksam geworden. Es entwickelte sich, v.a. in den Rollenspielen, eine engagierte Mitarbeit mit vielen sachkundigen und offen kritischen Fragen und Diskussionen in einer guten kollegialen Atmosphäre, die auch durch einige technische Probleme nicht eingeschränkt wurde. Mehrere KollegInnen äußerten Interesse an einer fortlaufenden Weiterbildung in IS-TDP.
Erfreulicherweise ist bereits ein erneuter Kurs für die 23.Psychotherapiewoche 2015 geplant: es geht in Erfurt weiter mit IS-TDP!

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Vortrag und Videopräsentation in Malente-Gremsmühlen, 30.8.2014

Die Norddeutsche Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie (NGaT) ist eine Fachgesellschaft für Psychotherapeut-Innen, die seit mehr als 45 Jahren der Fortbildung, Qualitätssicherung und dem Erfahrungsaustausch dient.

In den monatlichen Treffen finden Fortbildungszertifizierte Supervisions-, Intervisions- und Balintgruppen statt sowie Vorträge und Workshops.
In diesem Rahmen habe ich am 30. August 2014 einem Kollegenkreis von circa 25 Teilnehmern unter dem Titel „Übertragung und Widerstand in der IS-TDP“ die IS-TDP anhand eines Vortrags mit Videopräsentation vorgestellt.
Das Interesse war rege, die Diskussion angeregt und für den Großteil der Teilnehmer war es der erste Kontakt mit IS-TDP.

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Einführung in die IS-TDP, Andernach, 22.-23.5.2014

Im malerischen Andernach, wo Eifel und Rhein aufeinandertreffen, ist das Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse Rhein-Eifel (Annelise Heigl-Evers Institut) ansässig. Seit April 2012 ist das Institut in der „Roten Schule“ beheimatet, die, im neogotischen Stil erbaut und denkmalgeschützt, in unmittelbarer Nähe zu den Rheinanlagen und gleich neben dem berühmten Runden Turm gelegen ist. Am 22.05. und am 23.05.14 haben Angela Schmitt und Frieder Tressel dort ein Einführungsseminar IS-TDP gegeben. Es waren etwa 40 interessierte KollegInnen anwesend und die Idee eines neuen Fortbildungskurses mit Sitz in Andernach bekam Kontur. Für 2015 wünschen wir uns einen zweiten Einführungskurs, um weitere Kolleginnen und Kollegen für die IS-TDP begeistern zu können.

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Jahreskongress der DGPM in Berlin, 26.-29.3.2014

Beim diesjährigen Jahreskongress der DGPM, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, in Berlin-Dahlem vom 26. bis 29. März 2014 war für den „Filmraum“ ein einstündiger Videovortrag mit folgendem Titel angenommen worden: „Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo. Präzisierung und damit Intensivierung des psychodynamischen Übertragungsgeschehens durch Videotechnologie“. Die ersten Minuten eines Erstinterviews wurden mit dem Ziel, die Wahrnehmung zu schulen und beobachtbare Zeichen von Angst zu beschreiben, wiederholt gezeigt. Etwa 20, meist jüngere TeilnehmerInnen beteiligten sich angeregt und diskutierten lebhaft.

Wir erhoffen uns für 2015, dass die Deutsche Gesellschaft für IS-TDP auf dem Jahreskongress der DGPB einen Beitrag leisten darf, der auf Abwehrmechanismen fokussiert.
Insgesamt war der Kongress sehr belebend, zumal Michelle Brehm gute Tipps für die wichtigsten aktuellen wissenschaftlichen Vorträge gegeben hatte.

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Zweitägige Einführung in die IS-TDP an der MDAP in Quedlinburg, 7.-8.2.2014

Im Februar fand eine zweitägige Einführung in die IS-TDP an der mdap, Mitteldeutsche Akademie für Psychotherapie, statt, die seit 2004 Fort- und Weiterbildungskurse für psychologische Psychotherapeuten und psychotherapeutisch tätige Ärzte anbietet. Die zwanzig TeilnehmerInnen aller Altersstufen, überwiegend aus den neuen Bundesländern, ließen sich begeistern, bis hin zu dem Wunsch, IS-TDP noch besser kennen zu lernen.
Die mittelalterliche Stadt ist ein Erlebnis und mehr als eine Reise wert. Quedlinburg ist Weltkulturerbe der UNESCO. Am Fuß des Harz gelegen, reich an überwältigend vielen wunderschönen Fachwerkhäusern wird sie überthront vom Quedlinburger Dom, einem Denkmal hochromanischer Baukunst.
Wir freuen uns immer wieder über eine Einladung nach Quedlinburg.

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161. bis 168. Arbeitstreffen der Mitglieder der DG für IS-TDP in Nürnberg

Im Jahr 2014 trafen sich die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP insgesamt acht Mal. Seit der Gründung haben bisher 168 Arbeitstreffen der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP stattgefunden. Die KollegInnen nutzten die Arbeitstreffen zur Intervision ihrer laufenden Therapien sowie zur Qualifizierung ergebnisreicher Sitzungen, die sich für die Lehre eignen. So wurde während dieser Arbeitstreffen auch der 7. Immersion Course oder Metapsychologiekurs Würzburg vorbereitet. In der Regel wird der Samstagvormittag zur Diskussion anliegender Themen verwendet. Ein Highlight waren die Vorträge von Frau Brehm im Juli zu den Themen „Neuere Ansätze dynamischer Psychotherapien“ und „Prozessevaluation“.

 

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Neue Entwicklungen im Feld der Psychodynamischen Psychotherapien / Prozessevaluation

Im Sommer habe ich in Nürnberg einen Vortrag über neue Entwicklungen im Feld der Psychodynamischen Therapien – Perspektiven aus der Psychotherapieforschung – gehalten. Dabei wurden die neuesten Trends und Sichtweisen im Feld der Psychodynamik dargestellt. Es wurde diskutiert, ob eine neue psychodynamische Krankheitslehre angebracht sein könnte. Neue Behandlungsformen und Trends mit Bezug zur Therapieforschung wurden dargelegt und die neuesten Trends aus der Psychotherapieforschung in den Blick genommen.

Weiterhin wurde in Berlin ein Projekt ins Leben gerufen, um für die IS-TDP einen Fragebogen zur Prozessevalutation zu entwickeln.

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Closed-Circuit Training Workshop mit Dr. Davanloo in Montreal (Kanada) 2014

Seit einigen Jahren nehmen einige Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für IS-TDP an den Closed Circuit Training Workshops von Davanloo in Montreal teil. Hierbei handelt es sich um ein wissenschaftliches Forschungsprojekt von Davanloo, bei welchem die Teilnehmer als Interviewer und Interviewte die Methode der ausgedehnten Mobilisierung des Unbewussten kennenlernen. Hierbei hat Davanloo die Übertragungsneurosen ins Zentrum seiner Forschung gestellt.

Davanloo hat sein Spektrum der neurotischen Störungen durch eine neue Einteilung ergänzt. Er postuliert, dass der Zeitpunkt des Bindungstraumas den Zeitpunkt der Fusion von Wut- und Schuldgefühlen bestimmt und damit die Qualität der mörderischen Wut und auch die Qualität der Schuldgefühle.
Davanloo unterscheidet folgende drei Gruppen:
In der ersten Gruppe finden sich Patienten, bei denen keine intergenerationale Weitergabe der neurotischen Pathologie vorliegt. Bei diesen Patienten geht die Fusion von primitiv mörderischer Wut und Schuldgefühlen auf das 4. oder 5. Lebensjahr oder später zurück. Die Therapiemethode der Wahl für die Gruppe 1 ist die IS-TDP. Patienten aus der Gruppe 1 sind aufgrund ihres gesunden Abwehrsystems vor der Ausbildung einer Übertragungsneurose geschützt.
Die zweite Gruppe von Patienten ist dadurch gekennzeichnet, dass über Generationen hinweg kompetitive Destruktivität weitergegeben wurde. Davanloo nennt diese Form der Weitergabe Intergenerational Destructive Competitive Transference Neurosis (Intergenerationale destruktive kompetitive Übertragungsneurose). Die intergenerationale destruktive kompetitive Übertragungsneurose zeichnet sich dadurch aus, dass die Fusion von Wut und Schuldgefühlen zurückgeht auf die Zeit der Geburt und die Jahre danach, bis etwa zum 4. oder 5. Lebensjahr.
Zur dritten Gruppe gehören Patienten der Gruppe 2, die zusätzlich eine Übertragungsneurose zu einem Therapeuten (Kollegen/Supervisor/Chef) entwickelt haben. Diese Form der Neurose entsteht im Erwachsenenalter.
Die ausgedehnte Mobilisierung des Unbewussten mit analytischer Befragung und multidimensionaler Umstrukturierung des Unbewussten ist die Therapiemethode der Wahl bei Gruppe 2 und 3. Die Standart-Methode IS-TDP ist kontraindiziert, da mit ihr keine Langzeiterfolge zu erzielen sind und da das Risiko der Ausbildung einer Übertragungsneurose sehr hoch ist.
Menschen mit Übertragungsneurosen geben ihre Neurose an Partner und Kinder oder Patienten weiter. Menschen mit intergenerationaler destruktiver kompetitiver Übertragungsneurose und Kinder mit fehlendem oder unreifem Abwehrsystem sind ganz besonders gefährdet dafür, dass sich eine Übertragungsneurose in ihrem Unbewussten ausbreitet und festsetzt. Sowohl Patient als auch Therapeut können beide durch eine gegenseitige Übertragungsneurose in destruktiver Weise miteinander verwickelt sein. Eine Übertragungsneurose entsteht in der IS-TDP dann sehr leicht, wenn der Therapeut nicht mit seinem eigenen Unbewussten aufgeräumt hat.
Es hat sich gezeigt, dass etwa 2/3 der Teilnehmer der Closed Circuit Training Workshops zur Gruppe 2 oder zur Gruppe 3 gehören.
In den jährlich im Oktober in Montreal stattfindenden ANNUAL AUDIOVISUAL IMMERSION COURSES hat Davanloo seine neuesten Erkenntnisse anhand von Videos aus den Closed Circuit Traning Workshops bereits mehrfach vorgestellt. Insbesondere im Oktober 2014 haben mehrere Teilnehmern aus den Workshops durch sehr persönliche Vorträge einen bewegenden Einblick in die Dynamik dieser Arbeit gegeben.

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Welche Risiken und Nebenwirkungen birgt die IS-TDP? Welche Gefahren drohen, wenn ein Patient mobilisiert ist und ohne das befreiende Erleben seiner Gefühle die Therapiestunde verlässt?

Es kann passieren, dass das Zeitmanagement in der Therapiestunde fehlschlägt und die mörderische Wut und besonders die dazu gehörenden Schuldgefühle nicht vollständig erlebt werden. Nach einem unvollständigen Durcharbeiten der Gefühle, aber auch nach einer erfolgreichen und befreienden Therapiestunde, können weitere Gefühle, Gedanken und Erinnerungen im Patienten hochkommen. Darüber klärt der  Therapeut den Patienten auf und er legt ihm gleichzeitig nahe, sich für auftauchende Gefühle und Gedanken Zeit zu nehmen.

Der Therapeut rät dem Patienten eindringlich, dass er das Ausleben von Gefühlen oder das Abreagieren von innerer Spannung sowohl in der Partnerschaft als auch am Arbeitsplatz unbedingt vermeiden soll. Dieser Auftrag des Therapeuten fördert die Selbstachtsamkeit, die Selbststeuerung und die Impulskontrolle des Patienten.

Der Patient sollte von vorneherein eine ausreichende Pause im Anschluss an die Therapiestunde einplanen und wichtige Termine später oder an einen anderen Tag wahrnehmen.

Nach schwierigen Therapiesitzungen empfiehlt es sich, dass der Therapeut einen zeitnahen Telefonkontakt oder auch eine zeitnahe nächste Therapiestunde anbietet.

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Wird der Patient in der IS-TDP aufgefordert, seine aggressiven Gefühle, seine Wut rauszulassen?

Der Patient wird vom Therapeuten  weder aufgefordert noch ermutigt, Gefühle „rauszulassen“. Vielmehr wird er aufgefordert, all seine Gefühle zu entdecken, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu treten, sie zu untersuchen und sie zu erleben. Häufig, aber nicht immer, sind es wütende Gefühle, die sich beim Patienten als erstes melden.

Es geht also darum, dass der Patient seine Gefühle kennenlernt und dass er sie im Hier und Jetzt der therapeutischen Beziehung erleben und abfließen lassen kann. Wenn sich im engen therapeutischen Kontakt wütende Gefühle kristallisieren, sind diese auf den Therapeuten gerichtet, der sich als Übertragungsfigur anbietet. Der Therapeut hilft dem Patienten, die neurobiologischen Abfuhrwege der Wut maximal zu aktivieren. Bei maximaler Aktivierung der neurobiologischen Bahnen hebt sich die Fusion von mörderischer kindlicher Wut und von Schuldgefühlen auf, die beiden Gefühle fließen getrennt voneinander ab. Zuerst fließt immer die Wut. Wenige Augenblicke danach, nachdem der Patient erkannt hat, mit welcher Bindungsperson seiner Kindheit die mörderischen Wutgefühle in Zusammenhang stehen, fließen auch die schmerzhaften Schuldgefühle ab.

Aus der Gefühlsforschung wissen wir, dass bei jedem Gefühl eine vegetative Körperaktivierung erfolgt, die einen Handlungsimpuls nach sich zieht. In der IS-TDP erlebt der Patient das gesamte Ausmaß seiner mörderischen kindlichen Wut in Beziehung zum Therapeuten, in einem lebendigen inneren Erleben, „so als ob er es dem Therapeuten gerade antut“. Er hat dabei aber die völlige Kontrolle über seine Handlungsimpulse. Er reagiert die Gefühle nicht ab und er „lässt seine Gefühle auch nicht raus“ (wie dies etwa ein wütender Jugendlicher am Boxsack tut) sondern er erlebt seine kindlich mörderischen Wutgefühle bei maximaler Aktivierung der neurobiologischen Abfuhrwege, „so als ob er es täte“.

Zu Beginn der Therapie können unsere Patienten die erlebten Gefühle oft nicht benennen. Statt ihre Gefühle zu benennen beschreiben sie eine innere Haltung oder Deutung („ich fühle mich verletzt“) oder ihre Handlung („ich knalle die Türe zu“). Was sie eigentlich beschreiben ist die Art und Weise wie sie mit der Wut umgehen, nämlich, dass sie die Wut unterdrücken („ich fühle mich verletzt“) oder abführen/ abdampfen/ rauslassen („ich knalle die Türe zu“).

Ein Patient, der seine Wut als innerlich körperlich erlebtes Geschehen („der innere Film“) in vollem Ausmaß spüren und aushalten kann, verfügt über eine reife Affektsteuerung und über eine ausreichende Ich-Stärke.

Patienten mit geringer Ich-Stärke, z.B. Patienten mit frühen Störungen, haben nicht die Voraussetzung zum Erleben und Aushalten ihrer Wut. Die Voraussetzungen müssen erst einmal geschaffen werden, was eine Modifikation der Therapiemethode erfordert, bei der Restrukturierungsarbeit geleistet werden muss.

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Die therapeutische Übertragungssituation weckt doch alle Gefühle, nicht nur Wut und Trauer. Kommt in der IS-TDP der libidinöse Anteil mit all den dazugehörenden ambivalenten Gefühlen nicht viel zu kurz?

Inhalt unserer therapeutischen Arbeit ist das Erleben aller Gefühle. Neben der Angst, der Wut, der Schuld und der Trauer ist das Erleben der positiven liebevollen Gefühle in der IS-TDP von zentraler Bedeutung.

Die überwältigende Erfahrung der inneren Annäherung, Vergebung und Versöhnung, also die Erfahrung, dass eine innere positive Bindung zu den frühen Bezugspersonen möglich ist, und zwar allen Traumatisierungen, Verlusten und Enttäuschungen zum Trotz, diese Erfahrung stößt einen Heilungsprozess an, der den inneren Frieden des Menschen möglich macht und ohne den eine Wiederannäherung an den betreffenden Menschen in der äußeren Realität nicht gelingen kann.

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Buchrezension „Lives Transformed – A Revolutionary Method of Dynamic Psychotherapy“ (David Malan/Patricia Coughlin Della Selva)

Buchrezension von Dr. Irene Ostertag:

„Lives Transformed – A Revolutionary Method of Dynamic Psychotherapy“
David Malan and Patricia Coughlin Della Selva
Karnac 2007, ISBN 978-1-85575-511-6

Wie die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie „Leben verändert“ wird in diesem über 300 Seiten dicken Buch umfassend dargestellt.

Die zwei Autoren sind:

David Malan, der früher an der Tavistock-Klinik (zu Beginn noch unter der Leitung von Michael Balint) in London arbeitete, sich intensiv mit Kurzzeitpsychotherapie (z.B. „A Study of Brief Psychotherapy, 1963) beschäftigte und früh die Bedeutung der Arbeit von Habib Davanloo erkannte

und

Patricia della Selva, Psychologin, ausgebildet von Davanloo, die zunächst an der Syracuse University, dann an der University of Albany in New York arbeitete und 1996 ein Buch über IS-TDP („Intensive Short-term Dynamic Psychotherapy: Theory and Technique) veröffentlichte.

Das Buch zeigt mit der Falldarstellung von 7 Patienten (davon 4 Beispiele ausführlich), wie mit der IS-TDP gute therapeutische Ergebnisse erreicht werden können.

Die Einleitung zu Beginn des ersten Teils ist von beiden Autoren geschrieben und gibt einen Überblick über die Methode. Beschrieben werden das Konfliktdreieck, das Personendreieck, das „Zwiebelschalenmodell“ des Unbewussten. Besonders hervorgehoben werden der Widerstand gegen emotionale Nähe (mit Parallelen zum „Charakterpanzer“ von REICH), die Bedeutung des strafenden Über-Ichs und als wesentliches Hauptziel der IS-TDP die „Eradikation“ des Selbstbestrafungssystem im Unbewussten.

Der Leser wird mit der Technik vertraut gemacht. Betont werden die Bedeutung des körperlichen Erlebens der Gefühle und die besondere Haltung des Therapeuten. Relativ kurz dargestellt wird die Zentraldynamische Sequenz und wenig ausgeführt werden die spezifischen Interventionstechniken wie Druck , Herausforderung oder Head-on-Collision. Neben dem Erleben der Gefühle mit den drei Komponenten (kognitiv z.B. „Ich bin traurig“, physiologisch z.B. „Ich habe einen Kloß im Hals“ und mit einem Impuls z.B. „Mir ist zum Weinen“) werden die Abfuhrwege der unbewussten Angst (mit einer Tabelle) und einige Abwehrmechanismen (ebenso mit Tabelle) beschrieben. Die Bedeutung der bewussten und unbewussten therapeutischen Allianz wird genannt. Hervorgehoben werden die Komplexizität der Methode und der aufwändige Lernprozess – und dass die audiovisuellen Aufnahmen auch dazu dienen, das Unbewusste des Therapeuten zu restrukturieren.

Als einer der wenigen Hinweise auf die Entwicklung der Technik werden die Erkenntnisse genannt, die DAVANLOO aus der Arbeit von Lindemann über pathologische Trauer gewann und nutzte: Unter dem Einfluss von starken Gefühlen, wie

nach traumatischen Erlebnissen, sind Abwehren geschwächt und Patienten haben einen leichteren Zugang zu Kindheitserinnerungen.

Betont werden die Modifikationen der Technik durch die Autorin (sie arbeitet weniger konfrontativ als DAVANLOO, mit Interpretationen im Gegensatz zu DAVANLOO und mit eigener Wortwahl), die auf den Stil und die Persönlichkeit der Therapeutin zurückgeführt werden – man solle kein Roboter oder Imitator des Meisters werden.

Im letzten Kapitel des ersten Teils werden interessante empirische Befunde zusammengetragen, die die Wirksamkeit der IS-TDP belegen. Was denn therapeutisch überhaupt wirksam sei, fragt die Autorin und stellt Literatur vor. Eine Studie von WEINBERGER 1995 benennt als positive Wirkfaktoren: 1.eine positive therapeutische Allianz 2.dem Patienten zu verhelfen, sich mit dem zu konfrontieren, was er vermeidet 3.Hoffnung zu beleben 4. Kompetenzen des Patienten zu verbessern 5.dem Patienten zu ermöglichen, sich den Erfolg gönnen zu können. All diese Erfolgsfaktoren seien, so die Autorin, in der IS-TDP vorhanden. Studien zur Wirksamkeit von IS-TDP werden zitiert: v.a. die Arbeiten von ABBASS (2002, 2003), der die meisten ( genannt werden 49) kontrollierten Studien über S-TDP (hier fällt auf, dass die Methode S-TDP genannt wird!) vorzuweisen hat. In diesen Studien habe sich auch die große Kosteneinsparung wegen der kürzeren Therapiedauer herausgestellt. In einer Studie von ABBASS (2003)waren mit unterschiedlichen Therapeuten gleichermaßen gute Ergebnisse erzielt worden.

In einer Studie von SHAW (1989) wurde als wirksam definiert, wenn der Therapeut während der Befragung fokussiert und strukturiert ist. Als gute Prognosefaktoren wurden genannt, wenn gegenwärtige Konflikte des Patienten mit ungelösten Konflikten

der Vergangenheit verbunden werden können. Dies ist in der IS-TDP möglich.

Aktiv am Widerstand zu arbeiten erinnert an die Arbeit von REICH (1933), der aktiv und konfrontierend am Widerstand in der Übertragung arbeitete. Die negativen Auswirkungen von Abwehrmechanismen werden belegt: z.B. auf eine Schwächung der Immunabwehr (PENNEBAKER 1991), aber auch auf das Entstehen von Passivität, wenn durch die Abwehren Erfahrungen und Emotionen abgetötet werden.

Kein Psychotherapeut habe mehr Wert gelegt auf das körperliche Erleben von Gefühlen als DAVANLOO.

Neurobiologische Erkenntnisse (erwähnt wird DAMASIO1994) unterstützen die Bedeutung des körperlichen Erlebens der Gefühle und der Bilder, die verknüpft sind über die Verbindung von Amygdala und Neocortex , also der kognitiven und emotionalen Zentren im Gehirn. Ebenso wird MILLER (1996) zitiert: das bewusste Erleben unserer Gefühle befreit und löst die zurück gehaltene Spannung im Körper.

Laut NEBORSKY (2001) zielt die IS-TDP auf die emotionalen Zentren des Gehirns, wo die Erinnerungen an frühe Beziehungstraumata gespeichert sind und durch die Arbeit tiefe Gefühle mobilisiert werden. ABBASS fand heraus: je höher der Level der emotionalen Erfahrung, umso besser das Ergebnis der Therapie. Auch PILIERO(2003) analysierte Therapieverläufe und fand dasselbe Ergebnis: das Erleben der Gefühle in der Sitzung hat eine Schlüsselfunktion

Der zweite Teil besteht aus vier Falldarstellungen mit Verbatimprotokollen und Kommentaren: „Der geteilte Mann“, „Der kaltblütige Geschäftsmann“, „Das gute Mädchen“ und „Die Frau mit Dissoziationen“. Ausführlich wird jeweils über die Erstgespräche und kürzer gefasst über die Katamnese berichtet. Die Erstgespräche wurden von zwei Gutachtern (von Malan und seiner Frau!) gesehen, die eine dynamische Hypothese formulierten und Aussagen trafen über wichtige Gesichtspunkte für die Therapie, mögliche Ziele und Ergebnisse. (Interessanterweise waren zwar viele Voraussagen zutreffend, aber fast immer wurden die unerledigten Schuldgefühle zu selten benannt). Schuldgefühle werden z.B. bei der kurzen Falldarstellung des „Masochistischen Künstler“ gar nicht erwähnt.

Im Therapieverlauf des „Geteilten Mannes“ zeigen sich u.a. unerledigte gemischte Gefühle gegenüber dessen jüngsten Sohns, des Vaters, des Bruders. Der in der 6.Therapiesitzung (von insgesamt 24 Stunden) beschriebene Ärger auf die Therapeutin wird nicht näher ausgeführt. Wut auf die Mutter sei, so die Autorin, nie aufgetaucht. Über die Therapie mit dem „Kaltblütigen Geschäftsmann“ über 58 Stunden berichtet die Autorin über die ausführliche Arbeit an den Abwehren und über die Arbeit an der Vermischung von Wut und Sexualität.

Das Erstgespräch des „Guten Mädchens“, die an einer Colitis ulcerosa litt, war (im Gegensatz zu den übrigen Erstinterviews) unter der Supervision von DAVANLOO erfolgt (ein Hinweis, wann das Interview stattfand fehlt). Ein schrittweise Vorgehen wurde gewählt, unter Kenntnis der Diagnose und nachdem klar geworden war, dass die Patientin keinen Zugang zum Erleben von Ärger hatte und Gedanken für Gefühle hielt.

Der dritte Teil widmet sich der Diskussion. Wenn der neurotische Kernkonflikt besagt, dass es unbewusste Gefühle und Impulse gibt, die verdrängt werden mussten, weil sie inakzeptabel waren und wenn von Psychotherapie erwartet wird, dass diese bewusst gemacht und gelöst werden, dann sei die IS-TDP – wie keine andere Psychotherapieform- in der Lage, v.a. die Wut, aber ebenso die Schuld- und Trauergefühle in bestimmter Abfolge zu mobilisieren. Dies findet statt in einem besonderen (einer Halluzination ähnlichen) Bewusstseinszustand statt, im „Dreaming while awake“ . Die Gefühle werden erlebt und mit dem Therapeuten geteilt und werden häufig mit den Augen des Kindes gesehen.

Bezüglich der Therapieergebnisse berichtet die Autorin: Die positiven Veränderungen gehen nach Therapieende weiter, auffallend seien auch die äußerlichen Veränderungen. Auf die Frage, was geholfen hat, berichten die Patienten von der therapeutischen Beziehung und betonen die Hartnäckigkeit der Therapeutin bei schwierigen Gefühlen zu bleiben. Interessanterweise benennen die Patienten in den Katamnesegesprächen nicht die mörderischen Gefühle, die sie erlebt haben.

Im vierten Teil werden Unterschiede zur Psychoanalyse benannt, insbesondere die fokussierte Aktivität des Therapeuten statt gleichschwebender Aufmerksamkeit, die direkte und wiederholte Frage nach den Gefühlen und die spezifische Arbeit an den Widerständen ohne Interpretation oder Deutung. Und in einer abschließenden „Coda“ werden die wichtigsten Aspekte der IS-TDP nochmals zusammengefasst: Die Frage nach den Gefühlen des Patienten, das Blockieren der Abwehren, der spezifische Umgang mit den Widerständen und dem Patienten zu ermöglichen, seine Gefühle körperlich zu erleben.

Zusammenfassend wünsche ich diesem Buch zahlreiche kritische Leser, v.a. aus den Reihen der IS-TDP Therapeuten. Es stellt die Therapiemethode mit ausführlichen Falldarstellungen dar – leider nicht immer gut durchstrukturiert. Die der Autorin eigene „therapeutische Handschrift“ wird erkennbar.

Ob ihre „Modifikationen“ , insbesondere ihre Neigung zu Interpretationen und ihr weniger konfrontatives Vorgehen, ihrer Persönlichkeit zuzuschreiben sind oder ihrem Können bleibt offen. Hier wäre vielleicht mehr Selbstkritik zu erwarten. Dass in ihrer Arbeit das Erleben der Schuldgefühle seiner eigentlichen Bedeutung gemäß zu wenig Erwähnung findet, scheint charakteristisch und ist diskussionswürdig. Den Versuch, in Studien und im Literaturvergleich die Wirksamkeit der IS-TDP zu belegen, halte ich für einen wichtigen Ansatz, der weitere Forschung wünschenswert macht.

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Wenn Patienten aufgeben, ergibt sich dann eine negative Reaktion?

Nach Davanloo ist jeder Patient, der aus freiem Willen zu uns kommt, zumindest teilweise bereit ist, an sich zu arbeiten (bewusstes Arbeitsbündnis). Natürlich kommt jeder Patient auch mit Widerstand und dem ihm eigenen lebensverhindernden Abwehrsystem. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin,  ein Bündnis mit der lebensbejahenden hoffnungsvollen Kraft im Patienten, der Unbewussten Therapeutischen Allianz (UTA) aufzubauen.

Eine negative therapeutische Reaktion erfolgt, wenn es nicht gelingt, die UTA so sehr für die gemeinsame Arbeit zu gewinnen, dass sie den Widerstand überwiegt – oder wenn die bewusste therapeutische Allianz nicht gefestigt ist.

Das kann verschiedene Ursachen haben. Eine Ursache könnte z. B. auch im Verhalten des Therapeuten liegen. Die IS-TDP kann nicht die Allmachtfantasien eines Therapeuten erfüllen. Will der Therapeut den Zugang zum Unbewussten erzwingen, statt „in tune“ mit dem Unbewussten des Patienten zu arbeiten, wird eine negative Reaktion im Patienten die Folge sein – er wird berechtigten Ärger auf seinen Therapeuten entwickeln und eventuell die Therapie abbrechen. Ein weiterer Behandlungsfehler könnte daher rühren, dass der Therapeut seinerseits Widerstand einbringt und den Arbeitsprozess damit zum Erliegen bringt. Ein häufiger Abwehrmechanismus seitens des Therapeuten wäre zum Beispiel projektive Angst.

Um eine positive Entwicklung in der Therapie zu erreichen, bedarf es auch der Entschlossenheit des Patienten mit seinem Unbewussten aufzuräumen, bzw. sein Leben zu ändern. Ein Patient, der nicht den Willen hat, diesen Weg zu gehen, weil er seinen Krankheitsgewinn nicht aufgeben kann oder will, wird seine Therapie auch nicht erfolgreich für sich nutzen können.

Selbstverständlich ist, dass auch die IS-TDP – wie jede andere Psychotherapie-Methode auch – nicht jedem Patienten helfen kann. Eine realistische Selbsteinschätzung der  eigenen fachlichen Kompetenz und der Änderungsmöglichkeiten des Patienten von seiten des Therapeuten helfen im Vorfeld, die Gefahr eines Scheiterns für beide, aber vor allem für den Patienten, so gering als möglich zu halten.

Wenn Patienten aufgeben und die Therapie abbrechen, gehen sie mit einem Gefühl der Niederlage und mit einem Gefühl von Ärger auf den Therapeuten. Wenn das geschehen sollte, ist es selbstverständlich, dass der Therapeut keine Schuldzuweisungen an den Patienten vornimmt.

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Wie geht man in der IS-TDP mit selbstverletzendem Verhalten um?

Selbstverletzungen sollten als selbstdestruktives Symptom gesehen werden. Der Patient wird damit vertraut gemacht, dass dieses Symptom als Ausdruck für tiefer liegende destruktive Gefühle zu sehen ist. Er wird motiviert, sich in der Therapie auf diese Gefühle einzulassen und diese mit dem Therapeuten durchzuarbeiten.

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Es geht in der IS-TDP immer um verdrängte, nicht erlebte Wut. Gibt es auch andere Konfliktbereichte, die mit dieser Methode bearbeitet werden können? Z. B. Scham oder Konflikte, die mit erotischen Gefühlen zu tun haben?

Oberflächlich betrachtet scheint es in der IS-TDP vor allem um wütende Gefühle zu gehen. Im Verlauf des Durcharbeitens der unbewussten pathogenen Organisation tauchen nacheinander die unter der Wut liegenden gemischten Gefühle auf : Schuldgefühle sowie liebevolle, zärtliche und erotische Gefühle .Letztlich sind Vergebung, Annäherung, Mitgefühl und das Entdecken der verschütteten liebevollen Gefühle Hauptziel der Therapie.

Es geht in der IS-TDP immer um verdrängte, nicht erlebte Wut. Gibt es auch andere Konfliktbereichte, die mit dieser Methode bearbeitet werden können? Z. B. Scham oder Konflikte, die mit erotischen Gefühlen zu tun haben? Weiterlesen »