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Neue Kurse 2016 in Bonn und Hannover geplant

2016 starten zwei neue IS-TDP-Kurse in Bonn und Hannover.

In Bonn startet der Kurs mit einem eintägigen Einführungskurs am 20.2.2016. Nähere Hinweise erhalten Sie hier: bonn.istdp.de. Die weiteren Kurstermine in Bonn sind 08./09.04.2016, 03./04.06.2016, 28./29.10.2016, 02./03.12.2016. Interessenten wenden sich bitte an

Die Termine für Hannover sind 08./09.04.2016, 10./11.06.2016 und 23./24.09.2016. Interessenten wenden sich bitte an

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Kind als Symptomträger, M. Lindner

Anhand eines Fallbeispiels wird erläutert, inwiefern die Traumatisierung einer Mutter unmittelbar nach der eigenen Geburt zu einer epigenetisch veränderten Stressresistenz des eigenen Kindes führen kann und so den Kind zum Symptomträger der abgewehrten Gefühle der eigenen Mutter macht.

Der vorliegende Fall zeigt, dass das Kind von Geburt an schwere Verhaltensauffälligkeiten wie Schreien, aggressive Verhaltensweisen und mangelndes Regelverständnis zeigt. Der Sohn musste Kindergärten wechseln, Schulen verlassen und sabotierte sich in seinem Leistungsverhalten mit Leistungsverweigerung und aggressiven Verhalten seinen Mitschülern sowie seiner Schwester gegenüber. Da bislang alle Kinder- und Jugendtherapien des 12-jährigen Sohnes scheiterten, Erziehungsbeistand nicht fruchtete und ein weiterer Schulwechsel angedacht war, kam die Mutter in Therapie.

Bereits in den ersten zwei Therapiestunden konnte das eigene Trauma der Patientin, eine Fruchtwasserembolie ihrer Mutter sowie die Trennung von dieser im ersten halben Lebensjahr bearbeitet werden. Insbesondere konnten der Patientin ihre Charakterstörungen wie Leere, Rückzug, Hilflosigkeit, Passivität, Opferhaltung, Leidensbedürfnis, Kontrolle und Enge im Leben bewusst gemacht werden. In insgesamt 18 Therapiestunden wurden die Symptomstörungen der Patientin, die ihr nicht bewusst waren (Angst, verminderter Antrieb, Beziehungsstörung zu Mann und Sohn, Affektinkontinenz, strukturelle Schwierigkeiten) so bearbeitet, dass sie Verantwortung für ihr Leben übernimmt, ihrem Sohn Grenzen setzen kann und adäquat auf die Gefühle ihres Sohnes reagieren kann, anstatt ängstlich blockiert in Rückzug zu gehen. Neben dem Sohn konnte sich gleichzeitig auch ihre Tochter aus der Anpassung lösen und eigene Bedürfnisse äußern, anstatt ihre Mutter durch Rückzug zu vermeiden oder überangepasst zu reagieren. Der Sohn muss nun Verantwortung für sein Tun übernehmen, anstatt die abgewehrten Gefühle seiner Mutter selbstsabotierend gegen sich zu wenden. Er darf in der Klasse bleiben und auch die Kindertherapeutin arbeitet mit ihm weiter.

Anhand des Therapieverlaufs der Patientin zeigt sich, wie der eigene Sohn zu einer Figur aus der Vergangenheit der Mutter wurde und dazu instrumentalisiert wurde, das Leidensbedürfnis der Patientin zu befriedigen sowie die Opferrolle zu manifestieren. Sie quälte sich selbst und war sabotierend in ihren Beziehungen.

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Wann bin ich frei? – Umstrukturierung im Prozess, W. Malin

Der Begriff von Freiheit hat bei Davanloo eine zentrale Bedeutung. Er ist der Überzeugung, dass Schuldgefühle die Fesseln sind, die einen Menschen im inneren Gefängnis halten. Zu dieser Einsicht gelangte er durch die Beobachtung zahlreicher signifikanter Reaktionen seiner Patienten in der therapeutischen Situation selbst, aber auch durch ergänzende Hypothesen, die er  wiederum weiter untersuchte.

Wie umfassend der Begriff von Freiheit sein kann, sagt ein  Patient mit folgenden Worten, als wir uns ein Jahr nach Therapieende zu einem Nachgespräch treffen:

„….dass ich frei bin, dass ich nicht mehr wie ein gequälter Mensch durch das Leben gehe, wie ein Roboter, der nur funktioniert, dass ich wieder lachen kann, dass ich wieder den Blick für die schönen Dinge im Leben habe, mich nicht mehr selbst so bemitleide, oder sobald das Gespräch auf meine Vergangenheit kommt, ich wieder zum Oper werde, zu einem Häuflein Elend.“

In meinem Vortrag versuche ich der Frage nach zu gehen, wie der therapeutische Prozess der Befreiung möglich wird.  An Hand von Videoausschnitten aus dem Anfang, der Mitte und dem Ende des Therapie soll auf gezeigt werden, dass der Pat das Ziel erreicht, durch fortwährende Stabilisierung und Erweiterung seiner Fähigkeiten sich den abgewehrten Gefühlen zu stellen, die ihn in ungeahnte Tiefen seines Unbewussten führen und ihn schließlich befähigen, sich mit seinem Schicksal des geschlagenen kleinen Jungen zu versöhnen.

„Gelingt es diese Wut durch zuarbeiten, kann der Patient ein Leben in Freiheit führen.“ (Zitat. Habib Davanloo)

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Die Rolle und Entwicklung der UTA bei der multidimensionalen Strukturveränderung des „Zimmermanns“, H. Posininsky

Der Zimmermann, die vier Monate dauernde Kurzzeittherapie eines erheblich traumatisierten, depressiven und wiederkehrend auch suizidalen Patienten!

Es soll dabei schrittweise gezeigt werden wie multidimensionale Strukturveränderungen mit IS-TDP im Prozess eingetreten sind. Besonders soll die Rolle der Therapeutischen Allianz, hiervon insbesondere die bedeutende Rolle der UTA, für diese Entwicklung exemplarisch untersucht und diskutiert werden.

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Nicht Wutarbeit sondern Strukturarbeit, G. Wagner

Gezeigt wird ein ungekürztes Erstinterview mit einer Patientin, die unter Tinnitus litt. Konstanter Wechsel von Druck auf Gefühle in der Übertragung und Klärung der Abwehr bewirken Strukturveränderungen und führen so zum Durchbruch ins Unbewusste. Damit wird die Wurzel des krank machenden Verhaltens sichtbar, welche somit bearbeitet werden kann.

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Der Mann, der eine neue Haut bekam – Umstrukturierung bei Depression, Angst, Panik und Somatisierung, M. Weiß

Anhand von Videoausschnitten aus der unter Live-Supervisions-Bedingungen mit Dr. Davanloo begonnenen Therapie eines in der Kindheit traumatisierten 39jährigen, arbeitslosen Patienten werde ich zeigen, wie es möglich wurde, zu tiefgreifenden, multidimensionalen Charakter- und Strukturveränderungen zu kommen.

Bei hoher bewusster und vor allem unbewusster therapeutischer Allianz (UTA) gelang es diesem Patienten nach und nach durch die Überwindung der Angst und der Abwehrmechanismen, das mit seinen traumatischen Erfahrungen in der Kindheit zusammenhängende „pathogene Reservoir“, insbesondere der auf die psychische Entwicklung und die Lebensentwürfe toxisch wirkenden verdrängten Schuld- und Trauergefühle auf neurobiologischem Wege (neurobiological pathways) zu erleben.

Durch diese tiefe emotionale Neuerfahrung wurde es ihm nach und nach möglich, durch innere Reorganisationsprozesse zu Integration, Kontinuität, Identität, Nähefähigkeit, Selbstwirksamkeit und Kohärenz, d.h. zu multidimensionalen Charakter- und Strukturveränderungen zu kommen. Das Ergebnis bezeichnete der Patient einmal als inneren Körperkern und als eine neue Haut.

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Multidimensionale Umstrukturierung bei Jugendlichen, A. Schmitt

Erhöhung von Angsttoleranz und Emotionstoleranz bilden die Voraussetzung für das weitere Durcharbeiten der ins Unbewusste verdrängten schmerzlichen Gefühle. Es wird das Umstrukturieren von Angst bei einem 15jährigen gezeigt, das Installieren der beiden Dreiecke bei einem 16jährigen. Eine Mutter von zwei Kindern mit zwanghaftem Grübeln wird gezeigt, und welch positive Auswirkung die Umstrukturierungsarbeit der ersten drei Therapiestunden (ohne Durchbrüche ins Unbewusste) auf das Verhalten der Kinder hat. Am Beispiel eines 12jährigen wird gezeigt, wie die ISTDP-Arbeit die Fähigkeit erhöht, schmerzlichen Gefühlen zu begegnen. Abschließend wird eine 17-jährige Jugendliche gezeigt, die aufgrund der Reife ihres Abwehrsystems kaum der Umstrukturierung bedarf und die dank der hohen Fluidität im Unbewussten nach nur zwei ISTDP-Sitzungen ihre destruktiven Abwehrmuster aufgibt.

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Bericht aus Montreal, G. Wagner

Das Hauptthema der Workshops von Dr. Davanloo ist die Übertragungsneurose, ihr Entstehen, ihre Auswirkungen, ihr Erkennen und die Therapie. Da viele Patienten und Therapeuten unbewusst an ihr leiden, ist dies für uns alle ein außerordentlich wichtiges Thema. Maßgeblich für eine erfolgreiche Behandlung der Übertragungsneurose ist die ausgedehnte Mobilisierung des Unbewussten mit analytischer Befragung und multidimensionaler Umstrukturierung des Unbewussten. Hierfür ist ein sehr hoher  Anstieg von TCR (transference component of the resistance, die unbewusste Übertagungskomponente des Widerstands) erste Voraussetzung.

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Clinical Course on IS-TDP, 3rd Annual Scientific Conference of the European Association of Psychosomatic Medicine, Nuremberg, July 2-4, 2015

Nuremberg is hosting the 3rd Annual Scientific Conference of the European Association of Psychosomatic Medicine, July 2-4, 2015. We are delighted to offer a Clinical Course on IS-TDP under the chair of Dr. med. Irene Ostertag, Thursday, July 2, 9:00-12:30.

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Buchbesprechung „Wie das Gehirn die Seele macht“ (Gerhard Roth, Nicole Strüber)

Gerhard Roth, Nicole Strüber: „Wie das Gehirn die Seele macht„,
Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2014 , 425 Seiten

Gerhard Roth, Philosoph und Biologe hat mit Nicole Strüber, Neurobiologin und Psychologin, für interessierte Laien den aktuellen Erkenntnisstand der neurobiologischen Grundlagen des Seelisch-Geistigen zusammengefasst.

Grundlage der Überlegungen der Autoren ist ihre Überzeugung, dass sich Psyche und Geist in das Naturgeschehen einfügen und dieses nicht transzendieren. Ein einführender geschichtlicher Überblick mündet in der Erkenntnis, dass es aus neurobiologischer Sicht keinen vernünftigen Zweifel daran geben kann, dass das Gehirn die Seele hervorbringt. Demzufolge stellen die Autoren zur Einführung in einer „kleinen Gehirnkunde“ das menschliche Gehirn und seine neuronalen Funktionsweisen vor.

Großes Gewicht liegt auf der Darstellung des limbischen Systems als dem „Sitz der Seele“ und einem Überblick über Neuromodulatoren, Neuropeptide und Neurohormone. Roth und Strüber unterscheiden eine untere, mittlere und obere limbische Ebene und sechs psychoneurale Grundsysteme:

  • Stressverarbeitungssystem
  • das interne Beruhigungssystem
  • das interne Bewertungs- und Belohnungssystem
  • das Impulshemmungssystem
  • das Bindungssystem
  • das System des Realitätssinns und der Risikobewertung.

Nach einer Ausführung über die Entwicklung von Gehirn und kindlicher Psyche verbinden die Autoren schließlich die bisher dargestellten Wissensteile zu einer Gesamtschau der Persönlichkeit und deren neurobiologischen Grundlagen: Gene und Erfahrungen beeinflussen synaptische Verknüpfungen und legen fest, wo und in welcher Menge bestimmte Neuromodulatoren ausgeschüttet werden. Hierüber haben sie Auswirkungen auf die Persönlichkeit – und hier liegen auch die sensiblen Bereiche für Persönlichkeitsstörungen.

Nun wird es für praktizierende Psychotherapeuten interessant:
Roth und Strüber konzentrieren sich auf die häufigsten psychischen Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen (Depressionen, Angststörungen, PTBS, Zwangsstörung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Antisoziale Persönlichkeitsstörung und Psychopathie) und zeigen auf, dass diese von jeweils spezifischen neuromodulatorischen Fehlregulationen und funktionellen Veränderungen limbischer Hirnregionen begleitet werden.

Damit stellt sich auch die Frage nach der Wirksamkeitsweise von Psychotherapie. Die Autoren fokussieren auf die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlten Verfahren der Verhaltenstherapie und der Psychodynamischen Therapieformen. Sie stellen nicht in Frage, dass Psychotherapie wirkt sondern beschäftigen sich mit folgenden Fragen:

  • Wie können Korrelate einer erfolgreichen Psychotherapie im Gehirn aussehen und mit welchen Mitteln kann die Hirnforschung diese erfassen?
  • Wie sind die Kernaussagen der hier behandelten Psychotherapieverfahren über deren Wirkungsweise aus neuobiologischer Sicht zu beurteilen?
  • Wie lassen sich die als psychotherapeutischer Hauptwirkfaktor nachgewiesene „therapeutischen Allianz“ und der dabei unterstellte Placeboeffekt neurobiologisch interpretieren?
  • Wie ist aus neurobiologischer Sicht die Existenz zweier Therapiephasen zu beurteilen

Besonders spannend habe ich persönlich den Abschnitt über das Bewusstsein, das Vorbewusste und das Unbewusste empfunden, weil Fragen über Inhalte psychodynamischer Therapiekonzepte aufgeworfen werden, auch über diejenigen der IS-TDP.

Nach gegenwärtiger neurobiologischer Mehrheitsmeinung ist es entscheidend, ob Informationen über Personen und Geschehnisse jemals in das Langzeitgedächtnis gelangen oder ob sie nie dahin gelangen. Dazu gehört die Ausreifung spezifischer Hirnrindenareale für das Langzeitgedächtnis und deren Organisator, dem Hippocampus ungefähr im 3. Lebenjahr. Inhalte, die nicht im Langzeitgedächtnis vorhanden sind, können deshalb unter keinen Umständen bewusst gemacht werden. Aus der Sicht der Neurobiologie ist sicher, dass es nur eine Verdrängung von einmal Bewusstem ins Vorbewusste gibt, aber nicht ins Unbewusste.

Gleichzeitg hat die neurobiologische Forschung aber für die psychodynamischen Verfahren bestätigt, dass Störungen unbewusster limbischer Prozesse die Grundlage psychischer Erkrankungen sind und dass frühkindliche traumatische Erfahrungen einen ursächlichen Anteil daran haben, gerade weil sie aufgrund der frühkindlichen Amnesie nicht erinnert werden können.

Roth und Strüber nehmen zu den vorgeblichen Wirkfaktoren auch der psychodynamischen Verfahren Stellung. Sie stellen fest, dass die Konzepte der Traumdeutung und des Ödipuskomplex jeglicher empirischer Fundierung entbehren und dass die Freud`sche Trieblehre eindeutig falsch ist. Zusätzlich bezweifeln sie auch die Vorstellung, dass das Aufdecken unbewusster oder verdrängter Motive Teil des Therapieerfolges sind.

Die Autoren konstatieren, dass sich die im Gehirn des Patienten aufgrund frühkindlicher oder vorgeburtlicher Traumatisierung entstandenen strukturellen und funktionellen Dysfunktionen nur durch mühsames und langwieriges Aktivieren verschütteter Ressouren, etwa im Selbstbild und auf Beziehungsebene, überlernen lassen. Mit Klaus Grawe sagen sie, dass es sich dabei um eine implizite Therapie, eine Therapie der Neubildung von Fühl-, Denk und Handlungsgewohnheiten handele, die sich vornehmlich in den Basalganglien vollzieht. Hier scheint die Neubildung von Nervenzellen in limbischen Strukturen eine Rolle zu spielen. Träger des therapeutischen Prozesses sei die therapeutische Allianz, die an das Bindungssystem anknüpft und der eine erhöhte Oxytocinausschüttung zugrunde liegt.

Viel Stoff zum Nachdenken also!

Roths und Strübers weitere Erkenntnisse und Schlüsse möchte ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen: Machen Sie sich mit den Autoren auf Entdeckungsreise!
„Wie das Gehirn die Seele macht“ konzentriert fundiertes Grundlagenwissen für alle, die sich mit Psychotherapie befassen und an einer naturwissenschaftlichen Herangehensweise interessiert sind. Das Buch ist in angenehm unaufgeregter sachlicher Sprache verfasst. Am Ende jeden Kapitels hilft eine auf das wesentliche konzentrierte Zusammenfassung, den Überblick über das komplexe Detailwissen zu behalten und leitet jeweils zur Fragestellung des folgenden Kapitels über. Bereits vorhandene Grundkenntnisse in Neuroanatomie und Neurophysiologie sind für den Leser auf jeden Fall hilfreich. Die Lektüre ist aufgrund der komplexen Zusammenhänge nicht ohne Anstrengung zu bewältigen – aber die Mühe lohnt sich!

Unbedingt empfehlenswert!

Eine 3D-Orientierungshilfe zur Neuroanatomie finden Sie auf der Website dasgehirn.info
Hier gelangen Sie direkt zum 3D Gehirn

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Buchbesprechung „Der Unterschied – was den Menschen zum Menschen macht“ (Thomas Suddendorf)

Thomas Suddendorf: „Der Unterschied – was den Mensch zum Menschen macht
Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH, Berlin 2014, 464 Seiten
Orginaltitel: „The Gap. The Science of What Separates Us from Other Animals“
(Basic Books, New York 2013)

Der Entwicklungspsychologe Thoma Suddendorf forscht und lehrt an der University of Queensland in Brisbane. Sein Spezialgebiet ist die Evolution des menschlichen Geistes. Mit Leidenschaft und Spannung berichtet er aus seinen  vergleichenden Forschungsarbeiten über die frühkindliche Entwicklung und das Verhalten von Menschenaffen und verknüpft jüngste Erkenntnisse aus Psychologie, Verhaltensbiologie und Neurowissenschaften.
Seine Forschungsergebnisse zentrieren sich auf das Zusammenwirken zweier grundlegender geistiger Fähigkeiten beim Schritt vom Menschenaffen zum Menschen: Die einzigartige Fähigkeit des Menschen zu „verschachteltem“ Denken und dem Drang des Menschen, zu kommunizieren und sich über die Szenarien in seinem Kopf mit anderen Menschen auszutauschen. Mit „verschachteltem Denken“ meint Suddendorf unsere Fähigkeit, Erfahrungen abzuspeichern und diese Episoden nicht nur zu erinnern sondern sie auch in die Zukunft zu projizieren. Und wir Menschen können noch mehr, wir können uns zum Beispiel Szenerien ausmalen, die wir noch nie erlebt haben. Suddendorf nennt das „mentale Zeitreisen“.

Mich hat an diesem Buch zweierlei fasziniert:
– zum einen der allgemein bildende Charakter. Die einzelnen Kapitel beziehen sich auf Themen wie Evolutionsgeschichte, Sprache, Gedächtnis, Intelligenz, Empathie, Kultur und Moral.
– zum anderen Aspekte, die für Psychotherapeuten interessant sind wie die Fehleranfälligkeit des menschlichen Gehirns bei der Projektion früherer Erfahrungen in Gegenwart und Zukunft. Seit dieser Lektüre ist mir viel intensiver aufgefallen, wie viele ineinander verschachtelte Szenarien das Unbewusste ausmachen, die dann am Ende unser reales Denken und Verhalten bestimmen.

„Der Unterschied“ liest sich bei allem naturwissenschaftlichen Ernst flüssig und unterhaltsam – diese Lesbarkeit ist vielen Veröffentlichungen aus dem englisch sprachigen Raum gemeinsam und macht das Dazulernen zu einem Vergnügen.

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Was gibt dem Therapeuten die Sicherheit, dass der Patient seine Impulse kontrolliert und dass dieser nicht doch einen Impulskontrollverlust mit tätlicher Aggressivität, gerichtet auf den Therapeuten, entwickelt? Wieso fürchten die IS-TDP-Therapeuten eine solche Reaktion nicht?

FAQ Newsletter

In der IS-TDP ist das Monitoring der Angsttoleranz von ebenso großer Bedeutung wie die Differenzierung von Fühlen und Handeln. Angsttoleranz beschreibt die Fähigkeit des Patienten, Spannung auszuhalten. Eine Überforderung der Angsttoleranz führt dazu, dass es zu einer Abreaktion der wütenden Gefühle kommen kann, wie dies bei einer tätlich-aggressive Handlung der Fall ist. Die Fähigkeit, seinen wütenden Gefühlen zu begegnen und diese auszuhalten, stellt die Grundlage von Impulskontrolle dar. Zu affektiven Abfuhrhandlungen kann es lediglich kommen, wenn keine ausgereifte Angsttoleranz vorliegt. Deshalb ist die Diagnostik der Angstzeichen von entscheidender Bedeutung. Zeichen für eine mangelhafte Angsttoleranz während der Sitzung sind vegetative Reaktionen wie z.B. Schwindel, oder eine Mitreaktion des Magen-Darm-Traktes (Stuhldrang). Wenn in der Anamnese des Patienten Hinweise für Impulskontrollstörungen und explosive affektive Abreaktionen zu finden sind, so kann man ebenfalls von einer mangelhaften Angstkapazität ausgehen. Das Monitoring der Angsttoleranz ist von größter Wichtigkeit. Werden die Zeichen einer reduzierten Angsttoleranz missachtet, kann es zu Abfuhrhandlungen oder auch zu  Symptomprovokationen kommen. Abfuhrhandlungen während der Sitzung zeigen sich z.B. in extensivem nervösem Wackeln mit den Beinen oder ein nervöses Klopfen auf die Stuhllehne oder hektisches Kaugummikauen und vieles mehr. Diese Abreaktionen sollten vom Therapeuten aktiv unterbunden werden. Symptomprovokationen sind z.B. die Verschlechterung eines Colon irritabile, das Auftreten von Bronchialspasmen, Schwindel oder dissoziativen  Phänomenen.

Bei ausreichender Angsttoleranz des Patienten braucht der Therapeut keine bedrohlichen affektiven Abreaktionen, wie z.B. einen tätlichen Angriff, zu fürchten.

Wenn der Therapeut Angst vor den Gefühlen des Patienten hat, so fördert dies via projektiver Mechanismen die Angst beim Patienten, der dann seine Gefühle umso mehr abwehrt. Der Prozess kann in eine Sackgasse geraten oder der Patient reagiert mit Abwehrhandlungen. Die Ängste des Therapeuten während der Therapiesitzung sind sehr hinderlich. Diese Ängste können durch Selbsterfahrung in der Methode und durch das zunehmende Vertraut-werden mit den eigenen verdrängten Gefühlen abgebaut werden.

Ängste des Patienten vor Kontrollverlust müssen in der Therapiesitzung aufgenommen werden. Der Patient wird aufgeklärt, dass die therapeutische Aufgabe darin besteht, verdrängte Gefühle zu erleben und dass es in keinem Fall darum geht, Gefühle unkontrolliert auszuleben („abzudampfen“).Der Patient soll verstehen, dass Fühlen und Handeln zweierlei ist.

Was gibt dem Therapeuten die Sicherheit, dass der Patient seine Impulse kontrolliert und dass dieser nicht doch einen Impulskontrollverlust mit tätlicher Aggressivität, gerichtet auf den Therapeuten, entwickelt? Wieso fürchten die IS-TDP-Therapeuten eine solche Reaktion nicht? Weiterlesen »

Warum werden die Wut- und die Schuldgefühle in der IS-TDP als erstes bearbeitet? Wäre es nicht sinnvoller, zuerst nach dem zu fragen, was der Patient erlitten hat, statt danach, was er getan hat?

FAQ Newsletter

Nicht immer sind es die Wut- und Schuldgefühle, die in der IS-TDP als erstes bearbeitet werden. Der Therapeut richtet sich nach dem, was der Patient als erstes anbietet. Dies können auch Trauergefühle sein, z.B. pathologische Trauer, oder dies kann auch  Traumaschmerz sein. Auch eine tiefe Trauer darüber, dass im Leben noch nie jemand nach wahren Gefühlen des Patienten gefragt hat, wie der Therapeut es in den IS-TDP Sitzungen mit großer Nachhaltigkeit tut.

Wut und Schuldgefühle resultieren aus den erlittenen traumatischen Erfahrungen, und ebenso resultiert Widerstand gegen emotionale Nähe daraus. Denn der Patient will um jeden Preis eine erneute traumatische Erfahrung vermeiden. Aus der langjährigen Forschung Davanloos und aus der eigenen Erfahrung mit der IS-TDP wissen wir, dass das Ausmaß der abgewehrten Wutgefühle des Patienten, der in der Kindheit Opfer war, in der Regel die tatsächlich erlebte Gewalt um vieles übersteigt. Denn die reaktiven kindlichen Wutgefühle sind animalisch primitiv und mörderisch in ihrer Qualität. Die primitive mörderische Wut über die Verletzung oder Traumatisierung der ursprünglich mit liebevollen Gefühlen aufgeladenen Bindung führt zu einer inneren Zerstörung der Beziehung, was sehr real und leibnah erlebt wird. Dies ist der Grund, warum die damit einhergehenden Schuldgefühle so groß und so destruktiv wirksam sind. Das Kind kann nicht akzeptieren, was es getan hat und die destruktive Wirkung der Schuldgefühle beginnt, das Leben des Individuums in negativer Weise zu bestimmen. Die überfordernde traumatische Erfahrung hat also letztlich Funktionseinschränkungen, Fehlanpassungen und eine Beeinträchtigung der psychosozialen Entwicklung zur Folge. Die Persönlichkeitsentwicklung ist gestört, es kann zu Persönlichkeits- und Charakterstörungen kommen.

Der Therapeut soll selbstverständlich wissen, welche Traumatisierungen der Patient erlitten hat und er sollte diese auch aktiv erfragen. In der IS-TDP werden die erlittenen Traumatisierungen jedoch zunächst nicht inhaltlich fokussiert, weil man verhindern will, dass Erinnerungen und zugehörige Affekte mobilisiert werden. Denn zu Beginn der Therapie, wenn noch kein Einstieg in die Übertragung stattgefunden hat, ist die Gefahr sehr groß, dass der Patient in regressive Abwehrhaltungen, z.B. Hilflosigkeit oder Opferhaltung, versinkt. Mit der regressiven Abwehrhaltung ist in aller Regel eine Symptomverschlechterung verbunden. Sinnvoll ist es daher, gleich zu Beginn der Therapie auf die hilfreiche Übertragungssituation und auf die emotionale Nähe in der therapeutischen Beziehung zu fokussieren. Hierdurch wird Regression vermieden und die Unbewusste Therapeutische Allianz (UTA) wird gefördert. Unbewusste Therapeutische Allianz und Head-on Collision helfen dem Patienten, eine bewältigungsorientierte aktive Haltung einzunehmen und aus der passiven Opferhaltung herauszufinden.

Wenn es dem Patienten gelungen ist, zu seinen wahren tiefen Gefühlen von Wut und Schuld zu finden, wenn also das Unbewusste sich vor Patient und Therapeut offenbart, dann ist eine ungetrübte klare Sicht auf den Inhalt und das Ausmaß der Traumatisierungen möglich, auch vergessene, verdrängte Erlebnisse und Details treten zu Tage und können bearbeitet werden.

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Gründung einer Weiterbildungsgruppe 2015 in Dresden

Im Jahr 2013 keimte die Idee, eine Weiterbildungsgruppe in Dresden zu gründen. Die verschiedenen themenbezogenen Seminare sowie die Live-Blocks wurden in Sachsen und Umgebung mit Flyern beworben. Auf diese Weise konnten neue Interessenten gewonnen werden. Dabei zeigte sich, dass zwischen dem Besuch eines IS-TDP-Seminars und der Entscheidung, IS-TDP zu lernen oft eine längere Zeit vergeht. Die Etablierung einer neuen Gruppe braucht langen Atem, in Dresden bedeutete dies einen Vorlauf von 2 Jahren.

Im Januar 2015 werden wir mit 10 bis 12 Teilnehmern starten. Die Gruppe besteht aus 6-8 neuen Teilnehmerinnen und 4 Teilnehmerinnen, die bereits mit IS-TDP gearbeitet haben. Basierend auf den langjährigen Erfahrungen der Weiterbildungsgruppen in Berlin, Nürnberg und Essen hat sich die Gruppe in Dresden die Intensivierung der Lehre zum Ziel gesetzt und erprobt neue Lehrmethoden. Die Teilnehmer werden in den Prozess der Umgestaltung der Lehre einbezogen.

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IS-TDP auf dem Jahreskongress der DGPM in Berlin, 25.-28.3.2015

Auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) und des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) 25-28.3.2015 in Berlin-Dahlem, der unter dem Motto  „Psycho-Somatik – Dialog statt Dualismus“ steht, bieten wir wieder ein Seminar an:

„Mobilisierung des Unbewussten und Intensive Psychodynamische KZT nach Davanloo“

Mittwoch, 25.3.2015, 12:15 – 16:15 Uhr

www.deutscher-psychosomatik-kongress.de

Auf der Basis über 50-jähriger Video basierter präziser Struktur- und Widerstandsanalyse hat Davanloo ein System von Interventionen entwickelt, das dem Patienten erlaubt, sich bereits im Erstinterview seinen verdrängten Kindheitstraumata zu stellen. Ein starkes bewusstes und tief verankertes unbewusstes Arbeitsbündnis sind Träger des emotionalen Geschehens.

Die Präzision des Therapeuten im Erkennen und „Beantworten“ des unbewussten Übertragungsverhaltens und seine unbeirrte, Ressourcen-orientierte Haltung weckt im Patienten neben den Widerständen eine starke bewusste und „Unbewusste Therapeutische Allianz“, die ihm hilft, seine Angst vor dem Verdrängten zu überwinden. Dadurch erschließen sich auch frühe traumatische Kindheitssituationen, die auf der Basis der intensiven emotionalen Nähe zum Therapeuten durchgearbeitet werden können.
Ziel sind multidimensionale intrapsychische und zwischenmenschliche Strukturveränderungen. Symptome, speziell auch Somatisierungsstörungen, wie Herzneurose oder Essstörungen, psychische Symptome wie Panikstörungen, Depression, Suizidalität, lösen sich oft innerhalb von wenigen Sitzungen („Intensive Psychodynamische KZT“). Chronifizierte Körpersymptome und Persönlichkeitsstörungen im weiteren Verlauf („Mobilisierung des Unbewussten und KZT nach Davanoo“, bis zu 100 Stunden).

Lernziele:
Nach der Einführung in die theoretischen metapsychologischen und technischen Grundlagen der IS-TDP wird mit Hilfe von Videobeispielen von therapeutischen Sitzungen und vor allem auch im Rollenspiel das Wesen der IS-TDP erlebbar. Insbesondere wird das rasche Erkennen und Benennen der Widerstände
gezeigt und geübt, das wiederum neue Widerstände und dahinter liegende intensive Emotionen wach ruft und damit das Unbewusste erschließt.
 
Literaturhinweise:
Davanloo, H. (1995) Schlüssel zum Unbewussten, Pfeiffer, München (vergr.)
Gottwik, G. (1998) Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo in Sulz, S. (Hrsg.) Kurzzeitpsychotherapien. CIP Medien, München
Gottwik, G. (Hrsg.) (2009) Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo. Springer: Heidelberg

  • Vorsitz:
  • G. Gottwik (Nürnberg)
  • A. Scherer (Berlin)

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IS-TDP-Seminar, 65. Lindauer Psychotherapiewochen, 12.-17.4.2015

Wir werden an den 65. Lindauer Psychotherapiewochen in der ersten Tagungswoche vom 12. April bis zum 17. April 2015 mit zwei Kursen teilnehmen. Programmanforderung und Anmeldung sind ab Januar 2015 möglich: www.lptw.de

Erläuterungstext und Literatur
für zwei Kurse in der ersten Woche der Lindauer Psychotherapietage 2015
mit dem Thema: Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo

Die Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo ist ein analytisches Kurzzeittherapieverfahren zur Behandlung eines breiten Spektrums neurotischer Symptom- und Persönlichkeitsstörungen. In der Arbeit im Hier und Jetzt der Übertragung werden gemischte Gefühle, Widerstände, aber auch Ressourcen mobilisiert mit dem Ziel, unbewussten verdrängten Gefühlen zum Durchbruch zu verhelfen, das emotionale Erleben und Durcharbeiten traumatischer Erlebnisse zu ermöglichen und bleibende multidimensionale Strukturveränderungen zu erreichen.

Nach einer Einführung in Theorie und spezifische Interventionstechniken ermöglichen audiovisuelle Fallbeispiele den KursteilnehmerInnen einen praxisnahen Zugang zu der Methode, der in Rollenspielen geübt und vertieft werden kann.

Literatur: Gottwik, G. (Hrsg.): Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo, Springer 2009

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8. Immersion Course, Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, Zell am Main, 3.-5.7.2015

Auch dieses Jahr werden wir wieder unseren dreitägigen Immersion Course in Würzburg anbieten. Dieses Jahr werden wir wieder die Gastfreundschaft der Oberzeller Franziskanerinnen in der wunderbar restaurierten Klosteranlage des Haus Klara geniesen.

Der 8. Immersion Course, Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo findet vom 3.-5.7.2015 in Zell am Main (Würzburg) statt. Nähere Angaben werden demnächst hier veröffentlicht werden.

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7. Immersion Course: Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, Würzburg, 4.-6.7.2014

Im Juli 2014 hat in Würzburg der 7. Immersion Course, Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach Davanloo, stattgefunden. Dieser dreitägige Metapsychologiekurs findet jährlich im Sommer statt, er dauert von Freitag bis Sonntag und wird entweder im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg oder im Haus Klara in Zell am Main (bei Würzburg) abgehalten. Auch 2014 haben die Klostermauern uns eine besondere Auszeit beschert. Fern vom Alltagsgeschehen konnten wir im Kloster einerseits Einkehr und Besinnung auf uns selbst finden und andererseits den Tiefen der menschlichen Seele im Rahmen der vorgestellten Videos begegnen. Entspannung und Abkehr von der täglichen Routine in klösterlicher Ruhe, anregende körperliche und seelische Erfahrungen in den Vorträgen und Workshops, intellektuelle Bereicherung, lebendige Begegnungen, emotionale Mobilisierungund all dies eingerahmt von einem Verpflegungsangebot aus frisch zubereiteten erlesenen biologischen Mahlzeiten schufen eine angenehme Balance zwischen Aktivitäten im Tagungsbereich und Erholung und Einkehr im Privaten.
Thema des Immersion Kurses war die „Übertragungskomponente des Widerstandes“, engl. TransferenceComponentof Resistance oder kurz TCR. Früher legte Davanloo den Fokus auf die komplexen Übertragungsgefühle und den Twinfactor (komplexe Übertragungsgefühle CTF und Widerstand). Heute hebt er mehr den TCR hervor. Er will damit deutlich machen, von welch fundamentaler Bedeutung es ist, den Widerstand gezielt in die Übertragung zu bringen, ihn in den Übertragungswiderstand TCR zu verwandeln, wo er dann durch wiederholte Head-on Collisions zur Erschöpfung gebracht wird. Der Verlauf einer Therapiesitzung hängt entscheidend davon ab, wie rasch es gelingt, die Übertragungskomponente des Widerstands TCRin die Höhe zu drängen.
Ich freue mich auf 2015.

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IS-TDP-Weiterbildungskurs in Nürnberg 2014

Der Nürnberger IS-TDP Kurs war der erst IS-TDP Kurs überhaupt. Leiterinnen waren anfangs Frau Dr. Gottwik und später Frau Dr. Weiss. Inzwischen ist die Leitung an Frau Dr. Ostertag übergegangen. Neben einem Theorieanteil der Leiterin wird immer auch ein Theorieteil von einem weiteren core-Mitglied vorgetragen. Auch die Supervisionen werden wechselnd übernommen. So kommt jeder Kursteilnehmer in den Genuss, verschiedene Videos der Leiterinnen zu erleben und auch von verschiedenen core-Mitgliedern supervidiert zu werden. Das ist sehr intensiv, da jeder etwas anders arbeitet. Auch die Kursteilnehmer der Gruppe haben teilweise gewechselt, da einige nach mehreren Jahren IS-TDP Arbeit ausgeschieden sind. Neue Kollegen kamen kontinuierlich dazu, auch jetzt ab Januar 2015 wird das wieder der Fall sein. Die Arbeit wird dadurch sehr bereichert, da gerade durch die Wiederholungen die einzelnen Bestandteile der IS-TDP immer wieder erneut bewusst gemacht werden und so kontinuierlich integriert werden können. Der Fortschritt der einzelnen Teilnehmer kann so am eigenen Leibe gut verfolgt werden, da man sowohl die Arbeit der „Neuen Kollegen“ als auch die Arbeit der „Erfahrenen“ verfolgen kann und dadurch alle Stadien der Arbeit und des Lernens parallel erlebt werden können. So erscheint das, was anfangs vielleicht als Nachteil betrachtet wurde, als Vorteil. Irene Ostertag und ihre Kollegen lenken mit sanfter Hand, aber zielstrebig und kontinuierlich zum Ziel des Kurses, die IS-TDP möglichst effektiv und gut zu lernen. Ob man es wahrhaben will oder nicht, immer ist auch ein Teil Selbsterfahrung mit dabei. Wenn man ihn ohne Wertung als einen Teil des kontinuierlichen Prozesses annehmen kann, führt dies zu einem noch besseren Ergebnis. Denn Dr. Davanloo sagt immer: “You are a honest person!”, sein oberstes Prinzip, nämlich sehr ehrlich mit sich selbst, mit den eigenen Patienten und mit den Kollegen zu sein.

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Erfahrungsbericht aus der Nürnberger Weiterbildungsgruppe 2014

Die Gruppe in Nürnberg hatte in diesem Jahr fünf Mitglieder. Während wir zwei neue Teilnehmer in der Gruppe dazugewinnen konnten, zogen sich aber auch zwei in ihren verdienten Ruhestand zurück. Wichtige Themen im letzten Jahr waren die Übertragungskomponente des Widerstandes, sexualisierte Wut, Formulieren einer HOC, Therapie im Prozess und neurobiologische Abfuhrbahnen. Besondere Diskussionen löste das Thema Übertragungskomponente des Widerstandes aus, da sich diese schwer definieren und konzeptualisieren ließ. Als hilfreiches Modell konnte schließlich folgendes entwickelt werden.
Treffen wir im Kontakt mit Patienten auf Widerstände, so setzen sich diese aus zwei Komponenten zusammen. Einerseits einer Abwehr im psychoanalytischen Sinn gegen eigene, innere Impulse und Gefühle. Andererseits einem Widerstand welcher sich direkt gegen den Therapeuten richtet und sich häufig als ein Widerstand gegen emotionale Nähe manifestiert. Diese zweite, gegen den Therapeuten gerichtete Komponente bezeichnen wir als Übertragungskomponente des Widerstandes.
Erstmalig wurde dieses Jahr versucht, ein closed circuit live-Interview in Nürnberg zu verwirklichen. Dies scheiterte schließlich jedoch an der fehlenden Verfügbarkeit von Patienten vor Ort, die sich für ein solches Vorgehen zur Verfügung stellen wollte.

 

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Berliner Weiterbildungsgruppe 2014

Die Berliner Weiterbildungsgruppe besteht unter der Leitung von Frau Dr. Orbes schon seit vielen Jahren, ich selbst bin seit drei Jahren als Mitglied dabei. In dieser Zeit hat sich ein stabiler Teilnehmerkreis gebildet, von denen viele aus dem Norden kommen: Hamburg, Bremen, Rendsburg, Stralsund, Ribnitz-Damgarten, außerdem Berlin und Köln/Bonn. Unsere Kolleginnen aus Dresden und Hannover werden ihre Weiterbildung in Dresden fortsetzen – für uns ein bedauerlicher Verlust – für die IS-TDP ein großer Gewinn. Im dritten Jahr in Folge hatte jeweils im November ein/e Kollege/in die Möglichkeit zu einem Live-Erstinterview. Diese Form der Ausbildung ist nach meiner Erfahrung so intensiv und gewinnbringend (auch für die Gruppe), dass sich die damit verbundene Aufregung und Anspannung vielfach lohnt. Sehr bereichernd erlebe ich die Arbeit mit den verschiedenen Gastdozenten/innen, die den doch manchmal weiten Weg nach Berlin für ein Wochenende nicht scheuen.

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